Dorfrallye: Handwerksbetriebe stellen sich Schülern vor
Vielfalt mit Karriere-Chancen

Ottmarsbocholt -

Bei der zweiten Dorfrallye stellten sich Betriebe künftigen Schulabgängern und angehenden Azubis vor. Sie lernten die ganz unterschiedliche Handwerksberufe kennen – Vielfalt und Karrierechancen inklusive.

Mittwoch, 18.09.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 19:20 Uhr
Einblicke in mögliche Berufsfelder erlangten die Teilnehmer der Dorfrallye unter anderem beim Heizungsbaubetrieb Lindfeld.
Einblicke in mögliche Berufsfelder erlangten die Teilnehmer der Dorfrallye unter anderem beim Heizungsbaubetrieb Lindfeld. Foto: Handwerk

Für den Tischlermeister Michael Busch ist das Interessante an seinem Beruf, dass sein typischer Arbeitstag einen Mix aus Tätigkeiten im Büro, in der Werkstatt, auf der Baustelle oder beim Kunden bietet. Acht Stunden am Schreibtisch kann er sich schlecht vorstellen: „Dann bin ich anschließend kaputt und habe an nichts mehr Lust“, räumt er ein. In seinem Betrieb zeigte er den Jugendlichen, wie aus einer einfachen und groben Skizze mit ein paar Maßen, gefertigt während des Kundengesprächs, in den verschiedenen Arbeitsschritten ein fertiges Produkt entsteht. Besonders beeindruckt zeigten sich die jungen Leute, dass es mittels moderner Tablet-Technik heute möglich ist, die aus den groben Zeichnungen gefertigte dreidimensionale Skizze in die tatsächliche Welt zu holen.

Wie im vergangenen Jahr war die Tischlerei Busch einer von insgesamt sieben Betrieben, die die zehn Schüler am Samstagnachmittag im Rahmen der vom IC_H-Projekt begleiteten Dorfrallye zur Berufsorientierung besuchten. „Dank der großen Unterstützung durch die Schulleiter der Haupt- und Realschule konnten die Jugendlichen über ihre Lehrer in den Schulen auf diese Aktion gemacht werden“, betonten mehrere Unternehmen. Und sind dann aus eigenem Antrieb und aus eigenem Interesse gestartet. Die Unternehmer sehen in dem Kontakt zu den Schulen einen entscheidenden Schlüssel für den Erfolg, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Kreis der Betriebe.

Handwerksbetriebe stellen sich bei Dorfrallye vor

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  • Am Spieker startete die Tour, an der überwiegend Neuntklässler teilnahmen.

    Foto: Handwerk
  • Die Schülerinnen und Schüler durften auch selbst Hand anlegen.

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  • Foto: Handwerk
  • Besuch bei Lindfeld Heizungsbau.

    Foto: Dorfrallye
  • Zu Gast bei Orthopädietechnik Möller.

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  • Orthopädie-Schuhmachermeister räumt mit falschen Klischees Handwerksberufe auf.

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  • Weitere Etappe: Schemmer Fußbodentechnik.

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  • Einblicke in den Betrieb der Tischlerei Busch.

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  • Tischlerei Möllers ist auch mit von der Partie.

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  • Beim Dachdeckerbetrieb Wermter wurde in die Praxis geschnuppert.

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  • Buchstäblicher Höhepunkt: Die Fahrt mit dem Kran.

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Und anders als im letzten Jahr, konnten die teilnehmenden Firmen in diesem Jahr auch zwei Schülerinnen begrüßen, wovon die Unternehmer selbstverständlich sehr angetan waren.

Eine Ausbildung im Handwerk kann das Sprungbrett sein, um sich Lebensziele zu verwirklichen.

Michael Möller

In ihrer ersten Station haben die Jugendlichen – überwiegend Neuntklässler von Haupt- und Realschule – vom Orthopädie-Schuhmachermeister Michael Möller unter anderem erfahren, dass „die Arbeit am und für den Menschen eine sehr befriedende Aufgabe ist und eine Ausbildung im Handwerk auch das Sprungbrett sein kann, um sich und seine Lebensziele zu verwirklichen“. Verstaubt, altmodisch, schwere Handarbeit und ein geringer Verdienst: Dieses schlechte Image entspreche überhaupt nicht der Realität, so sind sich die Unternehmer einig.

Mädchen erobern neue Rollen im Handwerk

Bei Alexander Lindfeld erfuhren die Jugendlichen, welche Vielzahl an modernen Geräten und Maschinen im beruflichen Alltag eingesetzt werden. Aber auch, dass viele Handwerksberufe heute durch den Einsatz technischer Hilfsmittel – beispielsweise die „Hebevorrichtung“ für den Kernbohrer – auch für Mädchen das Richtige sein können.

Andreas Schemmer , von der Schemmer Fussbodentechnik, brachte den Jungen und Mädchen näher, dass ein Bodenleger „heute bei Leibe nicht mehr den ganzen Tag auf dem Boden herumkriecht. Die meisten Dinge erledigen wir heute im Stehen.“

Immer wieder wurde auf die Vielseitigkeit des Handwerks hingewiesen, wie etwa bei Altekemper & Hüttemann Karroseriebau. Hier können gleich vier verschiedene Berufe erlernt werden: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in, Mechatroniker/-in, Fahrzeuglackierer/-in und Bürokaufmann/-frau. Alle Unternehmen betonten, dass sie in der Vielseitigkeit der Tätigkeiten auch einen wesentlichen Pluspunkt des Handwerks sehen.

Praktisches Arbeiten gehört auch zur Rundtour

Praktisch Hand angelegt werden konnte in der Tischlerei Möllers. Nachdem Tischlermeister Johannes Möllers einen Einblick in den Betrieb gegeben hat, durften alle die wollten einmal den klassischen Handhobel ansetzen, um zu erfahren, welche Arbeitserleichterung Hobelmaschinen mit sich bringen. Selbst aktiv werden konnten die Jugendlichen dann auch beim Dachdeckerbetrieb Wermter. Hier konnten sie sich beim Kleben von Bitumenbahnen oder dem Bearbeiten von Schieferschindeln beweisen. Ein Höhepunkt war sicherlich auch die Fahrt mit dem Kran auf eine Höhe ca. 30 Metern.

Neuauflage der Dorfrallye schon im Blick

Und weil die Resonanz auch in diesem Jahr so gut war, waren sich alle darüber einig, die Dorfrallye auch im Jahr 2020 zu wiederholen. Dr. Frank Kühn-Gerhard von der Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer Münster, der auch in diesem Jahr seinen Hut vor dem Engagement der Betriebe zog, hat hierzu bereits seine Unterstützung angeboten.

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