Klimaschutzwoche: E-Mobilität zum Ausprobieren
Ständig unter Strom

Senden -

Mehr Pedal-Power für die Transport-Fiets oder Akku-Antrieb für den automobilen Stromer: Nachhaltigere Fortbewegungsmittel waren am Wochenmarkt-Tag zu bestaunen – und auszuprobieren.

Donnerstag, 19.09.2019, 18:02 Uhr
Ausprobieren erlaubt: Maria Antonia Siesmann (l.) und Rita Soppenberg-Nießing schwingen sich aufs Lastenrad.
Ausprobieren erlaubt: Maria Antonia Siesmann (l.) und Rita Soppenberg-Nießing schwingen sich aufs Lastenrad. Foto: di

Das Thema E-Mobilität versetzt viele in Spannung. Und was die Schubkraft, die Batterien zu liefern vermögen, angeht, machten manche auch ganz spannende Erfahrungen. Denn im Auftrag der Engergie-Agentur NRW waren Fachleute für die Fortbewegung ohne fossile Brennstoffe am Donnerstag in Senden präsent. Wer wollte, konnte den Marktbummel durch Fachsimpeln oder Ausprobieren ergänzen. „Das Interesse war groß“, lautet das Resümee, das Andreas Allebrod von der Firma „eShare.one“ zieht.

Das Publikum in Senden sei stärker auf die Experten an dem Stand und ihre Exponate zugegangen als an vielen anderen Standorten der „Roadshow“, die die E-Mobilitäts-Jünger durch die Lande ziehen lässt, so der Eindruck von Allebrod.

Im Rahmen der Klimaschutzwoche des Kreises machte er mit weiteren Beratern und einem kleinen Fuhrpark in der Eintracht­straße Station.

Aufgeschlossen oder skeptisch – beides hält sich die Waage

Viele Bürger seien „wissbegierig“. Etwa je die Hälfte derjenigen, die das Gespräch gesucht hätten, seien aufgeschlossen beziehungsweise skeptisch. Letzteres galt beispielsweise für ein Ehepaar aus Ascheberg, das des Wochenmarkts wegen nach Senden kam und am Baldachin der Energie-Agentur anhielt. Ihren Touran mit Diesel-Power könnten sie als Zugmaschine ihres Wohnwagens wohl kaum ersetzen, so ihre Auffassung. Jedenfalls nicht zu erschwinglichen Preisen. Darin gab ihnen Berater Uwe Gösser Recht, regte aber an, ob nicht der Zweitwagen, bisher ein Nissan Micra, durch einen „Stromer“ ausgetauscht werden könne.

Carsharing noch nicht am Start

Der politische Wille ist längst da. Im Juni vorigen Jahres hatte die CDU einen Antrag, Carsharing-Optionen in Senden zu prüfen, eingebracht. Ein Anbieter hat auch schon im Februar dieses Jahres im Umweltausschuss sein Konzept dargestellt. Dennoch stehen noch keine Wagen zur Verfügung. Grund ist, dass die Gemeinde rechtliche Vorgaben beachten muss, wenn sie Anbietern für diesen Zweck feste Stellplätze, die zentral liegen sollen, anbieten will. Diese Möglichkeit ist auf der Gemeinde-Homepage ausgeschrieben. Bis Mittwoch (25. September) können sich Bewerber beteiligen.

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Auf dem Weg, Überzeugungsarbeit für nachhaltigere Mobilität zu leisten, liegen für Allebrod und Kollegen noch zwei „Brocken“ im Weg: relativ hohe Anschaffungskosten – die durch den günstigeren Unterhalt oder Leasing aber in einem anderen Licht erscheinen – und die beschränkte Reichweite.

In diesem Punkt bestehe bei den deutschen Herstellern noch erheblicher Nachholbedarf, räumte der Fachmann ein. Dass der Tankstopp beim Reisen aber Stunden dauert, sei nicht mehr der Fall.

Siegfried Kropp (l.) und Karl-Heinz Huizen interessieren sich für den BMW i3.

Siegfried Kropp (l.) und Karl-Heinz Huizen interessieren sich für den BMW i3. Foto: di

Freude am elektrischen Fahrgefühl

Das Fahrgefühl, mit ordentlich Elektro-Schub auf der Achse, überzeugte die Probanden jedenfalls durchaus. „Der zieht gut an“, zeigt sich beispielsweise Siegfried Kropp von der „Spritztour“ mit dem BMW i3 ganz angetan. „Der kommt für mich infrage“, so Kropps Fazit.

Der zieht gut an.

Siegfried Kropp über den E-BMW

Aufgeschlossenheit gegenüber E-Mobilität bekundeten auch Rita Soppenberg-Nießing und Maria Antonia Siesmann. Allerdings sollte Öko-Strom oder der „Saft“ einer eigenen Photovoltaik-Anlage in den „Tank“ fließen, gab Soppenberg-Nießing zu bedenken. Fürs Radfahren sei die Akku-Unterstützung bei längeren Strecken „genial“, schilderte Siesmann. Beide schwangen sich auch auf das Lastenrad, das die Energie-Agentur bereithielt. Trotz enormer Länge klappte die Handhabung mit der Transport-Fiets „gut“, wie die Sendenerinnen sagten. Die Nachfrage nach den Rädern, mit denen sich Kinder oder der Großeinkauf befördern lassen, nimmt rasant zu, berichtete Philipp Fröhlich vom Rad-Vertrieb Punta Velo. Angesichts von Förderung für die Anschaffung – die Räder kosten etwa 5000 Euro – in stark verkehrsbelasteten Städten sitze die Kundschaft aber in den urbanen Ballungsgebieten. Doch auch in Senden kurven schon ein paar Exemplare dieser Noch-Exoten herum.

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