„Interessengemeinschaft Wienkamp“
Baustraße – aber nicht nur auf Zeit

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Mit einer separaten Baustraße, die den Baustellenverkehr über den Wienkamp verhindern soll, haben die Anwohner ein wichtiges Ziel erreicht. Die Entlastung müsse aber so lange andauern, bis die Bautätigkeit in der Erweiterung größtenteils abgeschlossen ist, darauf pocht die Interessengemeinschaft des Viertels.

Dienstag, 24.09.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 09:58 Uhr
Die Ende 2018 bekräftigte Forderung nach einer Baustraße für die Erweiterung des Wienkamps wird nun erfüllt. Die Entlastung müsse aber andauern, bis das Gros der Bautätigkeit abgeschlossen ist, fordert die Interessengemeinschaft des Viertels.
Die Ende 2018 bekräftigte Forderung nach einer Baustraße für die Erweiterung des Wienkamps wird nun erfüllt. Die Entlastung müsse aber andauern, bis das Gros der Bautätigkeit abgeschlossen ist, fordert die Interessengemeinschaft des Viertels. Foto: ell

Ohne Zweifel ist es eine gute Nachricht für die Anwohner des Wienkamp, dass es, wie berichtet, eine vorübergehende Baustraße geben wird. Ernsthafte Bemühungen um diese seit bald acht Jahren bekannte Forderung waren erst unternommen worden, als bei der Veranstaltung vom 10. Dezember die Fakten erneut klar auf den Tisch kamen: Zahlreiche Anwohner schilderten die Situation auf der Anwohnerstraße eindrücklich und das Referat von Theo Reddemann nahm das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten auseinander, so heißt es in der Pressemitteilung der „Interessengemeinschaft Wienkamp“, und fasste die Fakten zusammen:

Unzumutbare Risiken und höhere Zahlen als im Gutachten

Begegnungsverkehr von Lastwagen ist im Wienkamp an keiner Stelle zulässig, der nur einseitig vorhandene Gehweg müsste benutzt werden, was eine unzumutbare Gefahr für Fußgänger und Radfahrer und insbesondere Kinder bedeutet. Die Anzahl der notwendigen Lkw-Fahrten wird wesentlich höher sein als angegeben.

Auch bezüglich der Forderung nach dem Erhalt der Baumallee am Kanal und einer adäquaten Behandlung der Hochwasserproblematik gibt es dank des Druckes der Anwohner geringe Bewegungen in die richtige Richtung. Allerdings werden sich die Anwohner keinesfalls damit zufrieden geben, dass die Baustraße nur bis 2022 besteht. Die Baustraße muss bestehen bleiben, bis die Erschließungsarbeiten vollständig abgeschlossen sind und zumindest 80 Prozent der Häuser fertiggestellt sind, so die Pressemitteilung weiter. Das Zeitfenster von drei Jahren ist viel zu kurz, die Bauzeit kann wesentlich länger dauern.

Keine Zusicherung zum Schutz der Bäume

Ob der Schutz der Bäume am Leinpfad tatsächlich gesichert ist, das ist sehr fraglich. Die Gemeinde weist in der Begründung zur Bebauungsplan nicht nur explizit darauf hin, dass fünf bis sechs Bäume gefällt werden müssen, um den Zugang des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) zum Kanal zu gewährleisten, sie räumt sogar ein: „Eine Zusicherung, dass der Baumbestand dauerhaft erhalten werden kann, kann indes trotzdem nicht gegeben werden...“

Am Wienkamp hätte es Alternativen gegeben: Man hätte einen B-Plan entwickeln können, der mehr Abstand der Bebauung von den Bäumen sichert und das Überschwemmungsgebiet HQ-Extrem unangetastet lässt, dazu rät auch die zuständige Fachbehörde der Bezirksregierung.

Vorwurf: Planungshoheit aus der Hand gegeben

Leider, so die Auffassung der „Interessengemeinschaft Wienkamp“, hat die Gemeinde sich die Planungshoheit vom „Projektentwickler“ aus der Hand nehmen lassen – wirtschaftliche Interessen stehen hier vor ökologischen Notwendigkeiten. Die Tatsache, dass vier Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses (GEA) von CDU und SPD (Funktionsträger in Fraktion und Partei) bei der Diskussion im letzten Gemeindeentwicklungsausschuss „befangen“ waren, erklärt zwanglos, wie derartige Entscheidungen zustande kommen, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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