Alle Fraktionen verabschieden Resolution
Einstimmig für mehr Klimaschutz

Senden -

Die Gemeinde Senden legt sich in einer Klimaschutz-Resolution fest, die eigenen Anstrengungen zu erhöhen und konkrete Maßnahmen zu verabreden. Dazu gehört bereits, dass beim Strom bis Ende 2025 nur verbraucht werden soll, was an regenerativer Energie in der Gemeinde auch entsteht.

Mittwoch, 02.10.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 13:27 Uhr
Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stimmten einstimmig für die Klimaschutzresolution.
Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stimmten einstimmig für die Klimaschutzresolution. Foto: di

Die Entscheidung fiel einstimmig. Was ihre Wirkung verstärkt, lautete die gemeinsame Einschätzung aller Fraktionen. Zugleich wurde betont, dass es eben nicht nur um Symbolpolitik, sondern auch um tatsächliche Maßnahmen geht, die Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten. Eine in dieser Hinsicht „ambitionierte“ Resolution wurde am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) des Rates verabschiedet.

Damit findet ein politischer Vorstoß von Grünen und SPD seinen Abschluss. Sie hatten im Juni Anträge zum lokalen Klimaschutz gestellt. Trotz großer inhaltlicher Schnittmenge mit allen Parteien wurden die Anträge aber zurückgestellt, um einen Konsens zu erreichen. Ein Punkt, der – nicht nur in Senden – bei manchen Kommunalpolitikern auf Vorbehalte stieß, war der Begriff Klimanotstand, den die Grünen auch für Senden erklären wollten.

Anstrengungen weiterentwickeln und erhöhen

Die Gemeinde verpflichtet sich nun, dass „die Anstrengungen, um dem Klimawandel entgegen zu wirken, weiterentwickelt und weiter erhöht werden“. Was sich Senden grundsätzlich auferlegt, ist: dass die „Eindämmung des durch den Menschen gemachten Klimawandels sehr hohe Priorität“ besitzt und bei „relevanten, kommunalen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist“. Diese Formulierung lässt Raum, neben Umweltschutzkriterien auch wirtschaftliche sowie soziale Belange in die Waagschale zu werfen. „Ökologie und Ökonomie lassen sich versöhnen“, griff Bürgermeister Sebastian Täger diesen Aspekt vor der Abstimmung auf. Für sich persönlich, gab der Rathaus-Chef weiter zu Protokoll, sei der Kampf gegen den Klimawandel „ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Thema überhaupt“.

Wir brauchen ehrgeizige Ziele.

Bürgermeister Sebastian Täger

Damit auf globale Probleme eine lokale Antwort gegeben wird, steckt die Resolution konkrete Aufgabenfelder ab: Aufbauend auf dem integrierten Klimaschutzkonzept von 2012 soll mit zeitlichem Horizont festgelegt werden, wo auf den Feldern Mobilität, Strom und Wärme Einsparpotenziale in welcher Höhe liegen. Beim Strom soll bis Ende 2025 in der Bilanz eine Energieautarkie erreicht werden. „Wir brauchen ehrgeizige Ziele“, gab Täger als Parole aus. Um den Stromverbrauch Sendens aus regenerativer Energie decken zu können, sei ein weiterer Ausbau bei Photovoltaikanlagen nötig. Der Bürgermeister stellte zugleich unmissverständlich klar, dass Windkraft in dieser Hinsicht das größte Potenzial birgt – das auch genutzt werden soll. „Der Rat der Gemeinde Senden bekennt sich zum Ausbau der Windenergie“ heißt es in der Resolution.

Bürger mitnehmen und einbeziehen

Die Bürgerschaft soll mitgenommen, eingebunden, animiert werden, waren sich alle Fraktionen einig. Dazu soll ein „Bürgerforum“ eingerichtet werden, um alle relevanten und interessierten gesellschaftlichen Gruppen am Klimaschutz-Prozess zu beteiligen. Dies hatte die CDU angeregt, in die Resolution aufzunehmen. Die Leitung soll möglichst der Bürgermeister übernehmen.

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