Täger sollte als Bürgermeister mehr Meinung beziehen
Grüne legen sich bei Kandidatenfrage nicht fest

Senden -

Die Mitglieder der Grünen in Senden haben dem Bewerber fürs Bürgermeisteramt auf den Zahn gefühlt. Am Ende legte sich die Versammlung nicht fest, ob Sebastian Täger bei seiner erneuten Kandidatur unterstützt werden soll.

Donnerstag, 10.10.2019, 13:42 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 17:46 Uhr
Sebastian Täger bewirbt sich aus dem Amt heraus.
Sebastian Täger bewirbt sich aus dem Amt heraus. Foto: sff

„Müssen die Sendener länger auf ihr erstes Windrad warten als die Berliner auf ihren Flughafen?“, war nur eine von vielen Fragen, denen sich Bürgermeister Sebstian Täger jetzt auf einer Ortsversammlung der Grünen anlässlich seiner erneuten Kandidatur stellte. Aber nicht nur der Klimaschutz, der auch für den Bürgermeister nach eigenem Bekunden in den letzten Jahren eine zunehmend höhere Bedeutung bekommen hat, war Thema des Gesprächsabends, bei dem die Mitglieder der Grünen den Kandidaten auf Herz und Nieren prüften.

Diskussion um Wohnen und Windkraft

Einen breiten Raum, so heißt es in der Pressemitteilung der Partei, nahm die Diskussion um die Gestaltung zukünftiger Wohngebiete ein, bei der durchaus unterschiedliche Vorstellungen sichtbar wurden. Mit den seit Jahren unverändert einbezogenen Planungsbüros können sich die Grünen nicht vorstellen, einen ökologisch und klimapolitisch zukunftsorientierten Städtebau hinzubekommen.

Kritische Töne zur Vereinnahmung durch die CDU

Wie auch bei den anderen Oppositionsparteien war den Grünen der Einstieg in den Wahlkampf durch eine zu starke Vereinnahmung des CDU-Gemeindeverbands und eine nicht spürbare Parteilosigkeit „schwer aufgestoßen“, wie in der Mitteilung unterstrichen wird. Dass Täger aus dem Amt heraus kandidiere, wie der sich selbst als Moderator verstehende Verwaltungschef betonte, kam bei den Grünen gut an. Dennoch hätten sich die Grünen gewünscht – und wünschten sich dies auch in der Zukunft – , dass der Bürgermeister bei der ein oder anderen Sitzung deutlicher seine Meinung herausstellt, unabhängig davon, dass er als Demokrat die Beschlüsse der Mehrheit umzusetzen hat.

Für den Ortsteil Bösensell hätten sich die Grünen eine frühzeitigere Information über die anliegenden Planungen erhofft, zum Beispiel in Form einer jährlichen Bürgerversammlung. Punkten konnte Täger mit seinem Politikverständnis, seinen hohen Sympathiewerten und seinem Engagement bei der gerade einstimmig durch den Gemeinderat verabschiedeten Klimaresolution.

Lob für engagierte und offene Art der Arbeit

Letztlich hat sich der Ortsverband der Grünen darauf verständigt, auf ein Votum für oder gegen eine Unterstützung von Sebastian Täger für eine weitere Amtszeit zu verzichten. Vielmehr wollen sich die Grünen auf den eigenen Wahlkampf konzentrieren und für eine grüne Politik in Senden werben. „Sebastian Täger ist kein grüner Bürgermeister, wir schätzen aber seine engagierte und auch für manch grünes Thema offene Art“, fast Philipp Scholz die interne Diskussion zusammen. „Wir können uns eine weitere Zusammenarbeit mit ihm als Bürgermeister gut vorstellen.“ Für die Grünen ist letztlich entscheidend, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat ändern und die politischen Vorgaben für die Arbeit der Verwaltung eine deutlich grünere Prägung bekommen.

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