Douglasie und Traubeneiche statt Fichte und Buche
Klima wandelt Sendener Wald

Senden -

Der Klimawandel macht dem Sendener Wald zu schaffen – nicht nur Fichten, sondern auch Buchen sind mittlerweile betroffen. Bei Nachforstungen werden Baumarten nachgepflanzt, die höhere Temperaturen und Wassermangel besser vertragen können.

Donnerstag, 10.10.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 18:04 Uhr
Die Förster Daniel Hook (5.v.l.) und Martin Klostermann-Schräder (6.v.l.) berichteten über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald im Sendener Gemeindegebiet.
Die Förster Daniel Hook (5.v.l.) und Martin Klostermann-Schräder (6.v.l.) berichteten über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald im Sendener Gemeindegebiet. Foto: Andreas Krüskemper

Das Klima wandelt sich und mit ihm der Wald – auch in Senden. Das machten die Förster Daniel Hook und Martin Klostermann-Schräder am Mittwochabend während eines Infoabends der Agenda21-Gruppe deutlich.

Zunächst einmal verdeutlichte Hook, dass Klimawandel grundsätzlich ein natürlicher Prozess sei: „Hier bei uns gab es sowohl schon Gletscher als auch mediterrane Bäume. Aber die Veränderungen jetzt sind zu schnell, als dass sich die Natur darauf einstellen kann“, so der Fachmann. Bis zum Jahr 2100 rechnen die Förster mit einem Temperaturanstieg um 1,5 bis 4 Grad sowie einer deutlichen Zunahme von Wetterextremen wie Trockenzeiten und Starkregen.

Das macht sich in den Sendener Wäldern bereits jetzt bemerkbar, so Klostermann-Schräder. „Etwa 50 Prozent der Bäume in Sendens Wäldern sind Eichen, 14 Prozent Buchen, zehn Prozent Fichten und sieben Prozent Esche und Ahorn“, so der Förster. Das wird sich in Zukunft ändern: Durch die Trockenheit der beiden vergangenen Jahre sei der Wasserspiegel im Boden auf 1,80 Meter gesunken, was den durch den Sturm Friederike geschwächten Fichtenbestand extrem zu schaffen mache. Zudem begünstigten sterbende Bäume den Käferbefall.

Und mittlerweile sind nicht nur Fichten, sondern auch Buchen betroffen. Statt Fichten werden daher vermehrt Douglasien angepflanzt, die wesentlich besser wärmere Temperaturen vertragen können, bei den Laubbäumen setzen die Förster auf Stiel- und Traubeneichen, Flatterulmen oder Edelkastanien.

Auch im Ort macht sich die Trockenheit bereits bemerkbar: „Nicht nur bei den Randbegleitbäumen gibt es Probleme“, so Gebhard Spiekers, Baumkontrolleur der Gemeinde Senden. So seien auf dem Waldfriedhof beispielsweise rund 30 Birken, die im Sommer noch grün waren, jetzt so vertrocknet, dass sie aus Gründen der Verkehrssicherung abgeholzt werden müssen. In Bezug auf die Randbegleitbäume wünschte sich der Verwaltungsmitarbeiter, „dass der ein oder andere Sendener mal mit einem Eimer Wasser vor die Tür geht und die Bäume gießt.“

Mit der Aktion „Neue Bäume für Sendens Wald“ möchte die Agenda21-Gruppe für das Thema sensibilisieren. Geplant ist, im Dezember einen Bereich beim Venner Moor wieder aufzuforsten. Dazu soll es beim Adventsmarkt eine Sammelaktion geben: Mit dem Kauf einer Flugfichte im Blumentopf für 25 Euro bezahlt man zehn neue Eichen im Wald. Bei der Pflanzaktion selbst kann jeder interessierte Sendener zum Spaten greifen und „seinen“ Baum pflanzen.

 

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