Ortslandwirt kritisiert „falsche Darstellung“ der Klimaschutzwoche
„Ein ganzer Berufsstand wird diffamiert“

Senden -

Aus Sicht der Sendener Landwirte habe die Klimaschutzwoche und insbesondere die Ausstellung „Irrweg Pestizide“ ihren gesamten Berufsstand diffamiert, beklagte Ortslandwirt Bernd Aundrup im Gemeinderat. In diesem Zusammenhang kritisierte er Verwaltung und Organisatoren.

Donnerstag, 10.10.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 10:42 Uhr
Landwirte protestierten am 15. September vor der Eröffnung der Ausstellung „Irrweg Pestizide“. Den Unmut über die Darstellung brachte Bernd Aundrup (5.v.l.) im Gemeinderat zur Sprache.
Landwirte protestierten am 15. September vor der Eröffnung der Ausstellung „Irrweg Pestizide“. Den Unmut über die Darstellung brachte Bernd Aundrup (5.v.l.) im Gemeinderat zur Sprache. Foto: hha

Die Klimaschutzwoche wirkt bei den Sendenern nachhaltig negativ nach. Insbesondere die Ausstellung „Irrweg Pestizide“, die am 15. September im Rathaus eröffnet wurde, diffamiert und diskriminiert nach Auffassung der Bauern ihren gesamten Berufsstand. Deshalb ergriff Bernd Aundrup sichtlich „angefressen“ bei der jüngsten Ratssitzung das Wort und kritisierte das Verhalten der Verwaltung sowie der Organisatoren der Klimaschutzwoche. Er spreche nicht als CDU-Ratsmitglied, sondern „fraktionsunabhängig“ als Landwirt und Ortslandwirt von Senden, betonte er.

„Die Klimaschutzwoche war für uns Landwirte eine einzige Katastrophe“, konstatierte Aundrup. Eine derart „einseitige und falsche Darstellung“ habe nichts mit Klimaschutz zu tun. „Wir Landwirte verursachen sieben Prozent der Kohlendioxid-Immissionen in Deutschland, werden aber von den NGO behandelt als die Übeltäter der Nation. Dass dann noch die Klimaschutzwoche von einer Dame eröffnet wird, die Toxikologin ist, ist der Höhepunkt“, sagte Aundrup und kritisierte: Aus Mitteln der Gemeinde sei eine Ausstellung eingekauft worden, die die Bauern unter „Generalverdacht“ stelle. Gut ausgebildete Landwirtschaftsmeister und Agraringenieure würden verunglimpft, „als wenn sie Verbrecher oder Giftmischer wären“, beklagte der Ortslandwirt. Ganze Familien litten unter solchen Diffamierungen. „Selbst massives Mobbing von Lehrern an Schulkindern findet in Senden statt“, behauptete Aundrup.

Bürgermeister Sebastian Täger suchte zu beschwichtigen, räumte jedoch ein, dass die Ausstellung „Irrweg Pestizid“, „politisch einseitig gefärbt war, allerdings nicht so krass“, wie von Aundrup dargestellt. Er habe sich im Namen der Gemeinde bereits bei den Landwirtschaftlichen Ortsverbänden entschuldigt. Es sei nicht Absicht der Organisatoren gewesen, die Bauern zu diffamieren. Täger bot an, das Rathaus auch für eine Ausstellung des Landwirtschaftsverbandes zur Verfügung zu stellen. Der Umweltausschuss-Vorsitzende Rolf Wiederkehr (Grüne) merkte an, dass sich die Klimaschutzwoche nicht gegen die Landwirtschaft, sondern nur gegen eine „bestimmte Art des Landwirtschaftens“ gerichtet habe. Es sei wichtig, dass Umweltschützer und Bauern im Dialog bleiben.

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