Landpartie: Performances auf Schloss Senden
Weltschmerz trifft auf Moorgestalten

Senden -

Schloss Senden war Schauplatz einer „Landpartie“ im Rahmen des renommierten Münsterlandfestivals. Die Besucher bekamen anspruchsvolle Musik samt ungewöhnlicher Performance geboten.

Montag, 21.10.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 17:32 Uhr
Inspirierende Performance: Wie von Zauberhand öffnete sich eine Tür im Schloss Senden und mit der Schauspielerin Tashina Mende erschien eine aus dem Moor stammende Birke.
Inspirierende Performance: Wie von Zauberhand öffnete sich eine Tür im Schloss Senden und mit der Schauspielerin Tashina Mende erschien eine aus dem Moor stammende Birke. Foto: Axel Engels

Eine mit magischen Momenten bereicherte Landpartie der ganz besonderen Art gab es am Sonntag im Rahmen des renommierten Münsterlandfestivals. Die Tour startete auf dem Sendener Schloss mit einem Konzert des kalifornischen Sängers und Multiinstrumentalisten David Allred , für den der Ausspruch „Selten war Weltschmerz so ergreifend schön“ sicherlich zutraf. Im Stile klassischer Singer- und Songwriter entführte er in seine von tiefen Gefühlen durchdrungene musikalische Welt. So eingestimmt ging es dann erst einmal ins nahe Venner Moor.

„O schaurig ist’s übers Moor zu gehn“ schrieb dereinst schon Annette von Droste Hülshoff in ihrem berühmten Gedicht „Der Knabe im Moor“. An diesem späten Nachmittag tobte sich der Wettergott wohl über dem Venner Moor so richtig aus, was für die Besucher der Wanderung im Moor natürlich eine gleichsam mystische Stimmung erzeugte. Wer dann im Innern aufgewühlt war, erlebte im kleinen Saal des Sendener Schlosses erst einmal bei Kerzenschein eine wahrlich inspirierende Performance mit. Zuerst begann alles mit einer angedeuteten Tangoweise der Akkordeonistin Anja Kreysing . Wer sich da allerdings zurücklehnen wollte im Strom der mit Esprit und Leidenschaft gespielten Musik, wurde gleichsam überrascht von der unvorhersehbaren Weiterentwicklung.

Plötzlich steht die wandelnde Birke im Raum

Wie von Zauberhand öffnete sich die Tür des Raumes und eine aus dem nahen Moor stammende Birke erschien. Die Schauspielerin Tashina Mende ließ in ihrem Gewand aus Zweigen schnell Raum und Zeit vergessen, bewegte sich zu den klangmalerischen Weisen von Anja Kreysing wie eine Marionette an den Fäden der Musikerin. Solch eine unter die Haut gehende Performance erlebt man nur selten, spürte man die innige Verbundenheit dieser beiden Künstlerinnen und ihr gegenseitiges Verständnis. Aber eine Landpartie beinhaltet nicht nur künstlerische Erlebnisse. Kulinarisch wurden die Besucher im Vorraum des großen Saales erst einmal verwöhnt mit warmen Speisen, bei deren Wärme man die herbstlichen Stürme außerhalb des Schlosses bestens vergessen konnte. Als Abschluss der Landpartie wurde danach noch ein Konzert mit dem italienischen Musiker Bruno Bavota angeboten.

Bruno Bavota spielte am mit vielen Effektgeräten ausgestatteten Piano.

Bruno Bavota spielte am mit vielen Effektgeräten ausgestatteten Piano. Foto: Axel Engels

Klangmalerei hallt mit zwiespältigem Eindruck nach

Für viele Besucher mag sein Ausflug in seine klangmalerische Welten ein inspirierendes Erlebnis gewesen sein, aber beim Rezensenten, und auch bei anwesenden Musikern, hinterließ dieses Konzert doch einen eher gespaltenen Eindruck. Ausgestattet mit einer Vielzahl von Effektgeräten war das Klavier präpariert worden, mit Loop-Recorder und Laptop bereicherte er seine verfremdeten Klavierklänge. Damit entfaltete er seine eigene Musikwelt, erklangen seine Songs wie „Atessa“ in stimmungsvolles Licht getaucht. Wer die Songs allerdings von seiner Webseite kannte, vermisste die bildliche Unterstützung doch sehr. Reduziert auf die „reine“ Musik waren sie nicht so wirksam. Wer in der Tradition von Paul Horn, George Winston und anderen großen musikalischen Klangmaler aufgewachsen ist, vermisste da doch zu viel. Jede Entwicklung war vorhersehbar, erschienen die rein pianistischen Parts wie ein eher seichter Einaudi. Auch eine saubere Anschlagsweise hätte man sich als Pianist von dem italienischen Musiker gewünscht. Aber vielleicht ist Bruno Bavota erst am Anfang seiner Entwicklung, hat ja noch viel Zeit, seine Ideen facettenreicher zu entwickeln. Viele Besucher waren von seinen Songs angetan, genossen die meditativen Momente von „The Night Of“ bis zu „Passengers“.

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