Am Waldfriedhof Senden
Gleich mehrere Birken müssen gefällt werden

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Sie wären nicht zu retten gewesen – auch nicht durch intensives Gießen, beteuert die Gemeinde. Sie rückt deshalb mit der Motorsäge gegen Birken im Bereich des Waldfriedhofs vor.

Dienstag, 29.10.2019, 17:15 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 19:30 Uhr
Die Birken am Friedhof leiden unter der Trockenheit.
Die Birken am Friedhof leiden unter der Trockenheit. Foto: Gemeinde

Dichter Baumbewuchs prägt den Charakter des Waldfriedhofes, hierbei handelt es sich überwiegend um Birken. „Insgesamt stehen auf dem Waldfriedhof um die 120 Birken“, berichtet Gebhard Spiekers , Baumschutzexperte der Gemeinde. Die langen Trockenphasen der letzten zwei Jahre sind an ihnen nicht spurlos vorbei gegangen: Rund ein Drittel der Birken, vorwiegend entlang des Hauptweges, sind inzwischen abgestorben.

„Die Bäume konnten sich auch im letzten Winter nicht erholen. Meistens reichen die Wurzeln zwar tief ins Erdreich, aber der Grundwasserspiegel hat sich nicht genug aufgefüllt“, erläutert Spiekers. Gemeinsam mit Erwin Oberhaus , der im Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt für die Baumpflege zuständig ist, beobachtet Spiekers die Situation seit mehreren Monaten. Um den inneren Zustand der Bäume prüfen zu können, wurden inzwischen zwei Bäume gefällt. Die Hoffnung, dass die Bäume doch noch wieder neue Kraft schöpfen, hat sich leider nicht erfüllt. „Die Bäume sind abgestorben, sie lassen sich nicht wiederbeleben“, so das Fazit der Experten. „Eine Entwicklung, die sich bedauerlicherweise gerade bei vielen Bäumen beobachten lässt“, weist Oberhaus auf die allgemein prekäre Klimasituation hin.

Für den Waldfriedhof bedeutet das, dass hier am 5. und 6. November (Dienstag/Mittwoch) mehrere Birken gefällt werden müssen. Während dieser Zeit werden die entsprechenden Teilberei-che abgesperrt. Die Substanz der Bäume ist nicht mehr gesund und so könnten Men-schen durch herunterfallende Äste verletzt werden. „Das müssen wir im Rahmen unserer Verkehrssicherungspflicht verhindern“, so Holger Bothur, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Ordnung und Soziales, in dessen Zuständigkeit auch das Friedhofswesen fällt. Er ist sich über die Tragweite dieser Entscheidung im Klaren und weiß um die besondere Bedeutung der Bäume an diesem sensiblen Ort.

Doch wären die Bäume am Waldfriedhof vielleicht zu retten gewesen? Hätte die Gemeinde hier nicht vermehrt gießen können? Auf diese Fragen aus der Bürgerschaft antworten die Experten mit einem nachdrücklichen Kopfschütteln. „Es ist kaum möglich, Großbäume zu gießen. Die Wurzeln reichen tief in das Erdreich und versorgen sich dort mit Wasser. Selbst große Mengen Gießwasser hätten die Bäume nicht retten können“, ist Spiekers überzeugt.

Unter den großen Altbäumen wachsen seit mehreren Jahren bereits junge Bäume nach. Wenn einige Birken entfernt worden sind, wird sich dieser Baumbestand künftig wieder neu entwickeln, da er dann mehr Licht bekommt. Immerhin ein kleiner Lichtblick…

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