Schenkwaldspielschar im Probenendspurt
Viel Arbeit bis zur Bühnenreife

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Endspurt eines Probenmarathons: Drei Monate haben sich die Darsteller darauf vorbereitet, dass der plattdeutsche Schwank „Ehpoor Voss schoolt üm“ auf die Bühne kommen kann. Für Darsteller und Regisseur eine anspruchsvolle Aufgabe.

Sonntag, 03.11.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 19:02 Uhr
Aktuell bereitet Adalbert Willeke (vorne) die Schenkwaldspielschar auf die Aufführungen der Komödie „Ehpoor Voss schoolt üm“ vor. Seit nunmehr 15 Jahren verleiht er dem plattdeutschen Theater in Ottmarsbocholt als Regisseur seine Handschrift.
Aktuell bereitet Adalbert Willeke (vorne) die Schenkwaldspielschar auf die Aufführungen der Komödie „Ehpoor Voss schoolt üm“ vor. Seit nunmehr 15 Jahren verleiht er dem plattdeutschen Theater in Ottmarsbocholt als Regisseur seine Handschrift. Foto: ure

„Hier wird Schwachsinn zum Mittelpunkt“, so beschrieb Regisseur Adalbert Willeke bei einer der jeden Montag- und Donnerstagabend stattfindenden Proben bestimmte Szenen, an denen die Zuschauer des plattdeutschen Theaterstücks „Ehpoor Voss schoolt üm“ vom 8. November an ihre helle Freude bekommen werden. Mit Klamauk und Gezeter werden menschliche Schwächen auf amüsante Weise dargestellt – und das alles mit dem einen Ziel, das Publikum zu belustigen.

Es ist einfach anstrengend, so etwas in das Alltagsleben zu integrieren.

Regisseur Adalbert Willeke über die Vorbereitung der Darsteller auf die Aufführung

Das Textbuch bildet hierfür die Grundlage. Mehr nicht. Entscheidend ist letztendlich, wie die Handlung dann auf Vollmers Bühne gebracht wird. Für die Spieler bedeutet das: Es muss richtig gebüffelt werden. Drei Monate lang. Das sei schon eine enorme Belastung, stellt der Regisseur klar. Zweimal die Woche einen ganzen Abend weg. Und die Lernarbeit zu Hause noch obendrein: „Es ist einfach anstrengend, so etwas in das Alltagsleben zu integrieren“.

Darsteller müssen viel Text pauken

Hier werde man weitaus stärker gefordert als etwa beim Einüben eines Karnevalsauftritts. „Das sind zwei verschiedene Welten“, betont Willeke, und Werner Althoff sieht das genauso. Diese beiden Dinge könne man „überhaupt nicht miteinander vergleichen“, weil beim Theaterspielen weitaus mehr Text gepaukt werden muss. Dabei gibt der zweite Vorsitzende der Schenkwaldspielschar zu bedenken, dass man ja nicht nur seine eigene Rolle, sondern auch weite Passagen seiner Mitspieler intus haben muss. Ansonsten sei es unmöglich, jeweils den richtigen Zeitpunkt seiner Einsätze zu wissen.

Dieses große Pensum lässt sich nicht so einfach mit den beruflichen Anforderungen unter einen Hut bringen. Das hatte auch Christiane Schmauck bislang vom Mitspielen abgehalten. Erst der Wegfall des Schichtdienstes gab der Kinderkrankenschwester nun die Möglichkeit für ihr diesjähriges Debut.

Schauspieler stemmen auch noch Bühnenaufbau

Eine zusätzliche Belastung für die Spieler ergibt sich daraus, dass sie auch noch den kompletten Bühnenaufbau stemmen müssen. Es wäre schön, wenn sich für diese handwerklichen Arbeiten in Zukunft eine eigene Truppe finden würde, so der Wunsch von Adalbert Willeke. Früher, vor seiner Zeit, da sei der Umfang dieser Zusatzarbeiten ja noch viel extremer gewesen. „Als ich 2004 anfing, da waren die Spieler unmittelbar vor Spielbeginn auch noch Saalordner. Das war das Erste, was ich sofort abgeschafft habe. So etwas geht gar nicht“, erklärt der bärtige Spielleiter. Die Darsteller hätten genug mit sich selbst zu tun und müssten sich auf ihren Auftritt konzentrieren. „Da kannst du nicht zehn Minuten vorher noch gucken, dass alle Zuschauer auf ihre Plätze kommen“.



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