Kinder-Uni in Senden geht ins dritte Semester
Den Forscherdrang früh wecken

Senden -

Abenteuer Forschung: Komplizierte Sachverhalte für Dritt- bis Sechstklässler anschaulich vermitteln – das verlangt die Kinder-Uni Senden von den Wissenschaftlern, die im dritten Semester der Einrichtung im Rathaus zu Gast sind. Sie haben naturwissenschaftliche Themen im Repertoire: von Ameisen-Staaten bis ins All.

Montag, 04.11.2019, 19:02 Uhr
Gregor Leydag (l.) vom Netzwerk Senden und Heribert Woestmann von der Stiftung Internationales Centrum für Begabungsforschung (ICBF) feilen an den letzten Vorbereitungen für das dritte Semester der Kinder-Uni in der Stevergemeinde.
Gregor Leydag (l.) vom Netzwerk Senden und Heribert Woestmann von der Stiftung Internationales Centrum für Begabungsforschung (ICBF) feilen an den letzten Vorbereitungen für das dritte Semester der Kinder-Uni in der Stevergemeinde. Foto: di

Prof. Dr. Harald Hiesinger schwebt in höheren Sphären. Und zwar buchstäblich und als „Berufskrankheit“. Denn als Wissenschaftler am Institut für Planetologie der Uni Münster richtet sich seine Aufmerksamkeit auf das Weltall. Die Bodenhaftung hat der Lehrstuhlinhaber für Geologische Planetologie aber trotzdem nicht verloren. Denn er kümmert sich um den Forschernachwuchs auf dem Planten Erde, indem er bei der Kinder-Uni in Senden seine Forschung anschaulich und packend ´rüberbringt. Das nunmehr dritte Semester in Senden startet am 22. November.

Die Begeisterung überträgt sich.

Heribert Woestmann pocht darauf, dass hochkarätige Wissenschaftler ihre Forschung packend vermitteln können

Hiesinger gibt die Parole aus: „Auf zum Merkur!“ Indirekt ist der Institutsdirektor aus Münster an der Weltraum-Mission „Bepi Colombo“ beteiligt, die sich seit Oktober vorigen Jahres vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus auf den Weg zu dem fernen Planeten macht. Denn Hiesinger hat ein Infrarot-Spektrometer entwickelt und gebaut, das Temperatur und Beschaffenheit des Himmelskörpers untersuchen soll. Die internationale Kapazität von der Westfälischen Wilhelms-Universität, könnte Stamm-Studenten der Kinder-Uni Senden bekannt sein, denn in der Stevergemeinde hat Hiesinger im vorigen Jahr einen spannenden Vortrag über den Mars gehalten.

Kompliziertes packend vermitteln

Abermals gilt dabei, was alle Professoren an Talent und Rüstzeug mitbringen müssen: die Fähigkeit, komplizierte Zusammenhänge anschaulich und zielgruppengerecht zu vermitteln. „Sie wollen zeigen, wovon sie als Forscher begeistert sind, und diese Begeisterung überträgt sich auch“, betont Heribert Woestmann , Vorstandsmitglied der Stiftung Internationales Centrum für Begabungsforschung (ICBF), eine gemeinnützige Einrichtung zur Unterstützung der Begabungsforschung und Begabtenförderung sowie der Aus- und Weiterbildung, die nicht nur die Kinder-Uni in Senden unterstützt. Weshalb hochkarätige Wissenschaftler, deren Kalender vollgestopft sind mit Terminen, vor Kindern referieren, umschreibt Woestmann so: „Ihr Lohn ist, dass der wissenschaftliche Funke überspringt.“

Schwerpunkt liegt auf Naturwissenschaften

Die vier Vorlesungen im kommenden Wintersemester widmen sich naturwissenschaftlichen Themen:Am 22. November bringt Prof. Dr. Harald Hiesinger, wissenschaftlicher Leiter der aktuellen Merkur-Mission, diesen unbekannten Planeten näher.Am 17. Januar heißt es „Ameisen sind auch nur Menschen“: Prof. Dr. Jürgen Gadau, Institut für Evolution und Biodiversität, spricht unter anderem über soziale Beziehungen im Tierreich.Am 21. Februar geht Prof. Dr. Erwin-Josef Speckmann, Institut für Physiologie, der Frage nach „Wie kommt das Brötchen ins Gehirn?“Prof. Dr. Joachim Kurtz, Institut für Evolution, erklärt „Wie hat sich das Leben auf der Erde entwickelt?“Zielgruppe sind Schüler der Klassen drei und vier sowie fünf und sechs. Alle Vorlesungen finden freitags um 15.30 Uhr im Rathaus statt.

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So gesehen mag die Kinder-Uni manchen Impuls aussenden, dass junge Forscherherzen stärker zu schlagen beginnen. Auf jeden Fall stellen ihre Vorlesungen – die durchaus an den Schulen vor- und nachbereitet werden könnten, so die Veranstalter – eine Möglichkeit dar, „über den Tellerrand zu schauen“, wofür im Unterricht oft nicht die Zeit bleibe, ergänzt Gregor Leydag, vom Vorstand des Netzwerkes Senden, das die Kinder-Uni organisiert und finanziell mit Sponsoren trägt.

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