Als Radler immer am Wasser entlang
Veloroute – zumindest eine gute Idee

Senden -

Was für eine Verheißung: Mit der „Fiets“ immer an der Wasserstraße entlang radeln. Die Idee einer Veloroute am Kanal stößt auch in Senden auf Interesse. Politische Entscheidungen, ob das Vorhaben über das Stadtgebiet Münsters hinaus fortgeführt wird, wurden aber noch nicht gefällt. Nicht zuletzt geht es ums Geld.

Donnerstag, 07.11.2019, 20:00 Uhr
Der Leinpfad am Kanal könnte sich in eine Veloroute verwandeln. In Münster werden Pläne für einen modernen Radweg (Animation) konkret verfolgt.
Der Leinpfad am Kanal könnte sich in eine Veloroute verwandeln. In Münster werden Pläne für einen modernen Radweg (Animation) konkret verfolgt. Foto: di/Stadt Münster

Ob mit verstärkter Pedalpower des Pedelecs oder per Muskelkraft: Den Weg zur Arbeit absolvieren einige Sendener auf zwei Rädern. Ihre Zahl scheint zuzunehmen, seit E-Bikes auf dem Vormarsch sind. Doch so entspannend es sein mag, sportlich zu Büro oder Werkstatt zu pendeln – bei den Verbindungen nach Münster bleibt noch „Luft nach oben“. In puncto Sicherheit und Komfort klaffen weiterhin Lücken. Zugleich stehen aber auch mögliche Szenarien im Raum, die die Radel-Mobilität deutlich attraktiver machen würden. Gemeint sind die Velorouten. Darunter sorgt vor allem eine Art Bike-Highway am Kanal für Furore.

Das ist eine absolut klasse Maßnahme.

Klaus Stephan, Leiter des Sendener Bauamtes

Über 27 Kilometer verläuft die Wasserstraße auf dem Stadtgebiet Münsters. Zwischen Osttor in Hiltrup und Senden soll auf zehn Kilometern eine moderne Veloroute entstehen. Die Planung ist weit gediehen; politische Beratungen stehen gerade an.

Offen, was hinter der Stadtgrenze Münsters passiert

Doch was passiert, wo die neuen Radwege – asphaltiert, bis zu vier Meter breit, mit beiderseitiger weißer Markierung und womöglich intelligenter Beleuchtung – enden? Ob und wie das ambitionierte Projekt hinter der Stadtgrenze des Oberzentrums weitergeführt wird, ist vollkommen offen, bestätigt Klaus Stephan , Beigeordneter der Gemeinde Senden und Leiter des Bau-Ressorts. Er räumt frank und frei ein, dass auch in Senden, ebenso wie in den weiteren Kommunen im Verlauf des Dortmund-Ems-Kanals, Sympathien für die Verheißung eines hochqualitativen Radwegs statt eines weithin geschotterten Leinpfades bestehen. „Das ist eine absolut klasse Maßnahme“, sagt Stephan. Im WN-Gespräch betont der Bauamtsleiter aber auch, dass es für das Vorhaben, das in Münster schon im Frühjahr nächsten Jahres starten soll, noch keine politischen Beschlüsse gibt. Mehr noch: Die Weichenstellungen können auch noch gar nicht vorgenommen werden, weil das Projekt „politisch noch nicht entscheidungsreif ist“.

Bis zu vier Meter breite und adaptiv beleuchtete Radwege sollen in Hiltrup entstehen.

Bis zu vier Meter breite und adaptiv beleuchtete Radwege sollen in Hiltrup entstehen.

Sowohl um Menschen verstärkt zur Fortbewegung aufs Rad zu hieven als auch aus touristischen Gründen – nicht zuletzt mit Blick auf den Hafenplatz und die Kanalterrassen in Senden – geht von diesem Velorouten-Vorhaben offenbar eine große Faszination aus, lässt Stephan erkennen.

Senden schreckt vor Kosten zurück

Er gibt aber zu bedenken, dass ganz erhebliche Kosten auf die Gemeinde zukämen, wenn sie sich vorschnell ins Fahrwasser Münsters begeben würde. Eine „wesentliche Frage“, so der Beigeordnete, liege darin, wie hoch das Bauvorhaben gefördert würde. Ein 50-prozentiger Zuschuss, mit dem Münster kalkuliere, reiche für Senden nicht aus. Es gelte, weitere Fördergeber zu suchen, so Stephan. „Es wäre fahrlässig, das nicht zu tun“, unterstreicht das Mitglied der Sendener Verwaltungsführungsriege.

Für ihn lässt sich auch über den Ausbau-Standard – zum Beispiel bei der Beleuchtung – , der zum Tragen kommen soll, noch diskutieren.

Früher restriktive Regeln auf dem „Leinpfad“

Dass aber überhaupt Pläne geschmiedet werden können, sei eine neue Entwicklung. Noch bis vor etwa zwei Jahren habe die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in der Frage der Nutzung ihres Betriebswegs am Kanal restriktiv reagiert.

Für Stephan ein Vorzug der Radelstraße entlang der Wasserstraße: „Man kann fahren und fahren und fahren.“ Denn es gebe wenig Kreuzungspunkte und Stopps für die Pedalritter.

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