Ehrenamtlicher Einsatz für Schloss Senden
Zeit und Talente für das Denkmal

Senden -

Schloss Senden wandelt sich unübersehbar. Was aber nicht so augenfällig ist: Hinter den Kulissen setzen viele Ehrenamtliche Zeit, Wissen und Hingabe ein, damit das Denkmal erhalten, herausgeputzt und bespielt werden kann. Fünf von ihnen stellen die WN exemplarisch vor. Weitere Mitstreiter sind willkommen.

Dienstag, 26.11.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 17:11 Uhr
Unterschiedliche Neigungen einbringen: Markus Preis (v.l.), Gisela und Gregor Leydag, Hansjörg Paul und Susanne Leydag (kleines Bild) setzen sich für das Schloss Senden ein.
Unterschiedliche Neigungen einbringen: Markus Preis (v.l.), Gisela und Gregor Leydag, Hansjörg Paul und Susanne Leydag (kleines Bild) setzen sich für das Schloss Senden ein. Foto: di

Der Wandel von Schloss Senden schreitet voran – für alle sichtbar. Anders aber als beispielsweise die neue selbstbewusste Spitze auf dem Südturm, ist kaum zu erkennen, wer sich im Hintergrund dafür einsetzt, dass das Denkmal nicht nur erhalten, sondern auch herausgeputzt und mit Leben erfüllt wird. Fünf von ihnen stellen die WN vor. Sie stehen „exemplarisch“, so Dr. Lennart Pieper , wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schloss Senden e.V., für das breite Engagement für das älteste Gebäude Sendens. Wobei gilt, dass zusätzliche Unterstützung willkommen ist: „Wir sind auf weitere ehrenamtliche Hilfe angewiesen“, betont Pieper. Sein Dank gilt den ehrenamtlichen Kräften.

Regelmäßige Arbeit im Schlosspark

Und buchstäblich Kraft steuert Markus Preis bei. Seit Ende der Sommerferien ist er dabei, „im Schlosspark Grund rein zu bringen“. Sein Einsatz umfasst es, Brennnesseln zu Leibe zu rücken, Disteln zu entfernen, Äste zu schneiden und vieles mehr. „Ich bin der Schlossgärtner“, umschreibt er sein Einsatzgebiet, für das er jede Woche im Schnitt vier Stunden Zeit investiert. Für den Techniker bei der Telekom , der den zunehmenden Verfall des historischen Gemäuers vor Jahren mit Schrecken beobachtete, bedeutet sein Ehrenamt ein Ausgleich: „Ich arbeite gerne draußen“, schildert der 55-Jährige. Die Arbeit am Schloss trage dazu bei, körperlich fit zu bleiben. Doch mitunter stößt er auch an Grenzen: „Manchmal denke ich, das schaffst du nie.“ Ein paar mehr zupackende Hände könnte Preis gut gebrauchen, doch die Früchte seiner Arbeit, die mit der Gartendenkmalpflege abgestimmt wird, seien offensichtlich: „Der Park sieht schon ganz anders aus“, lautet die Anerkennung durch den Vertreter des Schloss Senden e.V., Pieper.

Beim Entrümpeln des Kellers legt sich der „Freundeskreis“ ins Zeug.

Beim Entrümpeln des Kellers legt sich der „Freundeskreis“ ins Zeug. Foto: Freundeskreis Schloss Senden

Gleich auf mehreren Baustellen im Einsatz

Auf gleich mehreren Baustellen ist Hansjörg Paul ehrenamtlich tätig. Was teils im Wortsinn gilt, denn der Bauingenieur im Ruhestand lässt als erster Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Senden e.V. auch seinen beruflichen Background mit einfließen. Zum Beispiel, als es darum ging, die metallene Turmspitze zu beschaffen, brachte Paul seine Erfahrung zugunsten des Schloss Senden e.V. ein, wodurch sich der finanzielle Kraftakt deutlich erleichterte. Ohnehin leistete der Freundeskreis bei diesem Projekt „Anschubfinanzierung“, wie Paul es ausdrückt. Die Akquise von Penunzen gehört auf mehreren Ebenen zu den Aufgaben des Kreises, dessen Mitgliederzahl sich von 31 im Sommer 2017 auf nunmehr 62 erhöht habe. Die „Schloss-Freunde“ krempeln überdies die Ärmel im und an dem Denkmal hoch. Und zwar immer dann, wenn Veranstaltungen anstehen, oder auch immer wieder, um das Gebäude oder seine Gewölbe zu entrümpeln. Hansjörg Paul trieb diese Motivation an: „Kulturgüter wie Schloss Senden müssen gepflegt und erhalten werden.“

Ganze Familie legt sich ins Zeug

Diese Maxime machen sich auch Gisela, Gregor und Susanne Leydag zu eigen. „Es ist toll, dass sich eine ganze Familie einsetzt“, würdigt Pieper das Engagement auf unterschiedlichen Ebenen. Susanne Leydag stellt Zeit und ihr professionelles Können als Diplom-Restauratorin zur Verfügung. Die Sendenerin, die im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, arbeitet, widmet sich bei Senden-Visiten einem langwierigen Projekt, indem sie ein Gemälde restauriert, das beim Aufräumen in Schloss entdeckt worden war. Bis dieses Werk aus dem Jahr 1909 wieder einen Ehrenplatz erhält, dauert es noch eine Weile. „Aber das Bild ist den Aufwand wert“, so die Expertin.

Susanne Leydag restauriert ein Gemälde, das im Schloss entdeckt wurde.

Susanne Leydag restauriert ein Gemälde, das im Schloss entdeckt wurde. Foto: privat

Bei Events auf Schloss Senden ist Gisela Leydag zur Stelle. Sie steuert handfeste Unterstützung bei, etwa wenn es Gäste zu bewirten gilt. Die gelernte Reisekauffrau und Betriebswirtin war bei Münster Marketing tätig. Besucher, die das Münsterland entdecken wollten, „konnte ich nicht mit gutem Gewissen nach Senden schicken“. Sie fand es „bestürzend, dass das bisschen Historisches, das es in Senden überhaupt noch gibt, den Bach runtergeht.“

Für Georg Leydag entsteht der Reiz daraus, das alte Gemäuer und moderne Wissenschaft zusammenzuführen. Woran er bereits einmal mitgewirkt hat – im Rahmen eines grenzüberschreitenden Forschungslabors für MINT-Schulen aus Senden, Dülmen und Hengelo (WN berichteten). Das Schloss als außerschulischer Lernort könnte ein Baustein eines zukünftigen Nutzungskonzeptes sein, bestätigt Pieper.

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