Jugendtreff stellt Buchführung um
Politik mahnt mehr Transparenz an

Senden -

Dem Ökumenischen Jugendtreff Senden e.V. sollen keine finanziellen Fesseln angelegt werden, aber die Kommunalpolitiker mahnen mehr Transparenz bei den Kosten an. Dies erlaube, besser zu erkennen, welche Aufgaben welche Aufwand erfordern. Gemeinsam mit der Gemeinde wird die Buchführung umgestellt.

Mittwoch, 27.11.2019, 18:46 Uhr
Die Sitzung des Sozialausschusses begann mit einem Ortstermin beim Kolpingbildungswerk, das an der Industriestraße sich einer Zielgruppe widmet, die für einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt vorbereitet werden soll. Andrea Scharte (r.) führte die Mandatsträger durch Räume und Werkstatt. Auch das Kolping-Projekt „Return“, das sich an unter 25-Jährige wendet, ist dort angesiedelt.
Die Sitzung des Sozialausschusses begann mit einem Ortstermin beim Kolpingbildungswerk, das an der Industriestraße sich einer Zielgruppe widmet, die für einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt vorbereitet werden soll. Andrea Scharte (r.) führte die Mandatsträger durch Räume und Werkstatt. Auch das Kolping-Projekt „Return“, das sich an unter 25-Jährige wendet, ist dort angesiedelt. Foto: di

Die Jugendarbeit in Senden ist der Gemeinde – als einem neben weiteren Geldgebern – jährlich rund 145 000 Euro wert. Auf diese Höhe, so Holger Bothur , Fachbereichsleiter Bürgerservice, Soziales und Ordnung auf WN-Anfrage, beläuft sich seit Jahren der Zuschuss an den Ökumenischen Jugendtreff (ÖJT) e.V. als Träger von Angeboten in allen Ortsteilen und für ganz unterschiedliche Zielgruppen. An dieser finanziellen Unterstützung soll nicht gerüttelt werden. Doch bei der Kostenaufstellung durch den Verein pochen die Politiker auf mehr Transparenz, zeigte sich im Sozialausschuss, der am Dienstagabend im Rathaus tagte.

„Wir erwarten auch Rechenschaftsberichte“, mahnte Gerd Gebauer ( CDU ) an. Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass der Trägerverein der Jugendarbeit in Senden keine solide Buchführung betreibe. Aber diese orientiere sich an Einnahmen und Ausgaben. Die Zahlenwerke sollen nun so umgestellt werden, dass besser erkennbar wird, für welche Aufgaben wieviel Geld ausgegeben wird. Diese Zuordnung sei bisher nur mit hohem Aufwand möglich. Da der Verein ohnehin angedacht hatte, seine „Bilanz“ umzustellen, haben sich Gemeinde und ÖJT für ein Konzept zusammengesetzt, dass es erlaubt zu erkennen, wie sich beispielsweise Querschnittskosten wie Versicherung, Reinigung, Heizung auf die jeweiligen Arbeitsbereiche verteilen. Dadurch könne sich zeigen, wo der Träger auskömmlich arbeitet oder wo Lücken entstehen. Bisher schließt der Ökumenische Jugendtreff meist mit einem Defizit ab, das nach Angaben von Bothur bei 5000 bis 10 000 Euro pro Jahr liegt.

Belastbar ermitteltes Budget statt Defizit-Ausgleich

Ein Nachschießen von kommunalen Mitteln, für das politische Beschlüsse nötig sind, soll entfallen, wenn die neue Buchführung zu einem Fixum führt, das in der Praxis belastbar funktioniert. Dabei gilt, dass dem Träger der Jugendarbeit keine engeren finanziellen Fesseln angelegt werden sollen, sondern der Zuschuss dynamisiert wird. Finanzieller Gestaltungsspielraum für die inhaltliche Arbeit, stellten der Fachbereichsleiter und die Sprecher der Fraktionen klar, soll dem Träger nicht geraubt werden.

Mit dem aufgrund der neuen Methode errechneten Budget müsste der Trägerverein dann jedoch auskommen. Das Plus bei der Transparenz zielt noch in eine andere Richtung: Gegenüber Zuschussgebern wie dem Kreis, der beispielsweise eine Sachmittelpauschale pro pädagogischer Stelle zur Verfügung stellt, könne gegebenenfalls argumentiert werden, dass die zugrunde gelegte Summe für die praktische Arbeit nicht reicht.

Uneingeschränktes Lob für inhaltliche Arbeit

An der inhaltlichen Qualität dessen, was der Ökumenischen Jugendtreff in seinen Einrichtungen und in der aufsuchenden Jugendarbeit leistet, gab es in dem parlamentarischen Gremium nichts zur rütteln. Im Gegenteil, Vertreter aller Fraktionen lobten die Arbeit des Trägers, der gerade – wie berichtet – seinen 20. Geburtstag gefeiert hat.

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