Kulturangebot im Altenheim St. Johannes
„Bühne“ bieten auch für Besucher

Senden -

Ein WN-Bericht mit Folgen: Ende Oktober hatte eine Sendenerin, die ihren demenzkranken Mann pflegt, geschildert, dass Kulturangebote für Menschen mit Einschränkungen in Senden fehlen. Bei Gemeinde und Altenheim St. Johannes hat das einen „Denkanstoß“ ausgelöst. Und das Heim öffnet sich stärker für Externe.

Donnerstag, 28.11.2019, 17:40 Uhr
Ob Klassik-Konzert mit Stipendiaten der Yehudi-Menuhin-Stiftung oder die Visite der Kita „Steverspatzen“: Bei einigen Veranstaltungen möchte sich das Altenheim St. Johannes stärker für externe Besucher öffnen, kündigt Leiterin Sabine Neumann an.
Ob Klassik-Konzert mit Stipendiaten der Yehudi-Menuhin-Stiftung oder die Visite der Kita „Steverspatzen“: Bei einigen Veranstaltungen möchte sich das Altenheim St. Johannes stärker für externe Besucher öffnen, kündigt Leiterin Sabine Neumann an. Foto: sff/di

Es war leise im Ton, nicht fordernd, sondern wünschend vorgetragen worden: Eine Sendenerin hatte Ende Oktober in den WN geschildert, dass sie sich für ihren an Demenz erkrankten Mann mehr und anders gelagerte Kulturangebote in Senden wünscht. Was die ehemalige Lehrerin verhalten formulierte, verhallte nicht ungehört: „Ich habe den Denkanstoß sehr ernst genommen“, sagt Sabine Neumann , Leiterin des Altenheims St. Johannes.

Ich habe den Denkanstoß sehr ernst genommen.“

Sabine Neumann

Nicht nur sie, sondern auch Susanne Espenhahn , die bei der Gemeinde das Themenbündel Demographie und Ehrenamt betreut, und Kulturamtsleiter Günter Melchers nahmen den Impuls auf, setzten sich an einen Tisch. Das Ergebnis: Es gibt in Senden bereits ein Angebot. Doch offenbar hakt es am Informationsfluss. „Es wird viel getan, aber nicht alles kommt bei den Betroffenen an“, resümiert Neumann.

Kommunikation soll intensiviert werden

Für das Altenheim St. Johannes bedeutet das: Stärker die Kommunikation pflegen – etwa auf der Homepage Und die Einrichtung, die zuvorderst den 99 Bewohnern und ihren Angehörigen verpflichtet ist, möchte sich mehr öffnen. Neumann spricht von Teilöffnung und Quartiersarbeit. Was auch für den Standort am Holtruper Sportplatz gelten werde. Denn das Altenheim wolle und benötige den Austausch und die Verflechtung mit der Nachbarschaft und ganz Senden. Die Heimleiterin bittet gleichwohl um Verständnis, dass es weiterhin Veranstaltungen gibt, bei denen die Bewohner und ihre Angehörigen unter sich bleiben. Was nicht zuletzt dem Umstand geschuldet ist, dass die Einrichtung eigene Mittel, vor allem Personal zur Betreuung der Bewohner während einer Veranstaltung, einsetzt.

Was die „Teilöffnung“ bedeutet, beschreibt Neumann so: In diesen Fällen seien „Besucher aus Senden gern gesehen“, sie müssten sich nicht anmelden und können „kommen, solange sie Platz finden“. Zu den Prämissen für die Praxis gehört auch, dass eine Begleitperson während der Veranstaltung bleiben muss, sofern es sich bei dem Besucher um einen Menschen mit Betreuungsbedarf handelt.

Musik berührt die Emotionen

Dass gerade musikalische Angebote für Demenzpatienten (und deren Angehörige) wichtig sind, kann Neumann sehr gut nachvollziehen. Denn: Die Emotionen der betroffenen Menschen bleiben bis zum Schluss und werden besonders durch Musik berührt, so Neumann, selbst Pflegefachkraft für Gerontopsychiatrie.

Die Teilöffnung des Altenheims, sei nicht völlig neu. Aber: „Da, wo es möglich ist, werden wir mehr Augenmerk darauf legen“, verspricht Neumann.

Programm startet im Dezember

Und es stehen gleich drei teilöffentliche Veranstaltungen auf dem Programm: Am 12. Dezember (Donnerstag) findet um 10.15 Uhr ein Adventssingen mit der Kita „Steverspatzen“ statt. Am 14. Dezember (Samstag) ist die Chorgemeinschaft Senden ab 15.30 Uhr im Altenheim zu Gast. Das Orchester „Saitenwind“ aus Lüdinghausen spielt dort am 11. Januar, um 15.30 Uhr, ein Jahresanfangskonzert in dem Heim. Das dann auch für externe Besucher ein „geschütztes Umfeld“ bildet. Soll heißen: Böse Blicke fängt sich niemand ein, der bei den Melodien „zu sehr“ mitgeht.

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