Kampf gegen Eichenprozessionsspinner
Gemeinde rückt riskanten Raupen mit Biozid zu Leibe

Senden -

5000 Nester des Eichenprozessionsspinners haben Mitarbeiter des Bauhofes und von Fremdfirmen von Mai bis Oktober aus den Bäumen entfernt. Die eine erneute Plage soll 2020 durch den Einsatz eines Biozids (Fressgift) eingedämmt werden.

Freitag, 29.11.2019, 14:00 Uhr
Mit speziellen Saugern sowie mit Brennern wurden die Nester des Eichenprozessionsspinners bisher aus den Bäumen entfernt. Im kommenden Jahr will die Gemeinde Senden zusätzlich ein Biozid einsetzen, um die befürchtete Plage eindämmen zu können.
Mit speziellen Saugern sowie mit Brennern wurden die Nester des Eichenprozessionsspinners bisher aus den Bäumen entfernt. Im kommenden Jahr will die Gemeinde Senden zusätzlich ein Biozid einsetzen, um die befürchtete Plage eindämmen zu können. Foto: sff

„Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sondern Gefahrenabwehr mit Augenmaß betreiben. Mit diesen Vorgaben hat die Gemeindeverwaltung ein Konzept zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner (EPS) im kommenden Jahr entwickelt. Vorbeugung und Konzentration auf Stellen mit besonders hohem Gefährdungspotenzial für die Öffentlichkeit stehen dabei im Fokus. Gemeinsam mit Baumkontrolleur Gebhard Spiekers und Erwin Oberhaus von der Bauverwaltung stellte Holger Bothur, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, die Planung vor. Zur Umsetzung sollen 100 000 Euro in den Gemeindehaushalt eingestellt werden.

Wegen der enormen Ausbreitung des Schädlings sei eine flächendeckende Bekämpfung nicht möglich. „Es ist eine Priorisierung notwendig“, betonte Bothur. Dazu soll eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes die innerörtlichen Eichenbestände frühzeitig kontrollieren. Die vor Ort gesammelten Informationen werden anschließend an den Bauhof weitergegeben. „Auf diese Weise können wir unsere Kapazitäten besser steuern und effektiver einsetzten“, führte der Fachbereichsleiter aus.

In stark frequentierten Bereichen, in denen Personen gefährdet sind, sollen sodann vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. „Hier kommt es besonders auf den richtigen Zeitpunkt an“, wies Spiekers auf einen entscheidenden Erfolgsfaktor hin. „An den exponierten Stellen wollen wir mit Hubsteiger und Sprühlanze oder Kleinsprühgeräten gezielt Biozide einsetzen“, erläuterte Oberhaus. In anderen Kommunen sei ein Mittel (Fressgift) erfolgreich eingesetzt worden, auf das jetzt auch die Gemeinde Senden zurückgreifen wolle. Es werde vom Kreis Coesfeld zwar nicht empfohlen, sei aber „für den Menschen nicht schädlich“, so der Mitarbeiter der Bauverwaltung. Gleichwohl räumte Oberhaus – nach Bedenken aus dem Ausschuss – ein, dass das Biozid auch schädlich Folgen für andere Schmetterlingsraupen habe. „Es ist eine Gefahrenlage vorhanden. Und da müssen wirksame Mittel eingesetzt werden, wenn es nicht anderes geht“, rechtfertigte der Beigeordnete Klaus Stephan den vorgesehenen Biozid-Einsatz.

Laut Oberhaus sind in diesem Jahr von Mai bis Oktober rund 5000 Nester aus Eichen entfernt worden. Bauhofmitarbeiter waren dazu 800 Stunden und Fremdfirmen weitere 600 Stunden im Einsatz. Die Kosten schlugen mit rund 75 000 Euro zu Buche.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7097387?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Per Busballett zum Weihnachtsmarkt
Dicht an dicht stehen die Reisebusse, die die Weihnachtsmarktgäste nach Münster gebracht haben, am Samstagmittag auf dem Parkplatz vor dem Schloss.
Nachrichten-Ticker