Kontrolle der Biotonnen
Plastik belastet die Gebühr

Senden -

Dank eines Überschusses aus 2018 müssen die Abfallgebühren 2020 nicht angehoben werden. Gleichwohl steigt der Kostendruck, denn durch die starke Verunreinigung des Biomülls mit Plastik wird die Entsorgung deutlich teurer. Gleichzeitig schrumpfen die Erlöse für Altpapier und andere Wertstoffe.

Freitag, 29.11.2019, 16:26 Uhr
Immer mehr Plastikbeutel, Joghurtbecher und andere nicht kompostierbare Stoffe gelangen in den Biomüll, der dann kostenintensiv als Hausmüll entsorgt werden muss. Aus diesem Grund werden die braunen Tonnen künftig vor der Abfuhr kontrolliert.
Immer mehr Plastikbeutel, Joghurtbecher und andere nicht kompostierbare Stoffe gelangen in den Biomüll, der dann kostenintensiv als Hausmüll entsorgt werden muss. Aus diesem Grund werden die braunen Tonnen künftig vor der Abfuhr kontrolliert. Foto: Gemeinde Senden

Staunen und Bestürzen rief das auf die Leinwand projizierte Foto am Donnerstagabend bei den Mitgliedern des Umweltausschusses hervor. Denn in der dort gezeigten ausgeschütteten Biomüll-Ladung aus Senden wimmelte es nur so von Plastiktüten, Joghurtbechern und anderen nicht kompostierbaren Abfällen. Kein Einzelfall, wie Verwaltungsmitarbeiter Jörg Säckl anmerkte. Dieser Missstand herrsche nicht nur in Senden, sondern auch in den anderen Kommunen des Kreises.

„Im Kompostwerk kann zwischen Plastik und kompostierbarem Plastik nicht unterschieden werden“, erklärte Säckl auf WN-Nachfrage. Die Folge: Der stark verunreinigte Bio-Abfall muss wie Hausmüll behandelt werden. Statt 74,80 Euro pro Tonne (bisher 69 Euro) für die Kompostierung fallen dann 149 Euro pro Tonne für die anderweitige Entsorgung an. Die so entstehenden Mehrausgaben werden auf alle Gebührenzahler umgelegt – also auch auf diejenigen, die ordnungsgemäß sortieren.

Trotz dieser und anderer wachsender Kosten – zum Beispiel durch wilde Müllkippen (rund 16 000 Euro) – muss die Müllgebühr auch im kommenden Jahr nicht angehoben werden. Der Grund: „Wir hatten 2018 einen heißen Sommer, sodass weniger Bio-Müll angefallen ist. Dadurch hat sich eine Überdeckung der Kosten ergeben“, berichtete der Verwaltungsmitarbeiter den Kommunalpolitikern. lediglich dank des überschüssigen Betrages aus dem Vorjahr könne der Gebührenausgleich für das kommende Jahr erreicht werden.

Als kreisweite Kostenbremse sollen die nach der Jahreswende einsetzenden Kontrollen der Biotonnen dienen. Behälter, in denen Plastik entdeckt wird, bleiben ab dann stehen ( WN berichten). In solchen Fällen habe der Eigentümer zwei Alternativen, erläuterte Säckl: Entweder sortiert er den Plastikmüll aus der Biotonne heraus und wartet bis zur nächsten Abfuhr in zwei Wochen. Oder er lässt den Inhalt der Tonne auf eigene Kosten als Hausmüll teuer entsorgen.

Doch nicht nur durch die steigenden Kosten, sondern auch durch die schrumpfenden Einnahmen wächst der Druck auf die Abfallgebühren: „Für 2019 hatten wir ursprünglich Erlöse in Höhe von rund 130 000 Euro kalkuliert. Im nächsten Jahr rechnen wir nur noch mit etwa 100 000 Euro“, führte Jäckl im WN-Gespräch aus.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) sinkt beispielsweise der Erlös für eine Tonne Altpapier von 90 Euro auf 73 Euro. „Geht das so weiter? Kann man da nichts machen?“, wollte Ausschussmitglied Josef Schulze Mönking (CDU) wissen. „Der Markt bestimmt den Preis“, entgegnete Säckl. Für die Gemeinde Senden gebe es diesbezüglich (leider) keine Einflussmöglichkeiten.

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