Gemeinde dankt für Einsatz der Flüchtlingshilfen
Flexibilität erleichtert Integration

Ottmarsbocholt/Senden -

Die Gemeinde dankt den Flüchtlingshilfe in Senden und den Ortsteilen für ihren Einsatz, der Integrationen einen Weg zu ebnen. Die Möglichkeit, flexibel auf Herausforderungen reagieren zu können, hat das dezentrale Unterbringungsmodell verstärkt.

Samstag, 30.11.2019, 07:00 Uhr
Das Gebäude an der Dorfstraße 78 wurde von der Gemeinde an den Eigentümer zurückgegeben. Ein Anlass für Bürgermeister Sebastian Täger und Fachbereichsleiter Holger Bothur, der Flüchtlingshilfe in Ottmarsbocholt, die die Räume lange genutzt hat, Danke zu sagen.
Das Gebäude an der Dorfstraße 78 wurde von der Gemeinde an den Eigentümer zurückgegeben. Ein Anlass für Bürgermeister Sebastian Täger und Fachbereichsleiter Holger Bothur, der Flüchtlingshilfe in Ottmarsbocholt, die die Räume lange genutzt hat, Danke zu sagen. Foto: di

„Es ist ein toller Anlass, ausdrücklich und von Herzen Danke zu sagen“, betont Sebastian Täger . „Denn die Rückgabe dieses Hauses an den Eigentümer, ist eine gute Gelegenheit, auf die Erfolge der Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Senden zurückzublicken“, so der Bürgermeister bei einem Fototermin in Ottmarsbocholt.

Die Gründe dafür, dass die Verwaltung den Mietvertrag für ein Privathaus in Ottmarsbocholt nicht verlängert und es jetzt „offiziell zurückgibt“, sind erst mal positiv: Der Platz wir nicht mehr gebraucht. „Die Menschen gehen mehr und mehr ihren eigenen Weg und finden Wohnraum im freien Wohnungsmarkt“, so bringt es Holger Bothur auf den Punkt. Der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Ordnung und Soziales, fügt hinzu: „Das ist erfreulich, denn es ist ein Zeichen, dass einige von ihnen in Senden richtig angekommen sind. Natürlich verlieren wir nicht aus dem Blick, dass es sich um Einzelschicksale handelt und es für jede Person unterschiedlich schwierig ist, hier Fuß zu fassen.“

Zahl der Flüchtlinge, die betreut werden, geht zurück

Auch der Bedarf an Sprachkursen geht zurück, so Reinhard Dabbelt von der Flüchtlingshilfe Senden e.V., der sich in Ottmarsbocholt engagiert. Viele, die bereits länger in Senden leben, haben die Integrationskurse erfolgreich absolviert. Und nicht zuletzt sinkt auch die Zahl der Flüchtlinge, die in Senden betreut werden. Im November 2019 lebten 470 Personen aus mehr als 30 verschiedenen Herkunftsländern in Senden, davon circa 200 in Unterkünften, die die Gemeinde bereitstellt.

Um flexibel auf die so genannte „Flüchtlingswelle“, wie es in der Pressemitteilung der Gemeinde heißt, in den Jahren 2015/2016 reagieren zu können, mietete die Kommune insgesamt etwa 40 Wohnungen und Häuser von Privatpersonen an. So konnten die Flüchtlinge dezentral untergebracht werden. Das wirkte sich laut Bothur nicht nur positiv auf die Integrationsmöglichkeiten für die Menschen aus, sondern ermöglicht es auch, kostensparend und flexibel die jeweiligen Kapazitäten an die Zahl der Menschen anzupassen, erklärt der Fachmann die Vorteile dieser Lösung.

Viel Unterstützung unter einem Dach

Ein unscheinbares Wohnhaus. So präsentiert sich die Immobilie an der Dorfstraße 78. Doch tatsächlich verbarg sich an dieser Adresse gleichsam ein Multifunktionshaus. Mit Leben erfüllt wurde es durch den Einsatz der Flüchtlingshilfe in Ottmarsbocholt – die eng verbunden ist mit dem Namen Monika Dopp, die auch hier einen Impuls gesetzt hat.Die Arbeit mit und für Menschen, die in Ottmarsbocholt eine neue Heimat gefunden haben, reicht weit zurück: Schon seit 2013 wurde im Kindergarten St. Urban Deutschunterricht erteilt. Die Flüchtlingshilfearbeit setzt 2015 ein. Zunächst im Pfarrheim beziehungsweise Kindergarten wurde die deutsche Sprache circa 30 Personen aus mindestens zehn Nationalitäten, aufgeteilt in zwei kleinen Räumen und betreut von neun Helfern im Wechsel, an zwei Tagen vermittelt.Im Spätsommer 2016 erfolgte der Umzug zur Dorfstraße. „Bei der Renovierung packten alle gemeinsam mit an“, erinnert sich Gabriele Weber von der Flüchtlingshilfe Ottmarsbocholt. Die Gemeinde trug die Kosten für Handwerkerbedarf und Mobiliar, die Flüchtlingshilfe Senden für Lernmaterial, Kopierer und Tafeln. Im Nebengebäude wurde, mit finanzieller Unterstützung durch die Caritas, die Fahrradwerkstatt eingerichtet – dabei legten sich Bernie Suttrup und Otto Kasberg besonders ins Zeug.Steigende Flüchtlingszahlen erforderten eine Ausweitung des Unterrichtsangebotes und der Betreuerkreis erweiterte sich. Aufgrund des größeren Platzangebotes erfolgte eine Aufteilung in mehrere und kleinere Gruppen, womit die Möglichkeit bestand, differenzierter und individueller zu unterrichten. Doch das Haus war mehr als nur „Schule“ – „es entwickelte sich zum Treffpunkt und wurde zum wichtigen Kommunikationszentrum“, so die Flüchtlingshilfe in Ottmarsbocholt bei der „Rückgabe“ des Gebäudes. „Wir haben viel gelacht und geweint“, lautet das Resümee weiter. Die Unterstützung umfasste bei Weitem nicht „nur“ den Deutschunterricht – der durch Integrationskurse oder Umzüge weniger nachgefragt wurde – , sondern Hilfe wurde auch bei Behördengängen, Arztbesuchen und dem Einstieg in die Arbeitswelt geleistet.Die Arbeit läuft, weniger intensiv, weiter. Seit November 2019 im Spieker. -di-

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Und dafür steht das Haus in Ottmarsbocholt beispielhaft: Seit April 2016 hatte die Gemeinde das Gebäude in der Dorfstraße 78 gemietet. Zunächst zur Unterbringung von Flüchtlingen. Als dieser Bedarf wieder sank, aber noch nicht absehbar war, wann wieder mehr Flüchtlinge nach Senden kommen würden, stellte die Gemeinde die Räume erst einmal der Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Diese bot in dem Haus vor allem Sprachkurse an und betrieb im rückseitigen Anbau eine Fahrradwerkstatt. Das Angebot der Werkstatt wird in Ottmarsbocholt übrigens aufgegeben, in Senden wird es weitergeführt.

Menschen brauchen weiterhin Hilfe

Auch wenn die Situation sich, im Vergleich zu den Jahren 2015 und 2016 deutlich entspannt hat, kommen nach wie vor Menschen nach Senden. Dabei handelt es sich vor allem um sogenannte Familiennachzüge, aber auch Zuweisungen des Landes NRW, erklärt Bothur. „Und auch diese Menschen benötigen unsere Hilfe“, stellt er klar. Und er bedankt sich gemeinsam mit dem Bürgermeister nicht nur für den selbstlosen Einsatz der Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe, sondern auch für die breite Unterstützung durch die Sendener Bürgerinnen und Bürger.

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