Obstwiese am Standort Hagenkamp scheitert am Veto der CDU
Beim Jubeln endet die Eintracht

Senden -

Eine öffentliche Jubelwiese, auf der zu besonderen Anlässen Obstbäume gepflanzt werden dürfen, ist weiterhin nicht in Sicht. Ein Vorschlag der Grünen, ein solches Areal am Hagenkamp einzurichten, fand aufgrund von Bedenken der CDU im Umweltausschuss keine Mehrheit.

Montag, 02.12.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 17:18 Uhr
Nach Vorstellung der Sendener Grünen könnte auf dem südlichen Teil der zwischen Hagenkamp und Stever gelegenen Freifläche eine mit Obstbäumen bestückte Jubelwiese entstehen. Dieser Vorschlag scheiterte im Umweltausschuss am Veto der CDU.
Nach Vorstellung der Sendener Grünen könnte auf dem südlichen Teil der zwischen Hagenkamp und Stever gelegenen Freifläche eine mit Obstbäumen bestückte Jubelwiese entstehen. Dieser Vorschlag scheiterte im Umweltausschuss am Veto der CDU. Foto: sff

Was den Königen recht ist, sollte dem Volk billig sein. Denn die Regenten der Schützenbruderschaft St. Johanni pflanzen schon seit 1988 Bäume im Königspark. Stattdessen sollen die Bürger an anderer Stelle eine öffentliche Jubelwiese erhalten, auf der sie zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder runden Geburtstagen einen Obstbaum pflanzen dürfen. Einen entsprechenden Antrag der Grünen hatte der Umweltausschuss im Juni einstimmig (bei einer Enthaltung) befürwortet.

Traditionspflege und Ökologie könnten auf diese Weise unter einen Hut gebracht werden. Das fanden seinerzeit Sprecher aller Fraktionen gut – lediglich ein „Jubel-Standort“ fehlte noch. Den lieferten die Grünen jetzt bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses nach: Das Areal möge auf dem südlichen Teil der Wiese zwischen Hagenkamp und Stever angelegt werden.

Dieser Vorschlag stieß bei den Christdemokraten allerdings auf keinen Jubel, sondern auf Bedenken: Die Wiese am Hagenkamp sei zu klein, warf Ulrich Röttger ( CDU ) ein. Und ob es denn tatsächlich eine Jubelwiese sein müsse, wollte Johannes Rave (CDU) wissen. Er schlug vor, die Bäume an verschiedenen Stellen im Ort zu pflanzen und so ein „Jubel-Dorf“ entstehen zu lassen. „Die Jubelwiese ist schon Beschlusslage“, machte der Ausschussvorsitzende Rolf Wiederkehr (Grüne) den Stand der Dinge deutlich. Bürgermeister Sebastian Täger erklärte, dass in der Verwaltung über einen geeigneten Standort nachgedacht worden sein. Aber: „Eine bessere Fläche als die am Hagenkamp ist uns aktuell nicht eingefallen.“ Im Bereich des Bürgerparks gebe es zwar ein großes, freies Areal zwischen Stever und Dümmer, räumte der Bürgermeister ein. Dort müsse allerdings noch grundsätzlich über die Art der zukünftigen Nutzung sowie über eine entsprechende Planung entschieden werden.

„Die Fläche am Hagenkamp ist für die Menschen von hohem Wert“, durch die Bäume werde ihnen der Bereich über lange Zeit entzogen. Außerdem gebe es in Senden „keine Obstbaumknappheit“, kritisierte Josef Schulze-Mönking (CDU) den Grünen-Vorschlag. Genau umgekehrt sah das Rolf Wiederkehr: „Das ist doch eine fantastische Aufwertung der Fläche. Sie dient der Ökologie und als didaktische Maßnahme für Kinder.“

Da die CDU bei ihren Bedenken blieb, fand die Grünen-Initiative bei sieben Ja- zu sieben Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung keine Mehrheit. Bei der Suche nach einer alternativen Fläche sollen jetzt die Landwirtschaftlichen Ortsvereine um Hilfe gebeten werden.

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