Dr. Henry Okeke stellt Buch über ferne und doch so nahe Igbo-Kultur vor
„Nachbarn in der einen Welt“

Senden -

Die Menschen im Münsterland und die in seiner Heimat Nigeria sind gar nicht soweit voneinander entfernt, wie mancher meinen mag. Das möchte Dr. Henry Okeke, gemeinsam mit Prof. Dr. Detlev Dormeyer, den Sendenern, Ottmarsbocholtern und Bösensellern mit einem Vortrag näher bringen.

Samstag, 07.12.2019, 13:00 Uhr
Gemeinsam mit Prof. Dr. Detlev Dormeyer (l.) stellt Dr. Henry Okeke sein soeben in deutscher Sprache veröffentlichtes Buch in Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell vor.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Detlev Dormeyer (l.) stellt Dr. Henry Okeke sein soeben in deutscher Sprache veröffentlichtes Buch in Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell vor. Foto: sff

Wenn man dem Internet Glauben schenkt, dann beträgt die kürzeste Entfernung zwischen Deutschland und Nigeria 4621,65 Kilometer. Doch nicht nur geografisch ist das Heimatland von Pfarrer Henry Okeke , Priester der Weltkirche in St. Laurentius, weit entfernt. Auch kulturell erscheint das schwarzafrikanische Land für die allermeisten Europäer als dunkler Fleck auf der Landkarte. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Okeke in seiner soeben ins Deutsche übersetzten Doktorarbeit mit der Frage „Igbo-Religion und Christentum – ein unversöhnlicher Gegensatz?“

Gemeinsam mit dem in Bösensell ansässigen Theologen Prof. Dr. Detlev Dormeyer möchte er anhand seiner Dissertation nachweisen, dass die traditionelle Spiritualität seines Volkes sich gar nicht so sehr von der des Christentum unterscheidet. Interessierte sind zu drei Vortrags- und Diskussionsabenden willkommen: am 13. Dezember (Freitag) in Senden, am 16. Dezember (Montag) in Ottmarsbocholt sowie am 17. Dezember (Dienstag) in Bösensell, jeweils ab 19.30 Uhr im örtlichen Pfarrheim.

Dormeyer, der ein Geleitwort zu Okekes Dissertation geschrieben hat, hofft auf starke Resonanz. Denn: „Es sollte jeden Menschen interessieren, was es mit einem 50-Millionen-Volk in Afrika auf sich hat. Wir sind Nachbarn in der einen Welt.“ Vor diesem gedanklichen Hintergrund erschließe die „wissenschaftliche Pionierstudie“ auch Theologie-Laien „den neuen Kosmos“ der Religion in Afrika und der interkulturellen Theologie, führt Dormeyer aus und ergänzt. „Die Igbo sind ein Bauernvolk, das, obwohl es so weit entfernt ist, uns Münsterländern viel näher ist, als man zunächst glauben mag.“

„Man lebt bei uns in Großfamilien. Und wenn jemand arm ist, hilft die ganze Gemeinde – aber nicht, wenn jemand faul ist“, erzählt Okeke lächelnd. „Jeder muss in der Gemeinschaft seinen Beitrag leisten. Darum gibt es in der traditionellen Religion der Igbo keine Bettler.“ Ähnlich wie im Münsterland gründe der in weiten Teilen Afrika verbreitete Glaube in einer tief verwurzelten Spiritualität. So werden beispielsweise im Christentum die Heiligen um Fürsprache bei Gott gebeten. In der afrikanischen Kultur übernehmen die Ahnen diese Funktion. Und ebenso wie im christlichen Monotheismus basiere die Igbo-Religion auf einem „einzigartigen, alles übersteigenden Gott“, so Okeke.

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