Rumänienhilfe: Gutscheine gegen Spende
Zum Leben bleibt nicht viel übrig

Ottmarsbocholt -

Die Rumänienhilfe weist auf ihre Gutscheinaktion hin und schildert die Lage in dem osteuropäischen Land.

Mittwoch, 11.12.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 12:20 Uhr
Besprechen, wie die Hilfe organisiert werden kann (v.l.) Pfarrer Josef Girleanu, Klemens Rave und der Bürgermeister von Bargauani
Besprechen, wie die Hilfe organisiert werden kann (v.l.) Pfarrer Josef Girleanu, Klemens Rave und der Bürgermeister von Bargauani Foto: privat

Seit Jahren erklären sich Geschäftsinhaber bereit, für die Rumänienhilfe in der Adventszeit diese Gutscheine auf der Ladentheke anzubieten. Die Betriebe sind von außen durch ein Plakat gekennzeichnet. In folgenden Betrieben werden die Gutscheine gegen zehn Euro Spende verkauft: my store, St.-Urban-Apotheke, Vorspohl, Edeka und im Büro Rave .

Eine Spendenquittung kann Anfang nächsten Jahres ausgestellt werden, teilt die Rumänienhilfe mit. Dazu ist der Gutschein mit Adresse auf der Rückseite ins Büro Rave an der Dorfstraße zu bringen.

Dieses Geld, wie auch weiteres in den vergangenen Monaten zusammengekommenes Spendengeld von Privatpersonen und Vereinen, wird besonders im Winter für Nahrungsmittel, Medikamente und Brennholz für alleinstehende, ältere, kranke Personen dringend benötigt. Dieser Personenkreis wird vom Staat – je nach Schwere der Bedürftigkeit zwischen 50 Euro Sozialhilfe und, falls bettlägerig und auf eine fremde Person angewiesen, für Hilfe, Medikamente und Lebensunterhalt mit bis zu 400 Euro – unterstützt. Von der Gemeinde gibt es im Bedarfsfall zusätzlich 30 Euro und im Winter noch mal zehn Euro pro Monat. Wenn man aber weiß, dass ein Raummeter Brennholz jetzt inzwischen 110 bis 120  Euro kostet, bleibt in der kalten Jahreszeit zum Leben nicht viel übrig. Hier greifen unterstützend die Pfarrgemeinde St.-Maria-Magdalena mit Pfarrer Josef und weiteren Helfern und die Rumänienhilfe St. Urban mit ihrer Hilfe ein. Wegen oftmals unklarer Besitzverhältnisse und Korruption wird viel Holz illegal geschlagen, so die Pressemitteilung weiter. Der Spiegel berichtete noch am 1. November 2019 von der Holzmafia in Rumänien, die auch nicht vor Morden an Förstern zurückschrecke.

Seit einigen Monaten unterstützt Pfarrer Josef mit ihren Spenden zudem drei Familien ohne Väter. Seit drei Jahren besucht eine pensionierte Krankenschwester jede Woche circa 15 bis 20 bedürftige Personen, besorgt Medikamente, verbindet Wunden und greift auch ansonsten unterstützend ein. Pfarrer Josef betont, dass es eher mehr als weniger Hilfesuchende werden. Die Hilfe ist wichtig, aber auch das persönliche Gespräch, weil viele der Betroffenen alleinstehend und einsam sind. Das fremde Menschen unterstützend an sie denken, erfüllt viele mit Freude und Dankbarkeit. Und dieser Dankbarkeit für unterschiedlichste Hilfe schließen sich Pfarrer Josef in Ostrumänien und das Aktiventeam in Ottmarsbocholt gerne an.

Trotz mehrstündiger An- und Abfahrt ließen es sich Pfarrer Josef und der Bürgermeister aus Bargauani nicht nehmen, Klemens und Gertrud Rave auf ihrer Wohnmobiltour durch die Ukraine und Rumänien in den Waldkarpaten zu besuchen um einige Hilfsmöglichkeiten zu besprechen.

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Zum „deftigen Winteressen“ mit Wurste- und Leberbrot, Schrieven und Pfannkuchen laden die Helfer schon jetzt für den 19. Januar (Sonntag), um 11.30 Uhr, ins Pfarrheim ein. Spendenkonto: DE43 4015 4530 0035 8714 33.

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