Bürgermeister legt Etat-Entwurf vor
Unterm Strich ein sattes Plus angepeilt

Senden -

Die Gemeinde Senden erwartet, das Jahr 2020 mit einem satten Überschuss abzuschließen. Das ergibt sich aus dem Etat-Entwurf, den der Bürgermeister jetzt in den Rat einbrachte. Beschlossen wird das Zahlenwerk erst im März. Trotz günstiger Prognose mahnt Sebastian Täger an, Maß zu halten.

Freitag, 13.12.2019, 16:37 Uhr
Die Gewerbesteuer, eine der Hauptfinanzquellen der Gemeinde entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv. Verhalten optimistisch wird auch ihr Aufkommen für 2020 veranschlagt.
Die Gewerbesteuer, eine der Hauptfinanzquellen der Gemeinde entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv. Verhalten optimistisch wird auch ihr Aufkommen für 2020 veranschlagt. Foto: Ann-Kathrin Schriever

Mit Zuversicht blickt die Gemeinde Senden in die finanzielle Zukunft. Der gut 46 Millionen Euro umfassende Gemeinde-Etat soll nicht nur eine Punktlandung bei den Kommunal-Penunzen bescheren, sondern einen Überschuss. Für 2020, so veranschlagen es Bürgermeister und Kämmerei, werde ein Plus von 758 000 Euro im Gemeindesäckel erwartet.

Echter Ausgleich ohne Griff in Rücklagen

Die positive Prognose bezieht sich nicht nur auf die nächsten zwölf Monate. Vielmehr geht die Finanzplanung davon aus, dass auch die darauffolgenden Jahre (bis 2023) ein „echt ausgeglichenes“ Budget aufweisen, wie Bürgermeister Täger am Donnerstag bei der Etat-Einbringung im Rat betonte.

Der Griff in die Ausgleichsrücklage, um den Haushalt „fiktiv auszugleichen“, wie es im Fachjargon heißt, entfällt nicht nur, sondern das „Polster“ wird auch durch den angepeilten Überschuss wieder aufgefüllt. Das sei auch wichtig, so die Gemeinde, denn in Summe wurde die Ausgleichsrücklage von 2009 bis heute um 3,7 Millionen (und damit knapp die Hälfte) verringert. Womit Senden im Vergleich zu einigen anderen Kommunen im Kreis relativ schlecht dasteht – aber auch hohe Investitionen stemmt.

Gewerbesteuer sprudelt immer stärker

Sehr gut entwickelt sich in Senden die Gewerbesteuer. Sie spülte zwischen 2014 und 2019 mit durchschnittlich knapp 7,8 Millionen Euro gut 1,2 Millionen Euro mehr ins Gemeindesäckel als im Fünfjahreszeitraum zuvor (2010 bis 2014) – eine Steigerung von 18 Prozent. Die Wirtschaftsförderung trägt Früchte: 34 neue Unternehmen konnten seit 2015 in Senden neu angesiedelt werden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm um 763 auf 5129 zu.

Kennzahlen des Etat-Entwurfs für 2020

Die wichtigsten Einnahmen im Etat 2020:Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer: 11,9 Millionen Euro;Gewerbesteuer: 7,8 Millionen Euro;Schlüsselzuweisungen: 3,6 Millionen Euro (rund 550 000 Euro mehr als im Vorjahr), Grundsteuer B: 3,1 Millionen Euro.Die größten Posten bei den Aufwendungen bilden: Kreisumlage in Höhe von 11,9 Millionen Euro (Vorjahr: 11,6 Millionen Euro);Personal: 9,8 Millionen (Anstieg um 352 000 Euro); bilanzielle Abschreibungen: 5,4 Millionen Euro.Viel Geld für Bildung: Netto gibt Senden als Träger seiner Schulen 4,6 Millionen Euro aus, Fördermittel sind darin schon enthalten.

...

Eine „gewisse Eintrübung der Konjunktur“, so Bürgermeister Sebastian Täger im Pressegespräch, zeichne sich nach zehn Boom-Jahren ab und schlage sich in den Ansätzen für 2020 auch nieder. So wie Täger ohnehin das finanzielle Maßhalten anmahnt, da in zehn zurückliegenden Haushaltsjahren nur drei ohne rote Zahlen abgeschlossen wurden.

Die Gemeinde nutze aber zugleich die solide Ausgangslage, um in 2020 die Summe von 18,1 Millionen Euro zu investieren, 1,5 Millionen mehr als im Vorjahr.

Herausforderungen in Angriff nehmen

Dass die „aktuell erfreuliche Haushaltssituation“ vorrangig auf die „anhaltend gute Konjunktur“ und Akquise als Wirtschaftsstandort zurückzuführen ist, betonte Täger gleich zu Anfang seiner 40-minütigen Haushaltsrede. Dass 2020 unterm Strich ein Plus von rund einer Dreiviertelmillion übrig bleiben soll, sei aber auch dem Umstand zu verdanken, dass der Kreistag eine deutliche Senkung der Kreisumlage beschlossen hat. Gegen ihre Höhe hatten die Bürgermeister aller elf Städte und Kommunen des Kreises protestiert. „Es hat sich gelohnt, dass wir uns geschlossen mit dieser Vehemenz dafür eingesetzt haben“, resümierte Sendens Rathaus-Chef im WN-Gespräch, der ursprünglich nur einen Überschuss von gut 20 000 Euro im Visier hatte.

Die größten Einzelinvestitionen in 2020: Sanierung der Steverhalle (3,4 Millionen Euro); Umbau „Altes Zollhaus“ (1,6 Mio.); Umgestaltung Laurentius-Kirchplatz und Umfeld (1,3 Mio.), für die auch öffentliche Mittel zurückfließen.

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