Alfons Hues verlässt CDU-Fraktion
Neue Konstellationen im Rat

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Alfons Hues, stellvertretender Bürgermeister und politisches Urgestein, verlässt die CDU-Fraktion. Im Rat ergeben sich jetzt neue Konstellationen und womöglich auch Mehrheiten.

Freitag, 13.12.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 17:58 Uhr
Alfons Hues, im Bild mit Sebastian Täger, den er als Bürgermeister-Kandidaten begrüßt.
Alfons Hues, im Bild mit Sebastian Täger, den er als Bürgermeister-Kandidaten begrüßt. Foto: di

Alfons Hues leitete die Trennung ein, ob es aber auch zu einer Scheidung kommt, ist noch offen. Hues, als politisches Urgestein seit 1994 in den Gremien, sorgte für einen Paukenschlag zum Jahresausklang. Offenbar überraschend für seine Parteikollegen kündigte er – wie berichtet – am Donnerstag im Rat seinen Rückzug aus der CDU-Fraktion an. Bis Ende März möchte er entscheiden, in welcher Form er seine politische Tätigkeit weiter organisiert.

Ab jetzt nimmt Hues als fraktionsloses Ratsmitglied weiterhin an der parlamentarischen Arbeit teil. Für die CDU-Fraktion bedeutet das Ausscheren von Hues, dass die Mehrheitsverhältnisse flexibler werden. Während die CDU bis zur Sommerpause mit einer Stimme Mehrheit ihre politischen Präferenzen notfalls auch gegen die Opposition durchsetzen konnte, änderte sich das bereits Anfang Oktober, als Rolf Laukemper der CDU als Partei und Fraktion den Rücken kehrte. Die damit eingetretene Pattsituation verschiebt sich weiter zum Lager von SPD, Grünen, FDP und UWG. Denn mit zwei Fraktionslosen könnten sich in der politischen Entscheidungsfindung neue Konstellationen ergeben.

Die CDU sieht das als Herausforderung an, bei allen Mandatsträgern Überzeugungsarbeit zu leisten, kündigte Dr. Christian Vogdt an. Es gehe um die „sachbezogene Diskussion“, wie sie auch in der CDU-Fraktion gepflegt werde. Vogdt, ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, betont auf WN-Anfrage in einer Stellungnahme zum Rückzug von Hues: „Wir müssen diese Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis nehmen.“ Es bleibe „sein tatkräftiges Engagement über viele Jahre und auf vielen Ebenen“, würdigte Vogdt namens der CDU weiter. Die persönliche Entscheidung und persönliche Entwicklung, die zu diesem Schritt geführt haben, müsse man aber respektieren. Die Tür zur Fraktion werde nicht zugeschlagen: „Es hat viele Gesprächsangebote gegeben und es wird sie auch weiterhin geben.“

Hues, dessen politische Heimat die CDU bildet – „im Herzen bin ich ein Schwatter“, sagte er im Rat – hadert nicht mit der Partei, sondern mit einzelnen Protagonisten in der Fraktion. Die Enttäuschung über das interne Klima und einzelne Entscheidungen – beim Thema Dümmer-Seitenweg stimmte ­Hues gegen die Parteiräson – hätten ihn „nach reiflicher Überlegung“ dazu gebracht, der CDU-Fraktion in Senden Adieu zu sagen, ihr im Coesfelder Kreistag aber weiterhin angehören zu wollen.

Im März feiert Hues sein Zehnjähriges als erster stellvertretender Bürgermeister. Dann stellt er die Weichen, wie er sich weiterhin in der Politik engagiert.

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