Rad-Abstellanlage soll im März fertig sein
Teurer und wertvoller „Parkplatz“

Senden -

Im Laufe des März soll die Abstellanlage für Fahrräder eingeweiht werden, die an der Haltestelle Siebenstücken entsteht. Was noch fehlt, sind Innenausstattung und begrüntes Dach. Die Baukosten fallen überraschend hoch aus.

Montag, 16.12.2019, 17:42 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 18:08 Uhr
Schmuckstück in besonderer Lage: Die Baukosten für die 44 Fahrradstellplätze belaufen sich auf rund 200 000 Euro.
Schmuckstück in besonderer Lage: Die Baukosten für die 44 Fahrradstellplätze belaufen sich auf rund 200 000 Euro. Foto: di

Besonders flott sind Schreibtisch oder Werkstatt in Münster mit dem eigenen Auto nicht zu erreichen. Jedenfalls zu den Stoßzeiten kriecht die Blechschlange zwischen Stevergemeinde und Oberzentrum oftmals nur. Der Schnellbus nach Münster macht hingegen seinem Namen meistens alle Ehre. Dass dabei das Portemonnaie und die Umwelt geschont werden, kommt zum entspannten Surfen oder Schmökern im ÖPNV noch dazu. Erklärtes Ziel der Gemeinde Senden ist es deshalb, mehr Pendler (und sonstige Autonarren) zum Umsteigen zu animieren. Eine Komponente dabei: Das Vernetzen unterschiedlicher Verkehrsmittel soll komfortabler werden.

Anreiz zum Umstieg schaffen

Genau dazu dient die Fahrradabstellanlage, die an der Haltestelle Siebenstücken errichtet wird. Ein Vorhaben, das selbst zeitweise im „Stau“ steht. Doch jetzt nennt Klaus Mende , stellvertretender Leiter des kommunalen Bau-Ressorts, einen Termin, bis wann das Vorhaben sein Ziel erreicht haben soll: Zum März hin, so Mende, soll die Anlage in Betrieb gehen. 44 Drahtesel können dann dort, geschützt vor Diebstahl und Vandalismus, geparkt werden.

Wir müssen unser Mobilitätsverhalten ändern.

Petra Volmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden

Der „Rohbau“ steht immerhin, denn das Grundgerüst, das das Dach tragen soll, wurde inzwischen in­stalliert. Auf die gerade absolvierten Stahlbauarbeiten mit Balkenlage folgt nun eine Überdachung mit einer Besonderheit: Das Dach der Radstation, die einen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität leisten soll, wird begrünt. Und trägt damit zum Erhalt der Artenvielfalt und der Insekten bei.

Handwerker beißen bei Ausschreibung noch nicht an

Auch dieser Auftrag war schon von der Gemeinde ausgeschrieben worden. Doch in der ersten Runde, bei der örtliche Betriebe in den Blick genommen worden waren, wurde der „Job“ nicht vergeben. Eine zweite Ausschreibungsrunde mit großem Radius, geht am Donnerstag (19. Dezember) zu Ende. Sollte auch dann kein Betrieb „anbeißen“, werde die Baustelle dennoch nicht ruhen, kündigte der stellvertretende Bauamtsleiter an, andere Wege bei der Vergabe zu finden.

Radler können sich als Nutzer melden

Wer einen Stellplatz in der neuen Anlage an der Haltestelle Siebenstücken erhalten möchte, kann sich ab sofort bei der Bauverwaltung der Gemeinde melden. Kontakt: e.schulte@senden-westfalen.deDie Nutzer – eine Gebühr wird zumindest vorerst nicht erhoben – bekommen einen Transponder, um das Tor in der Umzäunung der Anlage zu öffnen. Dafür wird ein Pfand in Höhe von 50 Euro fällig.Aus Sicht von Petra Volmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde, ist ein Umsatteln dringend nötig: „Wir müssen unser Mobilitätsverhalten ändern. Ein Schritt in diese Richtung ist es sicher, dies so angenehm und attraktiv wie möglich zu machen.“ Volmerg erwartet: „Wenn ich mein Rad an der Haltestelle sicher und geschützt abstellen kann, bin ich eher bereit, es den ganzen Tag dort zu lassen und mit dem Bus den Rest des Weges zurückzulegen.“

...

Keine „Speichenkiller“ im Innenleben

Das Innenleben der Abstellanlage ist schon geordert und soll den Standards des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) genügen. „Keine Speichenkiller“, betonte Mende. Wenn Innenausstattung, Dach und die Umzäunung stehen, kann die Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Die Räder parken nicht in einzelnen „Zellen“, sondern die gesamte Abstellanlage wird durch ein Tor zugänglich sein.

Die Gemeinde geht davon aus, dass die Stellplatzzahl vorerst ausreicht. „Sonst müssen wir anbauen“, hieß es im Rathaus.

Hohe Baukosten wegen besonderer Lage

Die Baukosten der Abstellanlage belaufen sich auf rund 200 000 Euro, so die Angaben von Klaus Mende, stellvertretender Leiter des Bauressorts. Ein Grund für die hohe Summe sei, dass die Radstation in den bestehenden Wall gebaut worden sei und sich in diesen einfüge. 90 Prozent der Kosten werden vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gefördert. Die Lage der neuen Abstellanlage ist auch deshalb günstig, weil von dort nicht nur die S 90, sondern wohl auch ein Haltepunkt der anvisierten Expresslinie X 90 erreicht werden kann, der im Bereich Huxburg/B 235 entstehen soll.

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