Händler stellen sich Herausforderungen durch Online-Handel und Nachbarmetropole
Shopping ohne Stau und Stress

Senden -

Die Identifikation mit dem Ortskern, der Piazza rund um den Brunnen, hat in den vergangenen Monaten zugenommen, so der Eindruck der Einzelhändler. Sie stehen aber weiter unter Druck angesichts von Online-Handel und dem benachbarten Oberzentrum.

Mittwoch, 18.12.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 19.12.2019, 09:54 Uhr
Stressfreies Bummeln: Nadine Palz (Parfümerie, v.l.), Werner Rolfes (Optik Dalinghoff), Nina Lenz (Foto aktuell), Christian und Wolfgang Brox sowie Klaus-Volker Brandt (Trendshop) stehen stellvertretend für Händler im Ortskern, die am Samstag ein längeres Shoppen anbieten.
Stressfreies Bummeln: Nadine Palz (Parfümerie, v.l.), Werner Rolfes (Optik Dalinghoff), Nina Lenz (Foto aktuell), Christian und Wolfgang Brox sowie Klaus-Volker Brandt (Trendshop) stehen stellvertretend für Händler im Ortskern, die am Samstag ein längeres Shoppen anbieten. Foto: di

Kurze Wege für Kurzentschlossene: Viele Einzelhändler bieten am Samstag (21. Dezember) noch die Gelegenheit zum entspannten Bummeln vor der Haustür an. Wer Hektik, Staus und Schlangen in Münster entfliehen möchte, ist vor Ort an der richtigen Adresse, animieren die Händler zum Shoppen in der Heimat. Um Einkaufen schmackhaft zu machen, haben viele Geschäfte bis 18 Uhr geöffnet. Eckhard Lotto beschert als musikalischer Weihnachtsmann von 13 bis 17 Uhr dazu das Kulturprogramm für den guten Zweck.

Mit dem Last-Minute-Shopping, das in diesem Jahr seine dritte Auflage erlebt, geht das Gewerbe in die Offensive. Denn beim Buhlen um die Kundschaft gelte es, weiterhin möglichst viel Energie zu mobilisieren. Wobei gilt, dass die Händler im Herzen zwei parallele Entwicklungen beobachten. Einerseits habe das Wir-Gefühl „auf jeden Fall zugenommen“, wozu maßgeblich der Sendener Feierabend und die Verlagerung des Marktes (eine alte Forderung der Kaufleute, wie es im WN-Gespräch hieß) beigetragen haben. „Hier wohne ich, hier lebe ich, hier feiere ich“, dieser Dreiklang habe mehr Köpfe erobert, resümiert Werner Rolfes, Inhaber von Juwelier-Optik Dalinghoff. Dieser Schwung der verstärkten Identifikation mit Sendens Mitte müsse erhalten und gestärkt werden, geben die Kaufleute als Devise aus. Andererseits bleibe es dabei, dass sie den Sog von Online-Handel und Attraktivität des Oberzentrums Münster spüren. Eine Kehrtwende ist da nicht in Sicht: „Der Internethandel nimmt weiter zu“, lautet das Fazit von Wolfgang Brox.

Doch vielleicht, so ihre Hoffnung, spielt ihnen in die Hände, dass das Bewusstsein um sich greift, dass das persönliche Kaufverhalten weitreichende Folgen hat. „Die Kunden entscheiden selbst mit, was es vor Ort gibt“, unterstreichen die Ladenbetreiber. Denn: Das Sortiment, das nachgefragt werde, finde sich dann auch in den Regalen. Mal abgesehen davon, dass die Händler gerne alles besorgen, was das Herz der Kunden begehrt.

Auch der Umkehrschluss werde den Bewohnern in Senden immer mehr klar. Dass der Rückzug von Geschäften – gerade erst der Blumenladen Villa la fleur an der Gartenstraße – weiter fortschreitet, wenn nur am Bildschirm geguckt und mit der Maus geklickt wird, statt den heimischen Händlern eine Chance zu geben.

Sie jedenfalls wissen, dass das Weihnachtsgeschäft für manche Sortimentssparten nicht mehr starke Umsatzsprünge beschert, aber bis Heiligabend am Vormittag dauert. Um Online-Giganten von Amazon bis Zalando Paroli zu bieten, setzen die Sendener Händler auf persönliche Beratung. „Wir nehmen die Kunden mit und kümmern uns“, so Klaus-Volker Brandt.

Ein weiteres Vorzeichen könnte ebenfalls eine Rückbesinnung auf den Handel vor Ort fördern: Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit schneidet der Bummel ökologisch besser ab als das Bestellen im Netz, das oft noch Retouren beschert. Hinzu kommt, dass vor Ort justiert, angepasst und repariert werden kann.

Die Händler gehen zuversichtlich in den Weihnachtsendspurt und an die sonstigen Herausforderungen wie die Baustellen im Ortskern heran. Ob Gartenstraße oder Kirchplatz – die Eingriffe seien sofort bei der Frequenz im Laden spürbar. Aber auch nur eine Durststrecke. Die Verwandlung werde Senden gut tun, so die Erwartung.

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