Agnes Puhe leitet seit 25 Jahren Nähkursus mit hohem Wohlfühlfaktor
Gut gelaunt nach Strich und Faden

Senden -

Seit 25 Jahren leitet die Damenschneiderin und Schnitt-Direktrice Agnes Puhe einen Nähkursus des Katholischen Bildungswerkes. Für die Frauen ist es ein Ort der Kommunikation und Gemeinschaft mit hohem Wohlfühlfaktor.

Freitag, 20.12.2019, 10:00 Uhr
Gruppenbild mit der Chefin Agnes Puhe auf dem Tisch: Den Kursus des Katholischen Bildungswerkes gibt es seit 25 Jahren. Für die Frauen ist er zu einem Ort mit hohem Wohlfühlfaktor geworden, an dem bei Bedarf auch alltagspraktische Lebenshilfe geleistet wird.
Gruppenbild mit der Chefin Agnes Puhe auf dem Tisch: Den Kursus des Katholischen Bildungswerkes gibt es seit 25 Jahren. Für die Frauen ist er zu einem Ort mit hohem Wohlfühlfaktor geworden, an dem bei Bedarf auch alltagspraktische Lebenshilfe geleistet wird. Foto: anw

Montagabends von halb sieben bis halb zehn gehört der Textilraum der Edith-Stein-Schule den Frauen des Nähkurses von Agnes Puhe, der nunmehr seit 25 Jahren besteht. Kein Schullärm stört dann die Näherinnen. Sie sind ganz allein und unter sich. Die Nähmaschinen rattern. Es wird gelacht, geplaudert und gefachsimpelt.

Irgendjemand hat frischen Kaffee gekocht. „Der schmeckt uns eigentlich immer, auch abends“, sagt Iris Weintz . Die Sendenerin gehört dem Kursus des Katholischen Bildungswerks (KBW) seit 15 Jahren an. „Ich wollte lernen, wie man Kinderkleidung repariert und Kleinigkeiten näht“, berichtet sie von der Zeit, als der eigene Nachwuchs noch den Kindergarten besuchte. Heute reichen ihre Nähfertigkeiten weit über das bloße Reparieren von Kleidungsstücken hinaus. Gerade näht sie ein T-Shirt. „Der nächste Sommer kommt bestimmt.“

Wenn die Frauen mit ihrer Näharbeit einmal nicht mehr weiterkommen, fragen sie Agnes Puhe. Gerlinde Krause schmunzelt und sagt: „Manchmal geht es für jede Naht zu Agnes.“ Die Chefin ist gelernte Damenschneiderin und ausgebildete Schnitt-Direktrice. Sie weiß immer Rat. „Und das bedeutet manchmal auch, dass man die Naht wieder auftrennen muss“, sagt die 68-Jährige. Schließlich sollen T-Shirt, Hose, Jacke oder Kleid ja richtig sitzen.

Gertrud Zimmer, Gerlinde Krause und Käthe Faber sind konzentriert, kreativ und mit Freude bei der Näharbeit.

Gertrud Zimmer, Gerlinde Krause und Käthe Faber sind konzentriert, kreativ und mit Freude bei der Näharbeit. Foto: anw

Puhe ist während ihrer Kurse stets an ihrem extrahohen und großen Tisch zu finden, der irgendwann eigens für die Kursleiterin angefertigt wurde. Dort können die Teile, die zu einem Kleidungsstück zusammengenäht werden sollen, noch einmal von der Chefin überprüft werden. Sie kontrolliert anhand des Schnittmusters, vermisst die Teilstücke eventuell noch einmal und steckt sie neu zusammen: „Siehst du, so musst du das machen, dann passt das auch nachher“, weiß die Schneiderin für jedes (Näh-)Problem eine Lösung – Tipps und Kniffe inbegriffen. Was nicht perfekt ist und den Regeln der Nähkunst widerspricht, sieht die Fachfrau auf den ersten Blick. Rein gar nichts entgeht ihrem geschulten Auge.

Die Ottmarsbocholterin kam mit 14 Jahren in die Lehre und wurde Damenschneiderin, entwarf als Schnitt-Direktrice eigene Kollektionen. Schließlich machte sie sich selbstständig und begann auch, Nähkurse zu geben – unter anderem in Senden und in Münster. Dort lernte Karin Strohbücker die Schneiderin kennen und war begeistert von ihrer Art, Nähunterricht zu geben. „Ich bin vor 30 Jahren mit der Näherei bei Agnes Puhe angefangen, damals noch zusammen mit meiner Mutter“, erinnert sich Strohbücker.

Wenn Nähkurse, dann nur bei Agnes.

Karin Strohbücker

Als Puhe die Kurse vor einigen Jahren in Münster aufgab, war für Karin Strohbücker eins klar: „Wenn Nähkurse, dann nur bei Agnes“ und meldete sich in Senden an. Seitdem kommt sie jeden Montagabend aus Wolbeck. Auch die anderen Frauen fühlen sich sehr wohl unter den Fittichen der Schneidermeisterin. „Unser Kurs ist dauervoll“, so Puhe.

Es ist längst nicht nur die Liebe zur Näherei, die die insgesamt zwölf Frauen zum Teil schon seit 25 Jahren eint. Edeltraut Heimann, Gisela Hemkendreis, Barbara Kremerskothen, Gerlinde Krause, Hilde Anna Lorenz, Marianne Reckers, Karin Strohbücker, Gabriele Tinz, Iris Weintz, Gertrud Zimmer, Karin Frödrich und Käthe Faber sind zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen.

Wir kennen jede einzelne Lebensgeschichte von uns.

Iris Weintz

Da wird das Nähen manchmal zur Nebensache, und die Gespräche untereinander nehmen an Fahrt auf. „Wir kennen jede einzelne Lebensgeschichte von uns“, sagt Iris Weintz, „und zwar mit allen Höhen und allen Tiefen.“ Und so ist der Nähkursus des Katholischen Bildungswerkes auch ein Ort, an dem es nach Bedarf alltagspraktische Lebenshilfe gibt – hoher Wohlfühlfaktor inklusive.

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