Heimatverein möchte historische Feldscheune der Nachwelt erhalten
Aus Alt mach neue Nutzung

Senden -

Der Heimatverein Senden möchte die vermutlich aus dem Jahr 1865 stammende Fachwerkscheune des ehemaligen Hofes Schulze Schölling abbauen und ortsnah wieder aufbauen. Dann soll das historische Gebäude auf verschiedene Weise öffentlich genutzt werden können.

Donnerstag, 26.12.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 27.12.2019, 12:02 Uhr
Gemeinsam mit Martin Schulze Forsthövel (l.) und dessen Vater Karl Schulze Forsthövel (2.v.r.) nahmen Agnes Wiesker und Karl Schulze Höping die Fachwerkscheune in Augenaschein.
Gemeinsam mit Martin Schulze Forsthövel (l.) und dessen Vater Karl Schulze Forsthövel (2.v.r.) nahmen Agnes Wiesker und Karl Schulze Höping die Fachwerkscheune in Augenaschein. Foto: sff

Zugegeben: Ein Schmuckstück ist die alte Feldscheune im jetzigen Zustand nicht. Doch sie hat historischen Wert – und man kann etwas Schönes und zugleich Nützliches für die Sendener Bevölkerung aus ihr machen. Davon ist der Vorstand des Heimatvereins überzeugt: „Ideen hätten wir genug. Was tatsächlich geht, darüber entscheidet letztendlich die Politik“, sagt die Vorsitzende Agnes Wiesker .

Bis es soweit ist, soll das Fachwerkgebäude des Hofes Schulze Schölling (heute Schulze Forsthövel) abgebaut und in seine Einzelteile zerlegt auf dem Grundstück des stellvertretenden Vorsitzenden Karl Schulze Höping zwischengelagert werden. „Das soll ehrenamtlich mit Hilfe von Handwerkern und Landwirten geschehen. Die Kosten für die benötigten Gerätschaften übernimmt der Heimatverein“, schildert Wiesker das geplante Verfahren.

Sobald ein neuer Standort gefunden ist und die Politiker grünes Licht gegeben haben, soll die alte Scheune in restaurierter Form wieder aufgebaut werden. „Wir wollen kein zweites Haus Palz errichten. Aber das Gebäude könnte als Lager, als Open-Air-Atelier oder als Überdachung für Public-Viewing und Angebote im Ferienprogramm genutzt werden“, nennt die Vorsitzende des Heimatvereins konkrete Nutzungsmöglichkeiten.

Aus Sicht des Heimatvereins ist die alte Feldscheune „ein eindrucksvolles Zeugnis der aufstrebenden Landwirtschaft nach der Bauernbefreiung, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“.

Aus Sicht des Heimatvereins ist die alte Feldscheune „ein eindrucksvolles Zeugnis der aufstrebenden Landwirtschaft nach der Bauernbefreiung, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“. Foto: sff

Schulze Höping geht davon aus, dass das Fachwerkgebäude etwa um 1865 entstanden ist: Seinerzeit sei der Hof nachhaltig verändert worden. Dabei seien Teile des alten Wohnhauses zur Errichtung der Feldscheune, circa 300 Meter vom Hof entfernt, wiederverwertet worden. „Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Zeugnis der aufstrebenden Landwirtschaft nach der Bauernbefreiung, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, beschreibt der stellvertretende Vorsitzend des Heimatvereins die historische Bedeutung der Feldscheune. Der Wandel in der Landwirtschaft in den 1970er Jahren habe das Gebäude zunehmend überflüssig gemacht, sagt Schulze Höping. Daher sei es als Unterstand für Landmaschinen genutzt worden. Nun werde das Gebäude überflüssig, weil die Familie Schulze Forsthövel an derselben Stelle eine neue Landmaschinen- und Lagerhalle errichten wolle.

Mit Vertretern der Sendener Verwaltung und der Fraktionen im Rat fanden bereits erste Ortsbesichtigungen statt (WN berichteten). „Die spätere Nutzung, den Ort des Wiederaufbaues, und die Finanzierung bedürfen allerdings noch intensiver Überlegungen“, verdeutlicht Schulze Höping den aktuellen Stand des Verfahrens. Für den geplanten Abbau und die folgende Einlagerung seien schon Bestandspläne angefertigt worden: „Jeder Balken erhält eine Nummer, die den Wiederaufbau erleichtert“, so Schulze Höping. Der Heimatverein bitte alle Sendener, „sich an einer Diskussion zu beteiligen, damit ein Stück historischer Bausubstanz erhält werden kann“.

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