Nahtloser Übergang bei Niemeyer’s: Hennes Herget übergibt an Timo Peters
„Die Gäste waren immer top“

Senden -

Die Traditionsgaststätte Niemeyer‘s 1886 bleibt den Sendenern weiterhin erhalten. Zum Jahresende treten Conny und Hennes Herget zwar in den Ruhestand. Durch den neuen Pächter Timo Peters ist ein nahtloser Übergang jedoch gesichert.

Freitag, 27.12.2019, 14:32 Uhr aktualisiert: 29.12.2019, 15:54 Uhr
Bei Niemeyer’s 1886 wird der Zapfhahn nicht hochgeklappt. Hennes Herget wird als Wirt von Timo Peters abgelöst.
Bei Niemeyer’s 1886 wird der Zapfhahn nicht hochgeklappt. Hennes Herget wird als Wirt von Timo Peters abgelöst. Foto: di

Das Licht hinter den Butzenscheiben geht nicht aus. Aber hinter der Holzfassade der Gaststätte an der Herrenstraße ändert sich einiges. Zum Ende des Jahres endet auch die Ägide von Conny und Hennes Herget als Wirtsehepaar des Hotel-Restaurants Niemeyer’s 1886. Ein neuer Pächter steht mit Timo Peters bereit. „Ich bin froh, dass jemand gefunden wurde“, betont Hennes Herget, dass ihm der Erhalt der Traditionsgaststätte auch eine Herzensangelegenheit ist, wenn er nicht mehr am Zapfhahn steht.

Den konnte er schon bedienen, als er als Knirps in Bockum-Hövel nicht mal ausgestreckt mit den Fingern an die Hebel heranreichte, berichtet der Wahl-Sendener. Das Gastronomie-Gen schlummerte in ihm, und im Lokal seiner Tante sammelte er schon früh Branchen-Erfahrung. Aus Neigung machte er die Gastlichkeit zu seinem Beruf. Nicht zuletzt wegen seines Talentes in der Küche. „Mir hat es gelegen zu kochen“, erzählt der heute 71-Jährige, warum er sich einstmals für eine Kochlehre entschieden hat. Als Stift hat er in Münster sein Handwerk in einem Betrieb der Gastronomiefamilie Horstmöller (die heute noch das alte Gasthaus Leve betreibt) „von der Pike auf gelernt“.

Eine Tugend, die sich Herget bewahrt und die ihm viel Zuspruch verschafft hat. „Die Gäste wissen zu schätzen, was wir gemacht haben“, so sein Resümee. Was er, ob bei Gesellschaften, externem Catering oder à la Carte auf den Tisch gebracht hat, kam „frisch aus der Pfanne“. Gutbürgerliche westfälisch gefärbte Küche war ein Markenzeichen – schon als das Ehepaar Herget 2003 nach Senden kam, das „Journal“ und später das „Schnitzelhaus“ betrieb.

Schnitzel blieben auch weiterhin ein Renner auf der Karte, als Conny und Hennes Herget Anfang 2013 die Regie im Restaurant Niemeyer’s übernahmen, während das Hotel bis 2018 noch separat geführt wurde. Rindfleisch mit Zwiebelsoße gehört ebenfalls zu den Klassikern, die eine regionale Note aufweisen.

Der Job als Koch, Wirt am Tresen und Unternehmer verlangt viel Zeit und Herzblut. Seine Berufswahl hat Hennes Herget aber „noch an keinem Tag bereut“. Im Gegenteil, es fällt ihm schwer, einen Schlussstrich zu ziehen: „Die Gäste waren immer top.“ Ob es ihm deshalb weh tut, Abschied zu nehmen? „Ja, logisch!“, sagt der 71-Jährige. Er weiß, dass es nicht so leicht wird, „von jetzt auf gleich runter zu fahren“.

Aber immerhin: Die Stammgäste könnten ihm erhalten bleiben. Denn er könne „auf die andere Seite der Theke wechseln“, schlägt Timo Peters seinem Vorgänger als Pächter vor, dessen Tradition er ab 14. Januar weiterführen und behutsam modernisieren will. Der 33-Jährige, ebenfalls Gastro-Profi, hat zuletzt als Geschäftsführer im „Kruse Baimken“ am Aasee in Münster gearbeitet.

Während Peters also vor einem beruflichen Ortswechsel steht, bleiben Conny und Hennes Herget ihrer Wahlheimat treu – in Senden als Mitglied in vier Schützenvereinen, beim VfL und sonstigen Clubs. Was er als Rentner nicht vermisst, ist die überbordende Bürokratie, die den Wirten schwer zu schaffen mache. Und wenn Hennes Herget im Ruhestand echte Ruhe braucht, geht er seinem Hobby nach – angeln.

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