Ortskernerneuerung: Gemeinde muss wegen Förderung nachverhandeln
ISEK-Kosten sprengen den Rahmen

Senden -

Die ursprünglich kalkulierten 14,12 Millionen Euro für die ISEK-Maßnahmen reichen nicht aus. Nun müssen die Politiker entscheiden, welche Straßen im Ortskern neu gestaltet werden sollen. Die Verwaltung muss sich parallel dazu bei der Bezirksregierung um zusätzliche Fördermittel bemühen.

Freitag, 03.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 14:00 Uhr
Die Neugestaltung des St.-Laurentius-Kirchplatzes sowie des angrenzenden Bereiches der Münsterstraße ist finanziell gesichert und geht jetzt in die Schlussphase.
Die Neugestaltung des St.-Laurentius-Kirchplatzes sowie des angrenzenden Bereiches der Münsterstraße ist finanziell gesichert und geht jetzt in die Schlussphase. Foto: sff

Keine Frage: 14,12 Millionen Euro sind ein ordentlicher Batzen Geld. Mit diesem Investitionsaufwand vor Augen hat sich die Gemeinde Senden 2014 auf den Weg gemacht, um das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) umzusetzen. Dazu war die Hälfte der Summe, also 7,06 Millionen Euro, durch Förderungen aus Städtebaumitteln in Aussicht gestellt.

„Im Laufe der Zeit haben wir jedoch festgestellt, dass die 54 beschlossenen ISEK-Maßnahmen, für die wir anfangs nur Kostenansätze hatten, in dem vorgesehenen finanziellen Rahmen nicht realisierbar sind“, räumt Bürgermeister Sebastian Täger im WN-Gespräch ein. Bisher seien rund 11,9 Millionen Euro investiert worden, sodass für das gesamte restliche ISEK-Paket nur noch 2,23 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Diese Summe reicht zur kompletten Umsetzung der geplanten Maßnahmen im Bereich Herrenstraße, Münsterstraße und Bakenstraße nicht aus. Und das, obwohl diverse Vorhaben schon zurückgestellt beziehungsweise aus dem ISEK-Gesamtpaket herausgenommen wurden, so zum Beispiel die Neugestaltung der nördlichen Münsterstraße und die Komplettierung des Wegesystems am Dümmer.

Zwei wesentliche Gründe nennt Täger, warum das noch zur Verfügung stehende Geld zu knapp ist: Zum einen seien die Baukosten seit 2014 um rund 20 Prozent gestiegen. Dieser Mehraufwand führe leider nicht automatisch zu einer Erhöhung des Fördervolumens. „Außerdem sind Maßnahmen hinzugekommen, zum Beispiel die Steverhalle. Ursprünglich war nur eine Dachsanierung vorgesehen. Jetzt machen wir eine umfassende energietechnische Sanierung, sodass wir in einen Bereich von fast fünf Millionen Euro kommen. Die Summe für die Steverhalle macht schon einen großen Teil des ursprünglichen 14-Millionen-Pakets aus“, erläutert der Bürgermeister.

Was also ist zu tun? Auf diese Frage müssen Politik und Verwaltung im neuen Jahr Antworten finden. „Der Vorschlag der Verwaltung lautet, die Schwerpunkte des ISEK in den kommenden Jahren auf die Ortskerngestaltung beziehungsweise auf die Herstellung der Verbindung vom Hafenplatz in den Ortskern zu legen“, führt der Bürgermeister aus. So sollen 2020 die Arbeiten am Hafenplatz und an der Bakenstraße weitergeführt werden.

Finanziell abgedeckt sind bereits die Neugestaltung des St.-Laurentius-Kirchplatzes sowie der Münsterstraße im Bereich Gaststätte Journal/Altes Zollhaus. Auch die denkmalgerechte Umgestaltung von Haus Palz zum Bürgerhaus „Altes Zollhaus“ ist gesichert. „Es wird nicht aus Städtebaumitteln, sondern zu 90 Prozent aus dem Programm soziale Integration im Quartier finanziert“, erklärt Täger. Zur Finanzierung weiterer ISEK-Maßnahmen im Ortskern bleibe die Gemeindeverwaltung „weiterhin im konstruktiven Dialog“, betont der Bürgermeister. Die grundsätzlichen Entscheidungen würden allerdings im Ministerium Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW getroffen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7168265?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Nachrichten-Ticker