Mersmann-Figuren sind restaurierungsbedürftig
Künstlerisches Erbe der Nachwelt erhalten

Senden -

Der 1975 verstorbene Künstler Paul Mersmann hat drei überlebensgroße Kunstwerke in seinem Garten an der Münsterstraße hinterlassen. Mittlerweile sind die denkmalgeschützten Statuen stark restaurierungsbedürftig. Gertrud Kleingräber setzt sich für ihren Erhalt ein.

Samstag, 11.01.2020, 13:00 Uhr
Gertrud Kleingräber weist auf das stark beschädigte Gesicht der „Frau mit Spiegel“. Restaurierungsbedürftig ist auch die „Amazone“ vor ihrem Haus, die der Gemeinde Senden gehört.
Gertrud Kleingräber weist auf das stark beschädigte Gesicht der „Frau mit Spiegel“. Restaurierungsbedürftig ist auch die „Amazone“ vor ihrem Haus, die der Gemeinde Senden gehört. Foto: sff

Gut 2,50 Meter groß, robust gebaut aus Beton. Und trotzdem hat der Zahn der Zeit kräftig an der „Frau mit Spiegel“ genagt. An Körper und Kleidung bröckelt und bröselt es an vielen Stellen. Da nutzt es auch nichts, dass Gertrud Kleingräber die Skulptur unter einen großen blauen Schirm gestellt hat. Ähnlich wie der „Frau mit Spiegel“ geht es zwei anderen Standbildern im Garten der Sendenerin: Auch die Kreuzigungsgruppe und der „Fährmann“ sind restaurierungsbedürftig. Diesen Zustand teilen sie sich mit der „Amazone“, die sich im Besitz der Gemeinde Senden befindet und vor Kleingräbers Haustür „Wache hält“.

Bei allen genannten Figuren handelt es sich um Arbeiten des 1975 verstorbenen Künstlers Paul Mersmann . Nun steht die Frage im Raum, auf welche Weise und mit welchen finanziellen Mitteln die denkmalgeschützten Skulpturen der Nachwelt erhalten werden können.

„Der Fährmann“ bringt das verstorbene Kind von Paul Mersmann zum „anderen Ufer“. Im Hintergrund trauert die Mutter.

„Der Fährmann“ bringt das verstorbene Kind von Paul Mersmann zum „anderen Ufer“. Im Hintergrund trauert die Mutter. Foto: sff

Ihr aus dem 19. Jahrhundert stammendes Fachwerkhaus an der Münsterstraße 40 hat Gertrud Kleinwächter 1993 gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann von Mersmanns Erben erworben und renoviert. „Dazu gehörten auch die künstlerischen Hinterlassenschaften im Garten. Den Fährmann haben wir vor elf Jahren auf eigene Kosten von dem Bildhauer Burkhard Klöter restaurieren lassen“, erzählt Kleingräber. Die fachgerechte Aufarbeitung aller drei Figuren werde voraussichtlich rund 15 000 Euro kosten und übersteige damit ihre finanziellen Möglichkeiten. Aus diesem Grund hat die Rentnerin jetzt die Gemeinde Senden und den Denkmalschutz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eingeschaltet. Deren Vertreter waren bereits vor Ort.

„Das Denkmalamt beim Landschaftsverband erarbeitet zurzeit einen Vorschlag bezüglich der fachgerechten Aufarbeitung“, berichtet Ewald Schulte, der sich bei der Gemeinde Senden um Fragen des Denkmalschutzes kümmert. „Das LWL entscheidet dann, mit welchen Materialien und auf welche Weise die Figuren restauriert werden dürfen“, führt Schulte aus. Über eine mögliche Bezuschussung müsse anschließend entschieden werden. Entsprechendes gelte für die „Amazone“, die der Gemeinde Senden gehört und auf öffentlichem Grund stehe. Hier fallen die Kosten zu Lasen der Kommune.

Aus Holz und Beton hat Paul Mersmann eine überlebensgroße Kreuzigungsgruppe geschaffen.

Aus Holz und Beton hat Paul Mersmann eine überlebensgroße Kreuzigungsgruppe geschaffen. Foto: sff

Gertrud Kleinwächter hofft, dass die Vorgaben von LWL und Gemeinde erfüllbar sind. Denn ihr ist aus künstlerischer wie heimatgeschichtlicher Sicht sehr daran gelegen, dass das Erbe von Paul Mersmann, der von 1967 bis zu seinem Tod 1975 in Senden gelebt hat, der Nachwelt erhalten bleibt. „Nach erfolgreicher Restaurierung steht mein Garten am Tag des offenen Denkmals für interessierte Besucher offen. Außerdem kann ich mir vorstellen, die Figuren im Zuge der Nachtwächterführungen des Heimatvereins öffentlich zugänglich zu machen“, macht Kleingräber deutlich, dass ihr die Anliegen am Herzen liegen.

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