Neujahrsempfang der Gemeinde Senden
Gut aufgestellt an Aufgaben heran

Senden -

Mit Zuversicht und aus einer guten Ausgangslage heraus stellt sich die Gemeinde Senden ihren Herausforderungen. Dies betonte Bürgermeister Sebastian Täger beim Neujahrsempfang. Wohnungsbau, Demografie, Mobilität, Digitalisierung und Klimaschutz bilden demnach die zentralen Aufgabenfelder.

Sonntag, 12.01.2020, 16:12 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 12:54 Uhr
Vor Vertretern von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und ehrenamtlich engagierten Bürgern zog Sebastian Täger Bilanz und wagte einen Ausblick.
Vor Vertretern von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und ehrenamtlich engagierten Bürgern zog Sebastian Täger Bilanz und wagte einen Ausblick. Foto: di

Der Mann auf der Kommandobrücke muss den Kurs bestimmen. Aber auch Kommunikation gehört zu den Kompetenzen des Kapitäns. Sebastian Täger , der, mit seinem ersten Offizier Klaus Stephan , die Gäste in der Halle 2 im Sportpark begrüßte, bewies am Pult, dass er auch als Redner über längere Routen am Wind bleibt. Denn, was der Rathaus-Chef resümierte, füllte 26 getippte Manuskriptseiten für den Rück- und weitere 14 Seiten für den Ausblick. Der Konzentrationsfaden im Publikum dürfte trotzdem nicht gerissen sein. Denn die Bilanz war ereignisreich, die Perspektiven wurden mit ein paar echten Neuigkeiten garniert und alles von Esmeralda, als temperamentvolle Meister-Geigerin auf der Bühne, umrahmt.

Bürgermeister-Kollegen fürchten um Leib und Leiben

Dass die Zeiten und Gewässer nicht eben leicht sind, durch die es zu navigieren gilt, schickte der Bürgermeister seiner Bilanz voraus. „2019 war international und national ein Jahr, in dem sich Umbrüche abzeichneten, aber auch gesellschaftliche Kluften auftaten“, konstatierte Täger. Aufgeregtheit und Polarisierung griffen um sich, statt dass sachlich um Lösungen gerungen werde. Dies gelte insbesondere für soziale Medien, in denen „zu Hass angestachelt“ werde. Dass daraus reale Gefahr erwächst, habe sich am Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke und dem Anschlag auf die Synagoge in Halle gezeigt. Dass Einschüchterung und Furcht längst die örtliche Ebene erreicht hätten, belegte Täger mit Hinweisen auf Bürgermeister-Kollegen, die um Leib und Leben fürchten.

Neujahrsempfang der Gemeinde Senden

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  • Temperamentvoll und virtuos: Geigerin Esmeralda gestaltete den musikalischen Rahmen des Neujahrsempfanges.

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  • Zog Bilanz des zurückliegenden Jahres und blickte auf die Herausforderungen Sendens: Bürgermeister Sebastian Täger.

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  • Vertreter aus Politik, Verwaltung, des Kreises und eine Vielzahl ehrenamtlich engagierter Bürger waren die Gäste in der Sporthalle 2.

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  • Blumen von Bürgermeister Täger an Geigerin „Esmeralda“.

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  • Rund 300 Gäste kamen in die Sporthalle.

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  • Impressionen vom Neujahrsempfang der Gemeinde Senden.

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In Senden hingegen werde „ganz überwiegend wertschätzend, sachorientiert und auf Lösungen statt auf Empörung ausgelegt“ diskutiert, würdigte Täger die intakte politische und bürgerschaftliche Debatten-Kultur. Was wohl umso wichtiger ist, als ein „arbeitsreiches Jahr“ zurückliegt, in dem „Politik, Verwaltung und vor allem engagierte Bürgerinnen und Bürger, wie Sie, sehr viel bewegt und erreicht haben“, wandte sich der Bürgermeister an die gut 300 Gäste in der Sporthalle.

Konsens über belastbare Klimaschutzziele

Als ein Beispiel für einen politischen Konsens mit substanziellen Ergebnissen nannte Täger die Klimaschutzresolution, die der Gemeinderat am 8. Oktober einstimmig verabschiedet hat. Damit greife die Gemeinde ein Thema auf, bei dem viele Bürger und viele Initiativen (unter anderem Senden blüht auf, Vorgarteninitiative, „Fridays for future“-Ortsgruppe, Agendagruppe sowie weitere Vereine und Schulen sowie Landwirte) selbst aktiv sind. Wie breit das intensive ehrenamtliche Engagement ist, habe der erstmals vergebene Bürgerpreis gezeigt, führte der Chef der Gemeindeverwaltung weiter aus.

Er teilte die Einschätzung, dass das Wir-Gefühl in Senden Aufwind erhalten habe – nicht zuletzt durch den „Feierabend“ auf der Piazza und den Wochenmarkt im Herzen des Ortskerns.

Ich würde es liebend gerne wieder machen.

Sebastian Täger spielt auf seine erneute Kandidatur als Bürgermeister an

Zu den Herausforderungen für die kommenden Jahre zählte der Rathaus-Chef den demografischen Wandel – der Senden älter macht, aber nicht schrumpfen lässt – , auf den mit verstärktem Wohnungsbau und Pflegeeinrichtungen reagiert werden müsse. Das entsprechende Projekt auf dem alten Holtruper Sportplatz, dessen erster Spatenstich im August erfolgte, werde nicht das letzte dieser Art in Senden sein, prognostizierte Täger.

Positive wirtschaftliche Ausgangslage

Die wirtschaftlichen Aussichten bezeichnete er als weiterhin positiv. Der Gemeindehaushalt werde, so der Etatentwurf, mit einem Plus von fast 760 000 Euro abschließen. Beim Zuwachs von Arbeitsplätzen (Olfen und Senden als Spitzenreiter im Kreisgebiet) und Steueraufkommen habe sich Senden erfolgreich entwickelt. Mit Blick auf die Verflechtungen mit dem Oberzen­trum Münster pocht Täger darauf, bei Wohnen und Mobilität integriert zu denken. Am Beispiel der weiteren Buslinie X 90 skizzierte er für den ÖPNV verheißungsvolle Aussichten.

Um Prosperität zu sichern, gelte es, sich der Digitalisierung zu stellen. Was in den Schulen Sendens geschehe und dort noch ausgebaut wird, kündigte der Bürgermeister an. Der Medienentwicklungsplan sehe bis 2023 Investitionen in Höhe von 1,55 Millionen Euro für Digitalausstattung der Schulen vor.

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