„Lauschsalon“ über Heinrich Heine
Im Kopf tun sich Welten auf

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Leben, Werk und Zeit Heinrich Heines brachte Anja Bilabel den Gästen in der Friedenskapelle der KuKiS näher. Begleitet wurde das Kopfkino von Verena Volkmer an der Harfe.

Dienstag, 14.01.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 15:26 Uhr
Leben, Werk und Zeit Heinrich Heines brachte Anja Bilabel, unterstützt von Harfenistin Verena Volkmer, bei der KuKiS näher.
Leben, Werk und Zeit Heinrich Heines brachte Anja Bilabel, unterstützt von Harfenistin Verena Volkmer, bei der KuKiS näher. Foto: sne

Nicht nur Bilder, sondern ganze Welten entstanden in den Köpfen der Zuhörer und Zuschauer, in Gang gesetzt von Anja Bilabel zu ausgewählten Texten von Heinrich Heine . Unterstützt wurde die münsterische Schauspielerin und Sprachkünstlerin in der Friedenskapelle der KuKiS von den sanften Tönen der Harfenistin Verena Volkmer.

Und so begann Bilabel in der ausverkauften Friedenskapelle gedankenverloren: „Es träumte mir von einer Sommernacht...“, ließ den Blick in den Raum schweifen, die Worte und Harfenklänge in der Stille wirken und setzte dann im Publikum die Vorstellungen von Tempelruinen, Sarkophagen und Fabelfiguren frei.

Weiter ging es mit Auszügen aus den Prosatexten „Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopski“ und dem „Rabbi von Bacharach“, dazwischen streute sie passend kurze, prägnante Gedichte ein. Immer wieder fügte Anja Bilabel dabei auch biographische Informationen über den Dichter und Schriftsteller ein und ordnete so sein Leben und Werk in das Geschehen der Weltgeschichte ein.

So erfuhren die Gäste, wie Heine durch seine Schriftstellerei versuchte, sich vom Makel des Judentums zu befreien und er durch seine liberale, rebellische Gesinnung immer wieder politisch auffiel, ein Teil seiner Werke unter die Zensur fiel und er schließlich versuchte, dem durch seine Emigration nach Frankreich zu entkommen.

Im zweiten Teil folgten Gedichte über die Liebe und den Tod, bekannte Balladen wie zum Beispiel „Lied von der Loreley“ oder „Belzazar“ sowie Spottgedichte wie „An den Nachtwächter“. Wieder nahm der Klang der Stimme das Publikum gefangen, spracht an und veranschaulichte, was eigentlich nicht da ist – nur in den Köpfen der Interpretin und des lauschenden Publikums.

Intensiv aufrüttelnd und hoch aktuell erscheint zum Schluss noch die Geschichte des jungen Almansors aus Heines gleichnamigem Theaterstück von 1823. Er thematisierte darin die Unterdrückung von religiösen Minderheiten durch eine Mehrheitsgesellschaft. Der Lauschsalon endete versöhnlich mit Heines sehr positiven Erkenntnis: „Gott wohnt in unseren Küssen“, denn die Liebe steht für Heine über allem.

So begaben sich die Zuhörer durchaus zufrieden und gut unterhalten nach Hause und bedankten sich bei den Künstlerinnen für den gelungenen Sonntagnachmittag.

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