Projektskizze nach Düsseldorf übermittelt
Express-Bus soll zum Umsteigen animieren

Senden/Coesfeld -

Zur Arbeit oder zum Shoppen in den Bus steigen – das soll ein neues Mobilitätskonzept schmackhaft machen, das im Kreis Coesfeld beispielhaft für das Land entwickelt wird. Die Projektskizze mit der Hoffnung auf Fördermittel ist jetzt an Düsseldorf übergeben worden.

Mittwoch, 15.01.2020, 16:06 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 20:13 Uhr
Präsentation der Planskizze (v.l.n.r.): Kreisdirektor Dr. Linus Tepe, Geschäftsführer Gerrit Tranel (ZVM Bus), Projektleiter Josef Himmelmann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kreis-Mobilitätsbeauftragter Mathias Raabe vor einem RVM-Schnellbus
Präsentation der Planskizze (v.l.n.r.): Kreisdirektor Dr. Linus Tepe, Geschäftsführer Gerrit Tranel (ZVM Bus), Projektleiter Josef Himmelmann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kreis-Mobilitätsbeauftragter Mathias Raabe vor einem RVM-Schnellbus Foto: Hüsing/Kreis Coesfeld

Er soll die Bereiche abseits des Schienennetzes an die Zentren anbinden und dabei Fahrtzeiten deutlich reduzieren: Das Konzept für den „Münsterland Express“ ist der Beitrag des Kreises Coesfeld zum Landesprogramm „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“, über das Fördermittel für das ambitionierte Vorhaben gewonnen werden sollen. Eine entsprechende Projektskizze für die Buslinie wurde am Mittwoch (15. Januar) über die Bezirksregierung Münster an das Verkehrsministerium in Düsseldorf übermittelt.

Im Vorfeld trafen sich die Beteiligten nun auf Einladung von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr am Busbahnhof in Lüdinghausen. Kern des Projekts ist eine Ergänzung des bestehenden ÖPNV-Angebots entlang der Achse der heutigen Schnellbus-Linie S 90, mit der die kreisangehörigen Kommunen Olfen, Lüdinghausen und Senden mit der Stadt Münster vernetzt, aber auch das Münsterland in Richtung Datteln mit dem Ruhrgebiet verbunden wird. Entlang der Achse soll ab August 2020 zusätzlich der Expressbus MX 90 verkehren, der für die Kunden einen erheblichen Zeitgewinn gegenüber der S 90 generieren wird, da er auf einem begradigten Linienweg mit deutlich weniger Haltestellen geführt wird. Daher ist ein weiterer Kern des Projektes die umfassende Flächenerschließung durch alternative Mobilitätsangebote und die Schaffung von Mobilstationen als attraktive Verknüpfungspunkte der verschiedenen Verkehrsmittel – modellhaft in der Gemeinde Senden.

Partner im übergeordneten Verbundprojekt sind der Kreis Coesfeld und die beteiligten Kommunen, die Stadt Münster, die für Beschleunigung der Expressbus-Linie auf der Weseler Straße sorgt und ebenfalls eine Mobilstation einrichtet, der ZVM, der im Rahmen des Gesamtkonzeptes „Mobiles Münsterland“ die Arbeit koordiniert, sowie Regionalverkehr Münsterland und Stadtwerke Münster, die sich an Konzeptentwicklung und -Umsetzung beteiligen.

„Dabei sind wir uns klar darüber, dass das Auto auf dem Land weiterhin ein ganz wichtiges Verkehrsmittel sein wird. Aber der Anteil eines guten, individuellen Öffentlichen Verkehrs mit dem ‚Münsterland Express‘ als Modellvorhaben hat noch ganz viel Luft nach oben“, ist Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr überzeugt. Dafür haben die Partner Leitgedanken formuliert. Es gehe darum, den Kundenbedarf in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu solle ein attraktives Rundumangebot entstehen, wobei neue Formen der individuellen Erschließung der Fläche offensiv ausgebaut werden und dem Kunden die Buchung von Wohnort zur Arbeit als ein Gesamtangebot unterbreitet wird, das er leicht und barrierefrei bestellen kann. “In einem Bürgerlabor wollen wir schnell Lösungen finden, erproben, verbessern, marktreif machen und transferieren“, kündigt Kreisdirektor Dr. Linus Tepe an.

„Wichtig sind die räumliche Zusammenarbeit und die Vernetzung. Keine isolierten Maßnahmen an einem Ort, keine kleinteiligen und isolierten Verbesserungen, sondern die regionale Zusammenarbeit wird angestrebt“, unterstreicht Gerrit Tranel, Geschäftsführer beim ZVM Bus. Und Geschäftsführer André Pieperjohanns von der Regionalverkehr Münsterland GmbH betont: „Ebenso wichtig sind die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung, der intensive Dialog mit den Kunden, die letztlich gemeinsam mit Politik und Wissenschaft die Angebote erproben und weiterentwickeln.“ Schließlich soll die Einbindung aller Mobilitätsmittel und ein wirklich umfassender, komfortabler und barrierefreier digitaler Zugang zur individuellen Mobilität erreicht werden. Josef Himmelmann, Projektleiter des Kreises, skizziert ein Zukunftsbeispiel: „Aus der Bauerschaft mit dem E-Scooter zur neuen Sendener Mobilstation fahren, dort noch schnell einen Kaffee trinken oder ein Paket aufgeben und dann mit dem ‚Münsterland Express‘ zur Arbeit gelangen – alles über eine einheitliche App buchbar.“ Gemeinsam wolle man den Beweis antreten, dass man mit einem sehr schnellen Bus auch gut zur Arbeit pendeln kann.

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