Soziales Zentrum seit Großfeuer geschlossen
Brand-Keller wartet auf Sanierung

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Seit dem Brand vom 22. September kann das soziale Zentrum KOMM nicht genutzt werden. Grund sind statische Risiken, deren Klärung und Sanierung sich hinziehen. Nicht die Räume selbst, sondern die Hoffläche vor dem Eingang ist gesperrt. Für Verzögerungen sorgte das Hickhack mit der Gebäudeversicherung.

Samstag, 18.01.2020, 10:30 Uhr
Absperrung als Folge des Brandes vom September: Das KOMM-Büro der Gemeinde kann noch nicht genutzt werden.
Absperrung als Folge des Brandes vom September: Das KOMM-Büro der Gemeinde kann noch nicht genutzt werden. Foto: di

Der rote Zettel prangt in Blickhöhe auf der Eingangstür: „Brandschaden vorübergehend geschlossen“ heißt es dort. Die Rufzeichen wären wohl nicht nötig gewesen. Denn bis zur Tür, die verschlossen bleibt, dringt ohnehin niemand vor. Was bedeutet, dass das soziale Zentrum „KOMM“ an der Schulze-Bremer-Straße nicht genutzt werden kann. Der Grund sind Folgen des Brandes, der in der Nacht zum 22. September zu einem dramatischen Großeinsatz der Feuerwehren geführt hatte.

Nicht Räume gefährdet, sondern Hoffläche vor dem Eingang

Warum sich das „vorübergehend“ so lange hinzieht, ist eine komplizierte Geschichte, wie die WN-Recherchen ergaben. Klar ist, dass die abgesperrte Fläche vor den Räumlichkeiten (sie selbst gelten als nicht gefährdet) nicht betreten werden darf – hat die Bauaufsicht des Kreises Coesfeld angeordnet. Denn auf dieser Höhe war im Keller das verheerende Feuer ausgebrochen. Welche Folgen der Brand für die Statik hat, haben Gutachter ermittelt.

Das Ergebnis: „Es gibt keine substanziellen Schäden“, fasst ein Geschäftsführer der Hausverwaltung das Ergebnis der Expertise zusammen. Zwar habe die Hitze dazu geführt, dass kleine Betonflächen im Keller abgeplatzt und die Stahlbewehrungen freigelegt worden seien, die Statik sei davon aber nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, so die Untersuchungen. Gleichwohl waren nach dem Brand temporäre Stützen (wie sie während der Bauphase in Rohbauten üblich sind) empfohlen und installiert worden.

Hickhack zwischen Versicherung und Fachfirmen

Was zu der langen Wartezeit für die angestammten Mieter und ihre Besucher geführt hat, liegt im Bereich der Schadensregulierung durch den Gebäudeversicherer, so die Schilderungen. Denn dieser habe dafür gesorgt, dass es zu Wechseln beim Sachverständigenbüro kam. Außerdem traten Verzögerungen beim Begleichen von Rechnungen auf, weil die Assekuranz offenbar lieber mit einem ihrer Rahmenvertragspartner zusammengearbeitet hätte. Das Kuddelmuddel um Aufträge, die wieder entzogen wurden, und finanzielle Forderungen, die zunächst offenblieben, füllt einigen Schriftverkehr. Dabei gilt, dass die Sanierung von Brandschäden von großen überörtlichen Firmen als Gesamtpaket – vom Gutachten bis zur Abwicklung der handwerklichen Gewerke – angeboten wird. Die Hausverwaltung hat mehrfach nachgehakt und interveniert, viel Zeit in die Betreuung dieser einen Liegenschaft gesteckt.

Freigabe soll in zwei, drei Wochen erfolgen

In zwei bis drei Wochen soll die Hoffläche wieder freigegeben werden, erwartet nun die Hausverwaltung, die diese Zeitplanung aber „nicht garantieren kann“. Die Wohnungen in dem siebenstöckigen Gebäude sind rasch nach dem Brand wieder bezogen worden. Was jetzt noch in Angriff genommen werde, seien Schäden an Haustüren, die an das beim Brand verqualmte Treppenhaus grenzen.

Ich hoffe, dass die Räume bald wieder zur Verfügung stehen.

Holger Bothur, Fachbereichsleiter in der Gemeinde Senden

Auch Holger Bothur, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Ordnung und Soziales bei der Gemeinde Senden, hofft, dass die KOMM-Räume bald wieder zur Verfügung stehen. Sie werden „vielfältig genutzt“, so Bothur. „Die entsprechenden Einrichtungen konnten teilweise auf eigene Kontakte zurückgreifen und haben selbst einen vorübergehenden neuen Unterschlupf gefunden, andere wurden von der Gemeinde mit der Bereitstellung eines Provisoriums unterstützt“, berichtet er von einer Übergangszeit, die möglichst bald zu Ende sein soll.

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