Gemeinsame Baumpflanzaktion
Schulterschluss gegen Klimawandel

senden -

Ein Bündnis unter dem Dach der Initiative „Neue Bäume für Sendens Wald“ hat am Sonntag am Venner Moor 1500 Stieleichen gepflanzt. Ein Schulterschluss gegen den Klimawandel. Aber der Standort der Aktion wirft Fragen auf.

Sonntag, 26.01.2020, 22:33 Uhr
Teamarbeit: Vertreter von ganz unterschiedlichen Organisationen legten sich bei der Baumpflanzaktion aktiv ins Zeug.
Teamarbeit: Vertreter von ganz unterschiedlichen Organisationen legten sich bei der Baumpflanzaktion aktiv ins Zeug. Foto: hha

Der Kampf gegen die Klimakatastrophe kann nur gemeinsam gewonnen werden, betont die Bürgerinitiative „Neue Bäume für Sendens Wald“. Mit einer groß angelegten Pflanzaktion stellten sich darum am Sonntag Sendener Gruppen und Bürger dem Waldsterben, das auch vor ihrer Haustür nicht Halt macht, entgegen: Rund 1500 junge Stieleichen pflanzten die Agenda21-Gruppe, Fridays for Future , die Jugendfeuerwehr Senden, die Messdiener St. Laurentius, die KG Sendener Narren, das Regionalforstamt Münsterland und zahlreiche Privatleute am Venner Moor.

„Das Wichtigste ist, dass wir Sendener hier etwas für Senden tun“, betonte Karina Mildner von der Agenda21-Gruppe Senden. Die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm Fridays for Future Senden – „denn unsere gepflanzten Bäume nutzen ja den jungen Leuten am meisten“, erläuterte Bernd Lieneweg von Agenda21 Senden.

Vor dem Pflanzen spenden gesammelt

Für ihre Pflanzaktion am Venner Moor sammelte die Bürgerinitiative „Neue Bäume für Sendens Wald“ Spenden von Privatleuten und Firmen. Das neu bepflanzte Waldstück ist Teil des Staatsforstes und wird von dem Regionalforstamt Münsterland bewirtschaftet. Die rund 50 Jahre alten Fichten, die zuvor dort wuchsen, waren vom Borkenkäfer befallen und wurden vom Forstamt verarbeitet.

Generationsübergreifend wurden Bäumchen gepflanzt.

Generationsübergreifend wurden Bäumchen gepflanzt. Foto: hha

Auch die neu bepflanzte Fläche soll in Nutzung bleiben, erklärt Simone Eckermann vom Regionalforstamt Münsterland. Sie unterstreicht zugleich: „Umweltschutz und das Fällen von Bäumen ergänzt sich. Die wirtschaftliche Nutzung eines Waldes ist nicht Schlechtes, wenn man es richtig macht“, so die Försterin.

Ein Ziel der Baumpflanzaktion war nämlich nicht nur die Aufforstung, sondern auch, Bewusstsein für die Arbeit des Forstamtes zu schaffen. „Wir können natürlich jede praktische Unterstützung gebrauchen, es ist aber auch ganz toll, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und zu erklären, was wir hier überhaupt machen“, erklärt Eckermann.

Fläche wäre ohnehin aufgeforstet worden

Trotz aller Unterstützung für den Schulterschluss der zahlreichen Gruppen und Bürger und das Anliegen des Umweltschutzes im Allgemeinen blieb die Aktion jedoch nicht ohne Kritik, die vor allem in Sendens Facebook-Gruppe aufkam. Dort wurde die Sinn-Frage für diesen Standort gestellt. Hintergrund der Debatte: Wie Simone Eckermann vom Regionalforstamt bestätigte, wäre die Fläche als Teil des Staatsforstes ohnehin aufgeforstet worden.

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