„Bullemänner“: Rasanter kabarettistischer Ritt durchs Weltgeschehen
Spitze Witze mit westfälisch-würziger Note

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Vom deutschen Pfandsystem bis zum von Donald Trump erhofften Grönland-Kauf: Mit Münsterländer Charme und spitzem Witz nahm das Kabarett-Trio „Bullemänner“ das Weltgeschehen aufs Korn und auf die Schippe.

Sonntag, 02.02.2020, 12:08 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 14:16 Uhr
Münsterländer Witz mit ukrainischer Note präsentierte das Kabarett-Trio „Bullemänner“ (v.l.): Heinz Weißenberg, Svetlana Svoroba und Augustin Upmann.
Münsterländer Witz mit ukrainischer Note präsentierte das Kabarett-Trio „Bullemänner“ (v.l.): Heinz Weißenberg, Svetlana Svoroba und Augustin Upmann. Foto: Carina Wübbels

Rasanter Ritt durch das aktuelle Weltgeschehen im Sendener Rathaus: Die „Bullemänner“ haben ihren 200 Zuschauern am Freitagabend in dem gut zweistündigen Programm „Muffensausen“ so einiges zugetraut und zugemutet. Allein in der ersten Viertelstunde wurden 15 Themen angerissen.

„Wenn der Mopp an die Macht kommt“ hieß es da gleich nachdem Augustin Upmann und Heinz Weißenberg mit ihrer ukrainischen „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba die Bühne betreten hatten. Gemeint waren Donald Trump und Boris Johnson. Weiter ging es mit dem vom US-Präsidenten erhofften Grönland-Kauf. „Da musst du ihm etwas anbieten, wo auch nichts los ist“, war der Ratschlag. „Wie Ottmarsbocholt.“ Einen Atemzug später bekam auch ein weiterer Gemeindeteil sein Fett weg: „Bösensell, das ist ein ganz anderer Kulturkreis.“ Wenn man wirklich wissen wolle, wie ein Mensch ist, müsste man wissen, woher er kommt.

Die beiden Kabarettisten mit Wohnhaft in Selm kennen sich aus mit der „Geländedepression“, die das Münsterland aufweise, und mit seinen durch bisweilen eigentümlichen Einwohnern. Als westfälische Unikate nahmen die „Bullemänner“ in der lauschigen Atmosphäre im Rathaus ihr Publikum gefangen.

Der rasante Ritt durch das Weltgeschehen setzte sich fort: Klimawandel und die Fridays for Future-Bewegung, der Ärztemangel auf dem Land, die hohe Zahl der AfD-Wähler, die Digitalisierung, autonomes Fahren und auch die künstliche Intelligenz sind nur einige Beispiele für mögliches „Muffensausen“.

Die lokalen freiwilligen Feuerwehren standen für einige Themen Pate: „Als Feuerwehrmann, das ist nicht einfach, du bist ja immer Objekt“, hieß es da – sei es für Singlebörsen, Junggesellinnenabschiede oder die Integration von Geflüchteten. Mit Keyboard- sowie gesanglicher Begleitung von Svetlana Svoroba schafften es Augustin Upmann und Heinz Weißenberg das Sendener Publikum während der umgedichteten Lieder für sich einzunehmen und ihren Spitzen sowie Witzen die nötige Würze zu verleihen. Das Gendern der deutschen Sprache brachte das Trio ins Grübeln: Müssen sie sich künftig statt „Bullemänner“ die „Bulimierenden“ nennen?

Vom westfälischen Unikum „Clemens“ (Upmann) wurden die Vorzüge des Münsterlands stark betont: „Bei uns will keiner weg“, war der Tenor. Das sei mit Paderborn ganz anders, „Paderborn, das muss man wollen“, hieß es da. Auch das komplexe deutsche Pfandsystem sorgte für Erheiterung. Weißenberg machte als Polarforscher auf den Stellenwert „richtiger Männerfreundschaften“ aufmerksam und verglich das Münsterland pointiert mit Indien: „Frau zählt nichts, Kuh ist alles“. Lediglich ein Spiel mit Sockenpuppen zum Thema „Siegfried der Drachentöchter“ kam beim Publikum weniger gut an.

Letztes großes Thema des Trios „Bullemänner“ waren Familienfeiern. „Das schönste an Familienfeiern ist, dass man weiß, was kommt – auch speislich.“ Den krönenden Abschluss bot der westfälische Blues, mit Gesang und improvisierten Instrumenten. „Ich musste lachen“, sei das größte Komplimenten im Münsterland nach ihren Auftritten haben die „Bullemänner“ verraten. Und das haben sie vom Sendener Publikum bekommen.

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