Ateliers im Schloss müssen kurzfristig geräumt werden
Kunstschule bangt um ihren Bestand

Senden -

Die Kunstschule Senden muss ihr Domizil auf Schloss Senden bis spätestens 15. Februar räumen. Denn wegen der soeben neu bewerteten statischen Situation müssen die Wände des Gebäudeteils kurzfristig freigelegt und untersucht werden. Damit ist ein Atelierbetrieb bis auf Weiteres nicht mehr möglich.

Montag, 03.02.2020, 16:46 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 09:47 Uhr
Betrübte Gesichter bei Vorstand und Mitgliedern der Kunstschule Senden: Untersuchungen am Gemäuer von Schloss Senden haben ergeben, dass der Zustand schlechter ist als angenommen. Vorsorglich müssen die Räume in der Ökonomie des Schlosses bis zum 15. Februar geräumt werden.
Betrübte Gesichter bei Vorstand und Mitgliedern der Kunstschule Senden: Untersuchungen am Gemäuer von Schloss Senden haben ergeben, dass der Zustand schlechter ist als angenommen. Vorsorglich müssen die Räume in der Ökonomie des Schlosses bis zum 15. Februar geräumt werden. Foto: sff

Die Nachricht kam kurzfristig und für alle Betroffenen völlig überraschend: Sowohl die Kunstschule Senden als auch der Verein Schloss Senden müssen ihre Räume im Schloss bis spätestens 15. Februar frei machen und verlassen. Die Büros und Ateliers befinden sich in der hinter dem Mannenhaus gelegenen sogenannten Ökonomie. Grund für die verordnete Räumung ist der soeben neu bewertete statische Zustand des dortigen Gemäuers.

Während der Verein Schloss Senden mit seinem Büro in den gegenüberliegenden Trakt des historischen Gebäudes umsiedeln kann, steht die Kunstschule Senden nun unvermittelt ohne Ateliers da. Maler und Bildhauer suchen händeringend ein neues Domizil, das ihnen rund 150 Quadratmeter Platz bietet.

„Im Vorgriff auf die mögliche bauliche Gestaltung haben wir eine Untersuchung veranlasst, bei der zwei Wände geöffnet wurden. Dabei hat sich gezeigt, dass der gesamte Gebäudeteil für eine weitere Untersuchung durch den Statiker freigelegt werden muss“, erläutert Dr.  Franz Waldmann auf WN-Anfrage. Diese neue Situation lasse – auch aus versicherungstechnischen Gründen – weder einen Büro- noch einen Atelierbetrieb zu, führt der Vorstand des Vereins Schloss Senden aus, der den Umstand bedauert, da zwischen den Vereinen ein „gutes Miteinander“ bestehe.

„Seit 2001 nutzen 60 Maler und Bildhauer einen Sozialraum und fünf Ateliers im Schloss. Wir haben kein Kurssystem, sondern offene Ateliers, die unseren Mitgliedern je nach Bedarf dienstags und mittwochs zur Verfügung stehen“, berichtet Andrea Mantke, Vorsitzende der Kunstschule Senden. „Jetzt suchen wir kurzfristig Asyl, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Gelingt das nicht ist zu befürchten, dass uns Mitglieder verlassen. Auch die Existenz unsere künstlerischen Leiters Trutz Bieck hängt davon ab, dass es weitergehen kann“, ergänzt ihr Vorstandskollege Dr.  Klaus Drerup .

Die freigelegten Wände in der Ökonomie des Schlosses zeigen, dass der bauliche Zustand schlechter ist als bisher vermutet.

Die freigelegten Wände in der Ökonomie des Schlosses zeigen, dass der bauliche Zustand schlechter ist als bisher vermutet. Foto: sff

Die Kunstschule Senden benötigt Räume im Gewerbegebiet oder im Außenbereich, in denen Maler und Bildhauer gleichzeitig und voneinander ungestört arbeiten können. Denn beim Bearbeiten von Holz, Metall und Beton entstehen Lärm und Staub durch Arbeiten wie Flexen, Meißeln und Sägen. Angesichts der Notlage haben Vertreter der Kunstschule auch schon die Gemeinde um Hilfe bei der Herbergssuche gebeten. „Daraufhin haben wir einige Ideen überprüft, bisher konnte leider noch keine Lösung gefunden werden“, hieß es dazu im Rathaus.

Ob und wie der Kunstschulbetrieb weitergeführt werden kann, soll in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag (4. Februar) um 15.30 Uhr auf Schloss Senden beraten werden. Maler und Bildhauer hoffen darauf, dass jemand aus der Bevölkerung kurzfristig und zu vertretbaren Konditionen für den gemeinnützigen Verein Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann. Wer diesbezüglich helfen möchte, wird gebeten Kontakt mit Dr. Klaus Drerup, 0171-8 27 13 25, aufzunehmen.

Ob die Kunstschule nach der Restaurierung des Schlosses zurückkehren kann, ist offen. „Wir würden das gerne sehen“, sagt Waldmann. „Aber wir arbeiten noch an einem Nutzungskonzept, das vielen Faktoren und wirtschaftlichen Zwängen unterliegt.“ Von daher sei es zu früh, eine verbindliche Aussage treffen zu können.

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