Kunstschule räumt Ateliers im Schloss
Bildhauer und Maler müssen auf Herbergssuche gehen

Senden -

Bisher zeichnet sich für die Kunstschule Senden kein Silberstreif am Horizont ab: Die Maler und Bildhauer haben damit begonnen, ihre Ateliers im Schloss zu räumen, ohne ein neues Domizil in Aussicht zu haben. Nun hoffen sie auf Hilfe aus der Bevölkerung und auf Unterstützung des Bürgermeisters.

Donnerstag, 06.02.2020, 08:00 Uhr
Mitglieder der Kunstschule haben am Mittwoch mit der Räumung der Ateliers auf Schloss Senden begonnen. Das Inventar wird eingelagert. Die Aktivitäten müssen bis auf Weiteres ruhen.
Mitglieder der Kunstschule haben am Mittwoch mit der Räumung der Ateliers auf Schloss Senden begonnen. Das Inventar wird eingelagert. Die Aktivitäten müssen bis auf Weiteres ruhen. Foto: sff

Maler und Bildhauer sind von Natur aus kreative Geister, die gestalten und schöpferisch tätig sind. „Rolle rückwärts“ hieß es diesbezüglich am Mittwoch für die Mitglieder der Kunstschule Senden. Denn sie haben damit begonnen, ihre Ateliers und den Sozialraum auf Schloss Senden zu räumen.

„Wir haben eine Halle gefunden, in die wir unsere Utensilien wie Arbeitstische, Bücher und Heizkörper einlagern können“, berichtet Dr.  Klaus Drerup . Der Raum könne nur als Lager genutzt werden, eigne sich jedoch nicht als neues Domizil für die rund 60 Mitglieder, sagt das Vorstandsmitglied der Kunstschule. Der Auszug aus der sogenannten Ökonomie von Schloss Senden war kurzfristig notwendig geworden, weil umgehend statische Untersuchungen an der Gebäudesubstanz durchgeführt werden müssen (WN berichteten).

Die Kunstschaffenden hatten sich am Dienstag im Rathaus zu einer Mitgliederversammlung zusammengefunden, um über die aktuelle Situation zu beraten. „Der Betrieb der Kunstschule muss bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Wir sind auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten und hoffen diesbezüglich auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung“, führte Drerup aus. Am Freitag (7. Februar) wollen Vertreter der Kunstschule bei Bürgermeister Sebastian Täger vorstellig werden, um ihn um aktive Unterstützung der Gemeinde Senden bei der „Herbergssuche“ zu bitten.

Die Kunstschule Senden wurde 1992 als gemeinnütziger Verein gegründet und ist seither durch Ausstellungen und Aktionen, zum Beispiel im Rahmen des Lichterfestes, fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde Senden. Die Mitgliedschaft basiert nicht auf einem Kurssystem, sondern auf der Zugehörigkeit zu Maler- beziehungsweise Bildhauerklassen, die eingebunden sind in ein Konzept des „offenen Ateliers“.

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