Pflege und Wohnen an der Holtruper Straße
Großprojekt liegt voll im Plan

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Eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 69 Plätzen und 50 barrierefreie Wohnungen entstehen auf dem Gelände des ehemaligen Holtruper Sportplatzes. Die Bauarbeiten liegen mehr als im Plan, was unter anderem am bisher milden Winter liegt. Im ersten Quartal beziehungsweise Frühjahr 2021 soll das Vorhaben fertig sein.

Mittwoch, 05.02.2020, 18:00 Uhr
Pflegeheim und 50 Wohnungen entstehen an der Holtruper Straße.
Pflegeheim und 50 Wohnungen entstehen an der Holtruper Straße. Foto: Dirk Frerichmann

Eine Baustelle mit Wow-Effekt! Ein inneres Ausrufezeichen der Verwunderung kann wohl kaum jemand verhindern, der mit einem Abstand von einigen Wochen den früheren Holtruper Sportplatz passiert. Denn dort passiert viel. Eine Baustelle, auf der sich fünf Kräne drehen, läuft auf vollen Touren – aber, bis auf für die unmittelbare Nachbarschaft – ohne dass davon viel zu bemerken ist. Das doppelte Großprojekt liegt nicht nur voll im Zeitplan, sondern deutlich davor.

Die Baufirma hat einen Vorsprung von zwei Monaten gegenüber dem ursprünglich abgesteckten Plan herausgearbeitet, konkretisiert Ulrich Scheer , kaufmännischer Vorstand der Dülmener Heilig Geist Stiftung – und damit Bauherr der Pflegeeinrichtung „Schwester Maria Euthymia “, die auf der bisherigen Grünfläche entsteht. Scheer, der seit 30 Jahren ähnliche Projekte begleitet, äußert sich anerkennend: „Die haben das sehr gut im Griff“, würdigt der Stiftungsgeschäftsführer das Bauunternehmen, das sowohl die Pflegeeinrichtung als auch die barrierefreien Wohnungen im hinteren Teil des ehemaligen Sportplatzes hochzieht.

Wir liegen zwei Monate vor dem Zeitplan.

Ulrich Scheer, Heilig Geist Stiftung

Für diesen Part des Projektes ist die Wohnbau Westmünsterland verantwortlich. Das genossenschaftliche Wohnungsunternehmen und die Dülmener Stiftung, als Dach eines Verbundes von Altenpflegeeinrichtungen, ziehen auf dem Areal an einem Strang, für das sie schon beim vorgeschalteten Investoren-Wettbewerb eine „enge Partnerschaft“ eingegangen sind, wie Dr. Stefan Jägering, Mitglied der Wohnbau-Geschäftsführung, betont.

Beim Bauen einen „Bock geschossen“

Trotz des generellen Lobs der Bauherrn für Tempo und logistische Abwicklung der Baustelle ist es dort zu einer Panne gekommen: Wie Anwohner bemerkten und die Wohnbau als Bauherr bestätigt, wurde der Keller eines der künftigen Wohnhäuser ausgeschachtet und verschalt. Doch dann wurde klar, dass die Planung spiegelverkehrt in Beton gegossen worden war. Das Bauunternehmen habe umgehend und „hochanständig“ reagiert, so Jägering, der den „Bock“ nicht zu hoch hängt: „Jeder macht mal Fehler.“ Trotz der Extraschichten durch den erneuten Kellerbau liege das Vorhaben auch seitens der Gebäude mit barrierefreiem Wohnen „gut im Rennen“. Generelle Probleme mit dem Boden auf dem Areal gebe es nicht, stellt der Bauingenieur aus der Führungsriege der Wohnungsbaugenossenschaft gegenüber den WN klar.

69 Pflegeplätze – 50 barrierefreie Wohnungen

Doppeltes Großprojekt: Ein stationäres Pflegeheim mit 69 Plätzen, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften sowie vier Wohneinheiten errichtet die Dülmener Heilig-Geist-Stiftung (auf 3900 Quadratmetern Grundfläche). Betrieben wird das Pflegeheim von der St. Johannes gGmbH aus Senden. Die neue Einrichtung soll den Namen „Schwester Maria Euthymia“ tragen. Die Wohnbau Westmünsterland (4400 Quadratmeter Grundfläche) errichtet 50 barrierefreie Wohnungen (47 bis 92 Quadratmeter), von denen 25 öffentlich gefördert werden (Miete: 5,75 Euro/Quadratmeter). Als Planer des Gesamtprojektes fungiert das Emsdettener Architekturbüro Verwohlt/Ramsel.

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Nach dem symbolischen ersten Spatenstich am 21. August vorigen Jahres waren die Bautrupps Ende September so richtig angerückt. Die Ziellinie des Bau-Marathons soll im ersten Quartal 2021 für die Pflegeeinrichtung überschritten werden, so Scheer. Bei der Wohnbau Westmünsterland wird ein Bezug der Immobilien für April 2021 angepeilt. Die Nachfrage nach Wohnraum sei enorm, so das genossenschaftliche Unternehmen, das auf dem ehemaligen Sportplatz überwiegend Wohnungen in den Größenkategorien 47 bis 50 beziehungsweise 52 bis 57 Quadratmeter anbietet.

Holtruper Stiege bleibt bei Erschließung außen vor

Die Erschließung der Wohngebäude und des Pflegeheims sowie eines Parkplatzes verläuft über eine Straße auf dem eigenen Gelände, die Holtruper Stiege bleibt außen vor. Worauf die dortigen Bewohner gepocht haben. Ihnen bleibt der Baulärm nicht erspart, doch zumindest gegenüber den WN wird Verständnis für die Baumaßnahme geäußert. Zwar sei es „nicht optimal“, wenn morgens um 6 Uhr die Maschinen zu laufen beginnen. „Aber wir sehen, dass der Bedarf für Wohnungen und Pflegeplätze da ist“, sagt eine Nachbarin. Diese Haltung teile sie mit anderen Anwohnern in ihrer Reihe.

Auf gute Nachbarschaft hofft auch Sabine Neumann, Leiterin der St. Johannes gGmbH, die auch das Schwester-Maria-Euthymia-Heim betreiben wird. Eine Öffnung des Heims zum Quartier und für ganz Senden gehöre zum Konzept der Einrichtung.

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