Maßnahmenpaket: Gemeinde sagt Eichenprozessionsspinnern den Kampf an
Raupen geht‘s an den Kragen

Senden -

Rund 5000 Nester des Eichenprozessionsspinners haben Mitarbeiter des Sendener Bauhofes, unterstützt von Fremdfirmen, im vergangenen Jahr aus den Bäumen entfernt. Trotzdem konnten sie der Plage nicht Herr werden. Aus diesem Grund hat die Gemeinde ein Maßnahmenpaket geschnürt, das nun auch den Einsatz von Bioziden vorsieht.

Donnerstag, 06.02.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 18:22 Uhr
Die Gemeinde Senden hat ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geschnürt. Neben dem Absaugen und Abflämmen der Nester setzt die Verwaltung auf natürliche Fressfeinde und den gezielten Einsatz von Bioziden.
Die Gemeinde Senden hat ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geschnürt. Neben dem Absaugen und Abflämmen der Nester setzt die Verwaltung auf natürliche Fressfeinde und den gezielten Einsatz von Bioziden. Foto: Siegmar Syffus

Der Eichenprozessionsspinner hat sich im in den vergangenen Jahren im Münsterland explosionsartig ausgebreitet. Allein in Senden hat sich die Zahl der entfernten Nester von circa 250 im Jahr 2018 auf mehr als 5000 in 2019 erhöht ( WN berichteten). „Angesichts dieser Entwicklung schnürte die Verwaltung nun ein Maßnahmenbündel, das sowohl auf Prävention, den gezielten Einsatz von Bioziden als auch auf eine weiter verbesserte Organisation der Schädlingsbekämpfung setzt“, heißt es in einer Mitteilung.

Meisen sind natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners. Als Präventionsmaßnahme werden zur weiteren Ansiedelung der Vögel etwa 80 Nistkästen auf öffentlichen Flächen aufgehängt. „Die Gemeinde stellt das Material, das Kolping-Bildungswerk , die Pfadfinder des DPSG-Stamms Senden und Schüler und Lehrer der Edith-Stein Hauptschule bauen daraus die Nistkästen zusammen“, berichtet Erwin Oberhaus , Mitarbeiter des Sendener Bauamtes. Außerdem sollen spezielle Baumringe angebracht werden, die mit einem Duftstoff die Raupen in eine Falle locken.

„In den Monaten März und April werden einige Eichen im Gemeindegebiet zusätzlich mit so genannten Bioziden besprüht“, erläutert Oberhaus einen weiteren Aspekt zur Bekämpfung. Es handelt sich um Gifte, die die Raupen beim Fressen der Blätter aufnehmen. Bäume, die sich in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, Sportanlagen und stark frequentierten Fuß- und Radwegen befinden, werden vorrangig behandelt, teilt die Gemeinde mit. Es handele sich hier nicht um einen breitflächigen Einsatz von Giften: „Wir gehen in die Baumkronen rein und setzen die Wirkstoffe gezielt ein. Eine Gefahr für die Menschen besteht nicht“, heißt es weiter.

„Diese Priorisierung müssen wir auch in der Phase beibehalten, in der die Eichenprozessionsspinner besonders stark auftreten. Das sind – je nach Witterung - die Monate April bis Juni“, schätzt Oberhaus. Wie in den Vorjahren werden Mitarbeiter des Bauhofs mit eigenen Geräten wie einem Hubsteiger unterwegs sein und regelmäßig bereits bekannte Stellen kontrollieren. Unterstützt werden sie von Unternehmen zur Schädlingsbekämpfung. Bei großräumigen Befall und an besonderen Gefahrenstellen stellen Mitarbeiter des Bauhofs zusätzliche Hinweisschilder auf, die Passanten vor dem Eichenprozessionsspinner warnen.

Über den Bürgermelder in der Senden-App und auf der Website der Gemeinde sowie an der Telefonzentrale können Bäume gemeldet werden, auf denen der Eichenprozessionsspinner sitzt. Diese Meldungen werden von Beschäftigten des Ordnungsamts abgeglichen, nach Dringlichkeit sortiert und dann abgearbeitet. In dem Meldesystem zeigt ein Ampelsymbol jederzeit an, ob die Meldung neu, in Bearbeitung oder erledigt ist. „Bürger, die die Baum-Nummer, die ungefähre Höhe des Nests und den genauen Standort melden, helfen uns sehr bei der effizienten Beseitigung der Nester“, so Oberhaus. Für Bäume auf Privatgrundstücken seien die Grundstückseigentümer zuständig, gibt er zu Bedenken.

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