Gemeinde gibt Zuschüsse von maximal 585 000 Euro
Starthilfe für weitere Förderung

Senden -

Einstimmig fiel im Haupt- und Finanzausschuss das Votum, für Schloss Senden Zuschüsse in Höhe von maximal 585 000 Euro bis einschließlich 2023 bereitzustellen. Die Förderung ist aber an die Realisierung einzelner Projekte und weitere Zuwendungen gekoppelt.

Mittwoch, 12.02.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 18:28 Uhr
Schloss Senden mit dem restaurieren Giebel des Herrenhauses.
Schloss Senden mit dem restaurieren Giebel des Herrenhauses. Foto: di

Erst ein Top-Timing, dann eine politische Punktlandung: Der Ortstermin des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) des Rates bereitete den einzigen Tagesordnungspunkt der Sondersitzung perfekt vor. Denn dass das Gerüst am Herrenhaus passend zur Visite der Volksvertreter entfernt und damit erstmals ein Blick auf den frisch restaurierten Giebel gewährt wurde, veränderte vielleicht nicht die politsche Haltung, wohl aber das Maß der Begeisterung. Und die war bei allen Fraktionen groß.

Am Dienstagabend fällte der Ausschuss den einstimmigen Beschluss, Schloss Senden mit einem gemeindlichen Zuschuss in Höhe von 585 000 Euro zu unterstützen. Dieses Geld fließt bis einschließlich 2023 an den Verein Schloss Senden e.V., der im Gegenzug enorme Zuwendungen teils akquiriert, teils im Visier hat.

Förderung aus Gemeindesäckel – aber nicht pauschal

Allerdings kommt das Geld aus der kommunalen Schatulle dem Schlossverein nicht pauschal zugute. Sondern wird daran „gekoppelt“, wie Bürgermeister Sebastian Täger beim Beschluss über die Förderung vor den HFA-Mitgliedern betonte, ob die jeweiligen Projekte, die die Gemeinde anteilig fördert, auch umgesetzt werden.

Wobei gilt: „Die Förderkulisse ist noch nie so günstig gewesen“, hob Dr. Franz Waldmann vom Vorstand des gemeinnützigen Vereins Schloss Senden e.V. hervor. Er trug gemeinsam mit Dr. Martina Fleßner, Geschäftsführerin des Vereins Schloss Senden e.V., die Pläne im Ausschuss vor und appellierte: „Wir sollten alle zusammen zugreifen. Das ist eine Riesenchance.“

Das ist eine Riesenchance.

Dr. Franz Waldmann, Vorstand Schloss Senden e.V. über die derzeit optimale Förderkulisse

Erfolgreich genutzt hat der Schlossverein bereits einige Chancen, in Fördertöpfe greifen zu können. Denn beispielsweise für die Sanierung des Herrenhausgiebels einschließlich aller Fenster sowie je fünf Meter der Seiten des Gebäudes werden von 300 000 Euro Gesamtkosten 118 000 Euro vom Land NRW und 100 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) übernommen. Der in diesem Jahr fällig werdende Zuschuss der Gemeinde beträgt 40 000 Euro; auf 42 000 Euro beläuft sich der Eigenanteil des Vereins.

Ebenfalls noch in 2020 soll die Sanierung des Herrenhauses nach den Erkenntnissen der Mustersanierung fortgeführt werden. Ein Projekt, das mit rund 900 000 Euro zu Buche schlägt. Dazu soll die Gemeinde 70 000 Euro beisteuern; der Schloss-Verein trägt 36 000 Euro bei. Für die restlichen Summen sind Anträge bei Land NRW und Deutscher Stiftung Denkmalschutz gestellt, die im März beschieden werden. Auf 441 000 Euro hofft der Schloss Senden e.V. aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, die jetzt beantragt werden sollen.

Auf das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ setzt der Verein Schloss Senden e.V. ebenfalls hohe Erwartungen in Form eines Zuschusses in Höhe von 384 000 Euro für eine dreijährige Projektphase, die die Gemeinde mit jeweils 20 000 Euro unterstützen soll. Damit wäre unter anderem die Einrichtung des Mannenhauses als Projektcafé zu stemmen, das dauerhaft öffentlich zugänglich sein soll.

Schloss und Park, beides eingebettet in ein ideales Umfeld, gehen für den Schloss-Verein von Anfang eine Verbindung ein. Ein Projekt, das eine Brücke zwischen Natur- und Kultur schlägt, möchte der Schlossverein auf der Grünfläche am historischen Gartenhaus (eine Fläche, die viele Jahre als Reitanlage diente) realisieren. Am Standort des barocken Nutzgartens soll noch dieses Jahr wieder Gemüse sprießen – versehen mit Sitzgruppen und Unterstand sollen dort unter dem Titel „Preserved//Altland-Neuland“ Performances der Künstler Swaantje Güntzel und Jan Philip Scheibe geboten werden. Von dem auf 100 000 Euro angesetzten Budget wurden bereits unter anderem regionalkulturpolitische Mittel des Landes (48 000 Euro) zugesagt, die Gemeinde Senden beteiligt sich mit 20 000 Euro.

Direkt dem Schlosspark dienen sollen 15 000 Euro aus dem Gemeindesäckel als Zuschuss für ein Tor zur ersten Gräfte, Beleuchtung und Geräte zur Grünpflege.

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