Seniorenkarneval in Ottmarsbocholt
Närrischer Spaß mit vier Regenten

Ottmarsbocholt -

Hohe Monarchendichte herrschte beim Seniorenkarneval in Ottmarsbocholt. Denn gleich vier närrische Regenten aus dem Dorf waren zugegen. Im schwungvollen Programm mit Sketchen, Choreographien und Musik kam Prinz Dirk I. nicht umhin, auf offener Bühne das Tanzbein zu schwingen.

Sonntag, 23.02.2020, 12:06 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 09:26 Uhr
Dank des schwungvollen und amüsanten Bühnenprogramms herrschte beste Karnevalsstimmung unter den Senioren.
Dank des schwungvollen und amüsanten Bühnenprogramms herrschte beste Karnevalsstimmung unter den Senioren. Foto: Ulrich Reismann

„So viel Monarchie haben wir in Deutschland noch nie gehabt“, scherzte Conférencier Roland Wieging . Weshalb? Nun, beim großen Seniorenkarneval gaben sich die Ottmarsbocholter Karnevalsprinzen am Samstag quasi die Türklinke in die Hand. Gleich vier verschiedene Regenten waren zugegen, als sich 95 Besucher in der Gaststätte Vollmer dem närrischen Frohsinn hingaben. Neben Dirk I. waren dies die Oberhäupter aus dem St. Urban-Kindergarten, Leon und Lisa, sowie Max und Eva von den Davertgeistern. Hinzu kam dann noch hochaktuell der frischgekürte Prinz des Spielmannszuges, Manfred Janning. Bei dessen Begrüßung wurde vom Conférencier ein aufregendes Detail verraten: „Das Amt des Funkenmariechens ist noch frei“.Diese Vakanz währte dann aber nicht mehr lange, denn per Akklamation von Prinz Dirk und dessen Elferrat wurde kurzerhand die neue Teamsprecherin der Seniorengemeinschaft, Mechthild Wierling, in dieses Amt gehoben.

Der Adelstitel war aber nicht der Anlass für die Anwesenheit von Manfred Janning gewesen. Vielmehr wollte er erneut, wie schon seit vielen Jahren, mit seinen Liedern und seinem Gesang „Freude bringen“. Und es sei für ihn immer wieder wunderbar anzusehen, „wie ihr hier unten sitzt und am Schunkeln seid und wie eure Augen dabei funkeln“. Und er versprach: „Das mache ich noch ein paar Jahre“.

Dirk I. muss das Tanzbein heben

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  • Als frisch gekürter Karnevalsprinz des Spielmannszuges wurde Manfred Janning (links) von Conferencier Roland Wieging mit Ehren empfangen.

    Foto: Ulrich Reismann
  • Nach dem Vorbild der TV-Show "Let´s dance" nahm die närrische Prominenz von Prinz Dirk (links) und Funkenmariechen Christina (rechts) Tanzunterricht bei den Profis der "Dansmüskes".

    Foto: Ulrich Reismann
  • Mut schwungvollem Frohsinn sorgten auch Prinz Dirk und Funkenmariechen Christina beim großen Seniorenkarneval für viel Heiterkeit. Die aktiven Helfer der Seniorengemeinschaft und des Junggesellenvereins hatten mit großem Einsatz den organisatorischen Rahmen dafür geschaffen.

    Foto: Ulrich Reismann
  • Der Sketch der Familie Baumeister über den recht amüsanten Verlauf eines Elternsprechtages war Teil des vielfältigen Programms.

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  • Die Weibsbilder von der Holten Straße nahmen die Gewichtsprobleme von Frauen aufs Korn.

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  • Dank des schwungvollen und amüsanten Bühnenprogramms herrschte beste Karnevalstimmung unter den Senioren.

    Foto: Ulrich Reismann
  • Die Dansmüskes in der 7. Generation brachten Schwung auf die Bühne des Ottmarsbocholter Seniorenkarnevals.

    Foto: Ulrich Reismann
  • Dank des schwungvollen und amüsanten Bühnenprogramms herrschte beste Karnevalstimmung unter den Senioren.

    Foto: Ulrich Reismann
  • Die Dansmüskes in der 7. Generation brachten Schwung auf die Bühne des Ottmarsbocholter Seniorenkarnevals.

    Foto: Ulrich Reismann

Und getanzt wurde natürlich auch – von den Dansmüskes. Inspiriert von der Fernsehshow „Lets dance“ machte Roland Wieging nun diese Profis zu Tanzpartnern mit der anwesenden Prominenz in Person von Prinz Dirk und seiner Lieblichkeit Christina. Die sah sich da schon an ihre Grenzen stoßend. Zwar tanze sie sehr gerne Disco Fox, „aber soo hoch kriege ich die Beine auf keinen Fall“. Aber Dansmüskes-Trainerin Astrid Overbeck hatte als Einstieg eine „ganz einfache“ Schrittfolge parat: Erst das Knie hoch, danach dann das Bein strecken. Abwechselnd rechts und links. Und das alles auch noch hüpfend. Und das sollte ganz einfach sein? Prinz Dirk machte nicht unbedingt den Eindruck, als ob er das genauso sehen würde. Die Trainerin aber war zufrieden. „Nächste Session seid ihr toll mit drin“. Ob das für den Prinzen wirklich erstrebenswert ist, sei mal dahingestellt.

Das vom Kapellmeister des Junggesellenvereins in einer Pause aufgelegte Udo-Jürgens-Gastarbeiterlied „Griechischer Wein“ nahm der Conférencier zum Anlass für einige nachdenkliche Worte. Die ältere Generation habe die Nachkriegszeit miterlebt, „als die Vertriebenen kamen, die eine andere Religion hatten“. Mit denen zusammen zu spielen, „das war nicht so gern gesehen“, schilderte Roland Wieging die damalige Situation. Später seien dann die Gastarbeiter gekommen, „beides ist damals eine harte Aufgabe gewesen“. An die anwesenden Senioren gerichtet, sagte er weiter, sie hätten beispielhaft gezeigt, wie Integration funktionieren kann. „Das sehen wir heute. Und da müssen die jungen Leute sich mal ne Scheibe von abschneiden“ mit Blick auf „die dritte Integrationswelle, die uns jetzt bevorsteht“. Gerade, weil dieser Udo-Jürgens-Schlager hierzu wertvolle Anstöße gebe, „finde ich ihn so schön“.

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