Eichenprozessionsspinner: Nistkasten-Initiative läuft erfolgreich
Raupen natürlich bekämpfen

Senden -

Rund 5000 Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) wurden 2019 vernichtet. In diesem Jahr setzt der Kampf gegen die Schädlinge schon im Vorfeld ein. Ein Segment ist der Bau von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, die natürlichen Fressfeinde des EPS. Die Initiative stößt in der Bevölkerung auf breite Unterstützung.

Mittwoch, 26.02.2020, 16:16 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 19:00 Uhr
Schüler der Edith-Stein-Schule haben im Bereich des Ruheparks 30 Bäume mit Nistkästen bestückt.
Schüler der Edith-Stein-Schule haben im Bereich des Ruheparks 30 Bäume mit Nistkästen bestückt. Foto: Siegmar Syffus

Kampfansage an den Eichenprozessionsspinner auf breiter Front: Gemeinsam mit der Gemeinde Senden beteiligen sich schon jetzt Schüler, Kita-Kinder, Pfadfinder und Privatpersonen an der Eindämmung der erneut zu erwartenden Schädlingsausbreitung.

In großer Zahl sind Nistkästen gebaut worden, in denen sich Vögel und auch Fledermäuse ansiedeln können. Sie sind natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners, weil sie sich von Raupen und Faltern ernähren. Parallel zu dieser Methode will die Gemeinde 2020 erstmals auch Biozide zur Bekämpfung einsetzen ( WN berichteten) und – so wie bisher schon – Nester absaugen beziehungsweise abflämmen.

„Das Kolping-Bildungswerk hat Bausätze für Nistkästen aus wetterfestem Lärchenholz gefertigt. Daraus haben die Pfadfinder 20 Nistkästen und Schüler der Edith-Stein-Schule sowie ein ehrenamtlicher Trupp jeweils 30 Nistkästen angefertigt“, berichtet Erwin Oberhaus von der Sendener Bauverwaltung.

Anfang Februar hatte jede Gruppe der Kita Erlengrund zusammen mit Landschaftsgärtner Norbert Schorn farbenfrohe Vogelhäuser gebaut und aufgehängt (WN berichten). In dieser Woche griffen auch die Maxi-Kinder der DRK-Kita Huxburg zu Hammer, Nägeln und Kneifzange. Unter Regie von Josef Grothues fertigten sie 16 Behausungen für die Raupen fressenden gefiederten Freunde. Das Holz stellte die Firma Josef Winkelheide zur Verfügung. Grothues baut mit den Jagdhornbläsern des Hegerings Senden bereits seit 40 Jahren Nistkästen, die beim Weihnachtsmarkt und über private Kontakte verkauft werden. Der Erlös kommt der Jugendarbeit des Vereins zugute. „Über 1500 Kästen“ habe er schon gebaut, schätzt Grothues. „Im vergangenen Jahr hatten wir Last mit dem Eichenprozessionsspinner. Darum haben wir mit den Kindern überlegt, was wir selbst tun können, um die Raupen auf natürlichem Weg eindämmen zu können“, berichtet Kita-Leiterin Martina Lange.

Gemeinsam mit Josef Grothues bauten die Maxi-Kinder der DRK-Kita Huxburg 16 Nistkästen.

Gemeinsam mit Josef Grothues bauten die Maxi-Kinder der DRK-Kita Huxburg 16 Nistkästen. Foto: Siegmar Syffus

Am Mittwoch (26. Februar) hängten Jugendliche der Garten-AG der Edith-Stein-Schule 30 Vogelhäuschen im Bereich des benachbarten Ruheparks auf. „Die Kästen sind in den vergangenen beiden Wochen nach Bauanleitung der Gemeinde von unserer Tischler-AG entstanden“, sagt Piet Jütten. Der Schulsozialarbeiter ist gelernter Tischler und stand den Jugendlichen beim Werkeln fachlich zur Seite. Positiver Nebeneffekt: „Die Schüler habe arbeitsteilig in Teams gearbeitet und so gelernt, wie Serienfertigung in einem Betrieb funktioniert“, erklärt Jütten.

In den nächsten Tagen wollen die Pfadfinder und eine ehrenamtliche private Gruppe insgesamt 50 weitere Vogelbehausungen in der Natur platzieren. „Es wäre schön, wenn möglichst viele Gartenbesitzer auch bei sich Nistkästen anbringen würden“, hofft Oberhaus auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung.

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