Geschäftsführer gehörte 1964 schon zu den Mitbegründern
Urgestein Wallkötter verabschiedet

Senden -

Es ist mehr als eine Ära, es ist das ganze Leben des DRK Ortsvereins Senden, das Reinhold Wallkötter mitgestaltet hat. Bis Samstag.

Sonntag, 01.03.2020, 15:31 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 14:46 Uhr
Das DRK Senden verabschiedete einen Mitbegründer aus seinem Amt (v.l.): Margot und Reinhold Wallkötter, die neue Geschäftsführerin Marita Lukas und Bürgermeister Alfred Holz
Das DRK Senden verabschiedete einen Mitbegründer aus seinem Amt (v.l.): Margot und Reinhold Wallkötter, die neue Geschäftsführerin Marita Lukas und Bürgermeister Alfred Holz Foto: Andreas Krüskemper

Eine Ära geht zu Ende – selten passte dieser Satz besser als am Freitag bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Roten Kreuzes ( DRK ), als Reinhold Wallkötter als Geschäftsführer verabschiedet wurde. „Das ist das erste Mal seit der Gründung am 3. März 1964, dass der Punkt ‚Verabschiedung des Geschäftsführers‘ auf der Tagesordnung steht“, veranschaulichte der Vorsitzende Alfred Holz die Situation.

Wallkötter war nicht nur „Mann der ersten Stunde“, sondern auch maßgeblicher Motor bei der Entwicklung des Ortsvereins und sogar schon vorher: Seit 1960 gab es im Ort regelmäßige Blutspendetermine, wodurch Wallkötter bereits 1962 veranlasst wurde, dem Kreisverband beizutreten und die Gründung des Ortsvereins voranzutreiben.

1970 wurde das Jugendferienwerk im DRK gegründet, 1980 folgte ‚Essen auf Rädern‘ und seit 1985 plant er das Programm für den ‚Bunten Seniorennachmittag‘. „Und auch das mit Erfolg, was die 700 bis 800 Teilnehmer jedes Jahr beweisen, auch wenn der Nachmittag in diesem Jahr wegen der Sanierung der Steverhalle noch einmal ausfallen muss“, so Holz. Am Um- und Ausbau des DRK-Heimes, der Verwandlung zweier alter Fachwerkhäuser in ein Schmuckstück des Ortskernes, war Wallkötter maßgeblich beteiligt. Bei der Entscheidung zwischen Umbau oder Abriss und Neubau setzte er sich für den Erhalt der Gebäude ein.

Einen besonderen Raum in der Arbeit als Geschäftsführer nimmt heute die Betreuung der Kindertagesstätten ein: Angefangen hat es mit der Übernahme der Trägerschaft für die Kita am Schloss 1994, heute sind es sechs Einrichtungen mit 24 Gruppen, in denen 423 Kinder von 110 Erziehern betreut werden.

Bei diesem 56-jährigen Einsatz wundert es nicht, dass es zum Abschied zahlreiche Geschenke gab: Neben dem DRK-Vorstand dankten auch die Aktiven des DRK, die Leiter und die Elternvertreter der Kindertagesstätten zum Abschied.

Standing Ovations für Reinhold Wallkötter

Standing Ovations für Reinhold Wallkötter Foto: Andreas Krüskemper

„Die Entwicklung des DRK ist nicht der Verdienst eines Einzelnen. Ohne die Mitwirkung anderer lässt sich nicht viel bewegen“, gab Wallkötter den Dank an die Mitglieder des Vereins zurück. „und ich bleibe dem DRK treu, wenn auch nicht in der Funktion als Geschäftsführer“, versprach er.

Dieses Amt übernimmt ab sofort Marita Lukas. „In die Fußstapfen meines Vorgängers kann ich nicht treten, darin stürze ich ab“, zollte sie Wallkötters Engagement Respekt. „Aber ich verspreche, mein gesamtes Können dem Ortsverein zu widmen“, versicherte sie.

Kreisverband ist auf Corona-Virus vorbereitet

Zu Beginn des Treffens gab DRK-Kreisvorstand Christoph Schlütermann einen aktuellen Bericht zum Thema Coronavirus. Auch wenn es noch keinen Anlass zu großer Sorge gebe, sei das DRK im Kreis Coesfeld vorbereitet, so Schlütermann. So liefen unter anderem Vorbereitungen, um die Turnhalle des Pistorius-Berufskollegs in ein Notkrankenhaus mit bis zu 200 Betten umzuwandeln. „Und ich weiß, dass Sie kommen werden, wenn wir Sie brauchen“, ergänzte er mit Blick auf die Aktiven.

Das wurde im folgenden Bericht der Rotkreuzleitung bestätigt: Mit insgesamt 40 Helfern absolvierte die Bereitschaft bei Sanitätswachdiensten, in der Spitzenabdeckung des Rettungsdienstes und für die Ausbildung im vergangenen Jahr knapp 3500 Arbeitsstunden. Freuen können sich die Aktiven im laufenden Jahr über einen neuen Rettungswagen, der voraussichtlich im Mai ausgeliefert werden kann.

Dass sich die Aktiven über Nachwuchsmangel momentan kaum Sorgen machen müssen, zeigte der Bericht des Jugendrotkreuzes: Das umfasst mittlerweile 40 Mitglieder in vier Gruppen.

Auch einige Ehrungen standen auf dem Programm. So wurden Alice Suttrup und Achim Pelzer für fünfjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, Nicole Scholz hält dem DRK bereits seit 15 Jahren die Treue.

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