Erster Corona-Fall im Kreis Coesfeld
49-jähriger Sendener mit Virus infiziert

Senden -

Ein Mann aus Senden ist positive auf den Coronavirus getestet worden. Nach Auskunft des Kreisgesundheitsamtes befindet sich der 49-Jährige auf dem Weg der Besserung. Er sowie weitere Familienangehörige befinden sich vorsorglich in den eigenen vier Wänden in Quarantäne.

Mittwoch, 04.03.2020, 15:25 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 19:05 Uhr
Erster Corona-Fall im Kreis Coesfeld: 49-jähriger Sendener mit Virus infiziert
(Symbolbild) Foto: dpa

 Erster Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Kreis Coesfeld: Ein 49-jähriger Mann aus Senden, der im Clemenshospital in Münster behandelt wurde, hat sich mit dem neuartigen Grippevirus infiziert, wie dem Kreisgesundheitsamt am Mittwoch gemeldet wurde. Eigentlich war der Mann wegen einer anderen Sache ins Krankenhaus gekommen – wegen einer anstehenden Operation. Er hatte dann aber Fieber und wurde auf den Erreger getestet. Positiv. Der Mann sei sofort isoliert worden, wie das Clemenshospital mitteilt. Der Patient sei aktuell symptomfrei und deshalb in häusliche Quarantäne entlassen worden.

Dort soll er nun 14 Tage bleiben, so der Kreis Coesfeld. In Quarantäne sind auch seine weiteren Familienmitglieder, die ebenfalls bereits getestet wurden und nun vorsorglich zuhause bleiben. Insgesamt werden 16 Abstriche von Personen aus dem Umfeld genommen, sagt Pressesprecher Christoph Hüsing auf Nachfrage. Ergebnisse stehen noch aus, sie sollen heute vorliegen.

Das Gesundheitsamt war am Mittwoch den ganzen Tag dabei, die Kontaktpersonen des Mannes in Verwandtschaft und Freundeskreis zu ermitteln. „Sie liegen nach jetzigem Stand im unteren zweistelligen Bereich“, nannte Hüsing das Ergebnis am frühen Abend. Unklar ist, wo sich der Sendener angesteckt haben könnte. „Die Kontakte liegen alle im Kreis Coesfeld“, so Hüsing. Eine Reise in den Iran oder nach Norditalien habe er nicht unternommen. Es gebe keine Querverbindungen zu den Fällen im Kreis Unna oder in der Stadt Münster; auch zu denen im Kreis Heinsberg nicht.

In Münster selber gibt es seit dem Wochenende drei bestätigte Fälle, darunter eine Erzieherin einer Kita.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr hat die Koordinierungsgruppe des Kreises einberufen; sie besteht aus Fachleuten der Dezernate und Abteilungen der Kreisverwaltung, die sich auch mit der DRK-Leitung abgestimmt haben. Eine Einberufung des Krisenstabes oder gar eine Schließung öffentlicher Einrichtungen sei in der derzeitigen Situation nicht erforderlich, hieß es in der Runde übereinstimmend.

- Das Gesundheitsamt weist noch einmal darauf hin, dass Menschen mit Symptomen nicht in eine Praxis kommen, sondern den Arzt anrufen sollen. Es wird dann alles weitere besprochen.

- Das Infotelefon des Kreisgesundheitsamtes zum Coronavirus unter der Rufnummer 02541 / 18-5380 ist weiterhin geschaltet und montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

 

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

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  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland vom RKI aktuell (Stand 3.3. - zur Risikobewertung ) als mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers sei zu erwarten. Diese Einschätzung könne sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Diese Fälle spielen bei der Verbreitung laut RKI jedoch „offenbar keine größere Rolle”.

    Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Ob SARS-CoV-2 auch fäkal-oral verbreitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der Welgesundheitsorganisation WHO scheint dieser Übertragungsweg in China keine Rolle zu spielen.

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  • Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

    Von den Menschen, die mit einem Kranken in Kontakt kommen, infizieren sich nach Einschätzung von Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité in Berlin, derzeit „5 bis 10 Prozent".

    Die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ist nach wie vor ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Einige Zahlen dazu: Seit Oktober 2019 wurden in Deutschland insgesamt etwa 120.000 labordiagnostisch bestätigte Influ­enzafälle an das RKI übermittelt. Rund ein Sechstel (17 Prozent) dieser Erkrankungen verlief so schwer, dass Patienten ins Krankenhaus kamen. Nachweislich sind in dieser Grippesaison bereits rund 200 Menschen daran gestorben. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland liegt bei rund 500 (Stand 6.3., 7 Uhr, zu den aktuellen Fallzahlen ), einen Todesfall gab es bislang nicht.

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

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  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. 

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte unnötige Kontakte meiden (möglichst zwei Meter Abstand zu anderen Menschen) und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht nötig. Und auch ständiges Desinfizieren der Hände ist laut Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen, überflüssig.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

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