Private Unterstützung in Zeiten von Corona
Helfen und kümmern statt Hamstern

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Mit Schlagzeilen über Hamsterkäufe und um sich greifendem Egoismus wollen sie sich nicht abfinden: Privatleute, Gruppen und Institutionen bieten ehrenamtlich Hilfe in Zeiten von Corona an.

Mittwoch, 18.03.2020, 13:08 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 09:54 Uhr
Ehrenamtliche Helfer bieten Einkaufs-Unterstützung an.
Ehrenamtliche Helfer bieten Einkaufs-Unterstützung an. Foto: hha

Solidarität kann in Zeiten einer globalen Pandemie eine echte Waffe gegen den Virus sein. Denn wer selber noch fit ist und anderen seine Unterstützung anbietet, kann Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören vor einer potenziell tödlichen Infektion schützen. Und fast nebenbei im Durcheinander der Panik und schlechten Nachrichten einen Lichtblick und Hoffnung schaffen. Dass Privatpersonen, ganze Gruppen oder Institutionen ihre Unterstützung anbieten, nimmt in diesen Tagen zu.

Einkäufe und Besorgungen übernehmen

Eine der ersten war die Sendenerin Melanie Hinz : Sei es das Erledigen von Einkäufen oder das Abholen von Rezepten, sie möchte helfen, wo sie kann – natürlich völlig unentgeltlich. „Da wir auch von der Schul- und Kitaschließungen betroffen sind und ich nun erstmal nur Abendschichten machen kann, möchten meine Mädels und ich nicht einfach zu Hause sitzen sondern den Älteren und Vorerkrankten unsere Hilfe anbieten“, schrieb sie am Samstag in der Facebookgruppe „Du bist Sendener, wenn“.

Im Netz bieten mehrere Privatpersonen ehrenamtliche Hilfe in Zeiten von Corona an.

Im Netz bieten mehrere Privatpersonen ehrenamtliche Hilfe in Zeiten von Corona an. Foto: hha

Wenigstens digital erntete sie dafür extrem viel Zuspruch – ihr Post bekam ebenso wie mehrere andere Angebote über 130 Likes. Doch angenommen wurde das Hilfsangebot von Melanie Hinz bisher trotzdem nicht. „Ich denke, die Menschen trauen sich nicht und haben Scheu“, meint die zweifache Mutter.

Menschlichkeit zeigen und helfen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Melanie Hinz hat ehrenamtliche Unterstützung angeboten

Bei ihrer Arbeit als Kassiererin erlebt sie, wie ältere Menschen trotz der Pandemie weiterhin den Weg in den Supermarkt auf sich nehmen. „Die alten Leute sind so taff, wollen sich das Einkaufen nicht nehmen lassen und quatschen immer noch mit mir, aber ich sehe die Unsicherheit in den Gesichtern“, berichtet Hinz.

Zusammen mit ihren beiden Töchtern plant sie, ihr Unterstützungsangebot auch in Supermärkten an das Schwarze Brett zu kleben.

Kontakt zu Hilfe

Wer Unterstützung bei Einkäufen oder anderen Besorgungen braucht, kann sich bei Melanie Hinz unter '  0 17 6/ 459 872 92 oder auf Facebook melden. Diese Hilfe bietet auch Heiner Bartelt, Droste Gärten 13, ' 0 25 97/69 11 44, an. Die Jahrgangsstufe Q 1 des Joseph-Haydn-Gymnasiums möchte ebenfalls tatkräftige Hilfe leisten. Kontakt: ' 0 17 6/ 766 320 54 (Simon), 0 15 25/ 210 15 71 (Felix) beziehungsweise per E-Mail abi2021jhg @gmail.com Überregional wird Hilfe koordiniert unter www. quarantaenehelden.org

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Mit ihrer Solidarität möchte Melanie Hinz nicht nur anderen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, sondern auch ihren Kindern zeigen, wie wichtig Nächstenliebe in schweren Zeiten ist: „Ebenso ist es auch eine tolle Chance, meinen Kindern mitzugeben, dass man auch Menschlichkeit zeigen muss und helfen, wenn man die Möglichkeit dazu hat“, betont sie.

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