Neue Regeln gegen Corona-Epidemie
Spielplätze sind dicht – Wochenmarkt und Lieferservice laufen

Senden -

Die Bestimmungen, um die Corona-Epidemie einzudämmen, sind nochmals verschärft worden. Die Umsetzung der politischen Vorgaben bedeutet für die einzelne Kommune intensive Detailarbeit.

Donnerstag, 19.03.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 15:56 Uhr
Der Wochenmarkt hat weiterhin geöffnet und seine Beschicker verzeichneten am Donnerstag eine erhöhte Nachfrage, lauten Angaben von Händlern.
Der Wochenmarkt hat weiterhin geöffnet und seine Beschicker verzeichneten am Donnerstag eine erhöhte Nachfrage, lauten Angaben von Händlern. Foto: di

Die Eingriffe ins öffentliche Leben haben derzeit nur eine Tendenz – sie reichen immer weiter. So hat die Gemeinde Senden an zwei Tagen in Folge über „Allgemeinverfügungen“ geregelt, welche Vorkehrungen gelten, um die Ausbreitung der Corona-Epidemie zumindest zu verlangsamen. Gegenüber den WN zieht Bürgermeister Sebastian Täger eine erste Bilanz: „Die Maßnahmen sind in ihrer Schärfe notwendig und sie kommen noch rechtzeitig.“

Die Maßnahmen sind in ihrer Schärfe notwendig und kommen noch rechtzeitig.

Bürgermeister Sebastian Täger

Mit dieser Einschätzung greift Täger auch Stimmen aus der Bürgerschaft auf, in der – wie berichtet – teils Unverständnis darüber geäußert wurde, warum zwischen der politischen Ankündigung von Maßnahmen durch Bund und Land und ihrem Vollzug vor Ort mehrere Tage verstreichen. Der zeitliche Verzug bei der rechtssicheren Umsetzung, die viele konkrete Detailfragen regeln müsse, lasse sich nicht vermeiden – es sei denn. ein Notstand oder Krisenfall werde ausgerufen. Täger räumt mit Blick auf das Prozedere ein: „Dem Bürger ist das manchmal schwer zu erklären.“

Enge Abstimmung mit Kommunen des Kreises und benachbarten Münsterlandkreisen

Der Rathauschef erklärt in einer Mitteilung auch, warum am Mittwoch in Senden eine zweite ordnungsrechtliche Anordnung veröffentlicht worden ist: „In enger Abstimmung mit den anderen Kommunen des Kreises Coesfeld und auch den benachbarten Münsterlandkreisen haben wir die Vorgaben aus den Erlassen der Landesregierung in eine rechtsgültige Grundlage überführt.“ Am Dienstagabend schon hatte die Gemeinde Senden in einer Allgemeinverfügung Maßnahmen zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus bekannt gemacht. Außerdem erschienen am Mittwoch zwei Erlasse der Landesregierung, die unter anderem auch die Empfehlungen der Bundesregierung enthalten. Die Erlasse sahen zum Teil schärfere Einschränkungen des alltäglichen Lebens vor. Der Bürgermeister betont, dass die Eingriffe „richtig und medizinisch begründet“ sind. Die damit einhergehenden Einschränkungen für Händler und Gewerbe und den persönlichen Alltag eines jeden einzelnen sind der Verwaltung aber auch bewusst.

Helmut Wessel (l.) und Mario Mathis vom Bauhof der Gemeinde befestigen Hinweistafeln, dass die Spielplätze geschlossen sind.

Helmut Wessel (l.) und Mario Mathis vom Bauhof der Gemeinde befestigen Hinweistafeln, dass die Spielplätze geschlossen sind. Foto: di

Holger Bothur, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice und Ordnung, erläutert, wie jetzt die Umsetzung erfolgt. „Wir sprechen uns kreisweit laufend ab, wie die Regelungen im Detail umzusetzen sind. Es gibt immer mal Einzelfälle bei denen zum Beispiel nicht klar, ist, in welche Kategorie ein Unternehmen fällt oder wie eine Regelung auszulegen ist.“ Die Verwaltung, so die Mitteilung weiter, möchte niemanden in einer unklaren Situation lassen und hat daher die Beschäftigten des Bürgerbüros zur Verstärkung bei telefonischen Anfragen eingesetzt.

Lieferservice von Gaststätten bleibt erlaubt

Die wichtigsten neuen Bestimmungen: Restaurants, Cafés und Kneipen müssen schließen, ein Abhol- und Lieferservice ist aber erlaubt. Ebenfalls dicht sind Sportstätten und Spielplätze, die am Donnerstag vom Bauhof mit Hinweistafeln versehen worden sind. Es ruhen alle kulturellen und Bildungsangebote wie etwa Kurse der VHS. Untersagt sind auch sämtliche Treffen und Versammlungen von Vereinen.

Beim Einzelhandel dürfen Lebensmittelläden, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken, Optiker, Reinigungen, Händler des Gartenbau- und Tierbedarfs und Großhändler sowie Wochenmärkte, Poststationen und Zeitschriftenläden sowie Handwerker öffnen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7334871?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Nachrichten-Ticker