Helfer und Waren werden langsam knapp
Sendener Tafel hält (noch) die Stellung

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Zwölf der rund 80 ehrenamtlichen Helfer haben sich in den vergangenen Tagen abgemeldet. Die Spendenboxen werden weniger gefüllt als sonst. Obst und Gemüse sind knapp. Trotz dieser Entwicklung in Zeiten der Corona-Krise will die Sendener Tafel den Betrieb unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen so lange wie möglich aufrecht erhalten.

Donnerstag, 19.03.2020, 16:57 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 15:56 Uhr
Neben den obligatorischen Einmalhandschuhen für die Helfer sind bei der Tafel zusätzliche Hygienemaßnahmen vorgeschrieben: Am Eingang muss sich jeder Kunde die Hände desinfizieren. Vor der Ausgabe markiert ein schwarz-gelbes Band den Mindestabstand für die Kunden. Auch in der Warenvorbereitung wird „auf Abstand“ gearbeitet..
Neben den obligatorischen Einmalhandschuhen für die Helfer sind bei der Tafel zusätzliche Hygienemaßnahmen vorgeschrieben: Am Eingang muss sich jeder Kunde die Hände desinfizieren. Vor der Ausgabe markiert ein schwarz-gelbes Band den Mindestabstand für die Kunden. Auch in der Warenvorbereitung wird „auf Abstand“ gearbeitet.. Foto: Siegmar Syffus

Trotz Corona-Pandemie halten die Ehrenamtlichen der Sendener Tafel die Stellung – zumindest so lange, wie es eben möglich ist. „Wir haben heute die Ausgabe für unsere Kunden geöffnet und wollen auch in der nächsten Woche weitermachen“, kündigte Sabine Knümann am Donnerstag an. Gleichwohl räumt die zweite Vorsitzende der Sendener Tafel ein: „Je nachdem, wie sich die Lage verändert, kann sich das von Stunde zu Stunde ändern. Ich habe Bereitschaft am Handy“.

Eingestellt werden musste die freitags stattfinden Ü 65-Senioren-Ausgabe. Denn: „Unsere älteren Kunden, lieben es, hier zusammen sitzen zu können und miteinander zu klönen. Wegen er Ansteckungsgefahr geht das jetzt nicht mehr“, erklärt Knümann.

Die Möglichkeit, wenigstens die reguläre Ausgabe aufrecht erhalten zu können, steht und fällt mit der Bereitschaft beziehungsweise der Möglichkeit der Ehrenamtlichen, sich weiterhin zu engagieren. Zwölf der rund 80 Helfer haben sich bereits abgemeldet. „Es haben sich aber auch drei Sendener gemeldet, die uns spontan bei der Ausgabe unterstützen“, umreißt die stellvertretende Tafel-Vorsitzende die gegenwärtige Personalsituation.

Die Arbeit des gemeinnützigen Vereins, der 428 Kunden, unter ihnen 152 Kinder, unterstützt, setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Fahrdienst, Lebensmittelaufbereitung und Ausgabe. „Wenn uns eine dieser Säulen wegbricht, weil Leute fehlen, müssen wir den Betrieb einstellen“, verdeutlicht Knümann die Lage.

Aktuell gelten (selbstverständlich) sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Kunden besondere Schutzmaßnahmen gegen die Infektionsgefahr: Jeder muss einen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zum Gegenüber einhalten. Darauf wird nicht nur in den Räumen der Tafel geachtet, sondern auch bei den vor der Eingangstür Wartenden. Am Einlass muss sich jeder Kunde an einem Desinfektionsmittel-Spender die Hände entkeimen. Vor dem Ausgabe-Tresen ist der einzuhaltende Mindestabstand auf dem Fußboden mit einem schwarz-gelben Band durchgehend markiert. „An jede der drei Ausgabe-Stationen lassen wir jeweils nur einen Kunden heran“, nennt Knümann eine weiter Vorsichtsmaßnahme. Dass die Helfer bei der Warenvorbereitung und der Ausgabe Einmalhandschuhe tragen, sei ohnehin selbstverständlich.

Die durch die Corona-Krise ausgelösten Hamsterkäufe machen sich bei der Sendener Tafel bemerkbar: „Bei manchen Discounter waren einige Waren nicht zu bekommen“, hieß es aus dem „Fahrerlager“. Obst und Gemüse seien knapp. Wegen der starken Nachfrage werden immer mehr Lebensmittel vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums gekauft. Diese Produkte erreichen somit nicht mehr die Tafel. „Deutlich spürbar ist auch“, ergänzt Knümann, „dass die Spendenboxen in den Geschäften weniger gefüllt sind als sonst.“

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