Angebot an Eltern in systemrelevanten Berufen
Notbetreuung wird nur wenig nachgefragt

Senden -

Nur ganz wenige Eltern haben ihre Kinder für die Notfallbetreuung in Schulen und Kitas angemeldet. Das Gros der Sprösslinge spielt und büffelt zu Hause.

Freitag, 20.03.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 19:40 Uhr
Uta Florian und Evrin Mutlu vom OGS-Team halten betreute Schüler der Marienschule mit Step Aerobic zu fetziger Musik fit.
Uta Florian und Evrin Mutlu vom OGS-Team halten betreute Schüler der Marienschule mit Step Aerobic zu fetziger Musik fit. Foto: di

Fetzige Charthits, die aus dem Bluetooth-Lautsprecher dröhnen, erfüllen den Raum. Zum Takt bewegen sich die wenigen Schüler, die am Freitag nach der Mittagspause noch in der Marienschule betreut werden. Dort steht nicht nur Lernstoff an, sondern auch Bewegung auf dem „Stundenplan“. Uta Florian und Evrin Mutlu setzen Impulse, die von den Grundschülern aufgegriffen werden.

Die allermeisten der Erst- bis Viertklässler suchen die Schulen aber erst gar nicht auf. Von 830 Schülern im Primarbereich in der Gemeinde Senden haben kaum ein Dutzend Eltern mit Aufgaben in systemrelevanten Berufen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Notbetreuung zu nutzen. In der Marienschule waren sechs, in der Davertschule vier Kinder angemeldet, lauten aktuelle Zahlen im Rathaus. Wobei die Verwaltung betont, dass nicht alle Eltern, die in neuralgischen Branchen arbeiten, die Kinder, für die sie Bedarf reklamiert haben, auch jeden Tag schicken.

Ganz ähnlich sieht der Quotient in den Kindertagesstätten aus. Normalerweise werden 940 Kinder in den 13 Kitas in Senden betreut. Zurzeit sind es 20 bis 24 Schützlinge, die in elf Einrichtungen auf ihr gewohntes Umfeld treffen. Denn: Eine Zentralisierung ist trotz der geringen Zahlen aus epidemiologischen Gründen nicht erwünscht, betont Klaus Gilleßen als kommunaler Fachbereichsleiter. Im Gegenteil, die Schüler und Kita-Kinder, so lauten die Vorgaben der Behörden, sollen gruppen- beziehungsweise jahrgangsweise betreut werden.

In den weiterführenden Schulen, wo für die 5. und 6. Klassen die Option zur „Unterbringung“ der Schüler besteht, haben keine Eltern Bedarf geltend gemacht.

Für alle Schüler gilt, dass sie zu Hause in die Bücher gucken und zu Stift und Heft greifen sollen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zumindest bei einzelnen Web-Angeboten, auf die viele Schüler gleichzeitig zugriffen, laufen die technischen Tools inzwischen, lautet insgesamt der Tenor bei Schulen und Schülern. Außerdem bestand die Möglichkeit, Lernmaterial in Grundschulen abzuholen, und die Pädagogen bieten Sprechzeiten an, zu denen sie erreichbar sind.

Nicht nur Schulen zeigen sich flexibel, auch Eltern. So hat an der Marienschule, wo der Caterer wegfiel, es ein Vater, der bei den Alexianern arbeitet, übernommen, das Mittagessen zur Grundschule zu befördern. „Er hat uns aus der Patsche geholfen“, erkennen dies Konrektorin Christin Bröckelmann und Schulsekretärin Anna Liemen, dankend an.

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