Grundstücksmarktbericht für 2019
Senden zählt zu den Top-Adressen im „Speckgürtel“

Senden -

Der Druck auf den Immobilienmarkt in Münster setzt sich bis Senden fort. Die Stevergemeinde zählt zu den begehrtesten Adressen im „Speckgürtel“ des Oberzentrums, hat der gerade veröffentlichte Grundstücksmarktbericht ergeben.

Dienstag, 24.03.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 10:56 Uhr
Die Immobilienpreise in Senden sind hoch und ziehen weiter an, hat der Gutachterausschuss des Kreises ermittelt.
Die Immobilienpreise in Senden sind hoch und ziehen weiter an, hat der Gutachterausschuss des Kreises ermittelt. Foto: Dirk Frerichmann

Jörg Böcker kennt die Top-Adressen. Und Senden gehört dazu, betont der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses beim Kreis Coesfeld, der gerade den Grundstücksmarktbericht für 2019 veröffentlicht hat. Die Stevergemeinde liegt nicht nur im Speckgürtel des Oberzentrums Münster, sondern zählt dort noch zu einem der begehrtesten Standorte, so der Fachmann im WN-Gespräch.

„Der Einfluss von Münster ist ganz stark zu spüren“, resümiert Böcker eine Entwicklung, die nicht neu sei, sich aber zuletzt tendenziell noch deutlicher abzeichne. Die Großstadtbewohner „sind ganz andere Preise gewöhnt und treiben diese im Umland nach oben“. Den „Club“ der Kommunen, auf die sich der enorme Nachfragedruck der angrenzenden Großstadt auswirkt, bilden überdies Havixbeck, Nottuln und neuerdings Ascheberg, lauten die Informationen des Geschäftsstellenleiters des Gutachterausschusses.

Und der blickt in viele Verträge, die die Notare zur Auswertung zur Verfügung stellen müssen. Die Zahl der Abschlüsse in Senden schwankt: 2019 wurden 190 Kauffälle registriert, 2018 hingegen nur 113, während 2017 und 2016 mit 158 beziehungsweise 208 Transaktionen zu Buche schlugen. Im Berichtsjahr (2019) wechselten 74 bebaute Grundstücke (Häuser jeden Typs und Gewerbeimmobilien) den Besitzer. 66 Kauffälle beziehen sich auf unbebaute Grundstücke, deren Spektrum sich von der Fläche für ein Einfamilienhaus bis zur Arrondierung der Parzelle um wenige Quadratmeter reichen kann, wie Böcker betont. Sein Team zählte überdies 50 Verträge, in denen Wohnungs- oder gewerbliches Teileigentum veräußert wurde.

Die Preise, die in Senden erzielt werden, wertet selbst der Experte als beachtlich. Beispiel: Elf in 2019 verkaufte Reihen- und Doppelhäuser, die zwischen 2010 und 2017 bezogen worden waren, erbrachten einen Durchschnittspreis von gut 390 000 Euro. Böcker ergänzt, dass diese Objekte allesamt eine große Wohnfläche geboten hätten. Doch selbst der gemittelte Preis pro Quadratmeter reicht mit 2515 Euro noch für einen Spitzenplatz, der nur von Havixbeck (2767 Euro/Quadratmeter) übertroffen wird, während beispielsweise Lüdinghausen bei 2190 Euro landet.

Der allgemeine Preisauftrieb, den die Gutachter ermittelt haben, gelte auch für Senden: Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr (2018) von 14 Prozent für Ein- und Zweifamilienhäuser und von elf Prozent für Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Für Senden typisch sei, dass diese Preisspirale auf einem höheren Sockel beginne.

Mit einem durchschnittlichen Preis von 190 Euro pro Quadratmeter Bauland in mittleren Lagen bewegt sich Senden fast 30 Euro über dem Mittelwert des Kreises (162 Euro/Quadratmeter).

Nur zwei Gemeinden trotzen in einem weiteren Punkt dem kreisweiten Trend: Während andernorts die Lagen in den Ortskernen konstante oder rückläufige Preise erreichten, sei nur in Senden und Ascheberg in den Zentren ein Wertzuwachs zu verzeichnen, stellt Böcker heraus.

  

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